Überrascht vom Leben
Überrascht von Gott

Predigten-Reden 2016-2019


    Einführungsrede: Vom Erwarten und Versprechen
    .Vikarin Frau Hacker Lisa 28.Sep 20919

  • Ich bin unschuldig: Hiob sucht den Sinn -Predigt Hiob 23,1-7 Sept 2019

  • Ihr sucht falsch: Jesus Not mit den führenden Juden Predigt Joh.5,39-47,Juni 2019
  • Wer bittet, der empfängt- Joh16.-Predigt 26.Mai2019
  • Irrtum ein- und ausgeschlossen! Impulsfreizeit 2018
  • Kann Gott auch böse? Mein Gottesbild in Frage gestellt-Gedanken 
  • Führen in stürmischen Zeiten- Impulsreferat Kirchenvorstand St. Ottilien Feb. 2019
  • Herzerweiterung - Grußwort Konfirmation 2019
  • Vorbild sein im Glauben Predigttext:  1. Thessalonicher, Kapitel 1, in den Versen 2-10, Sept2018
  • Wundert euch(nicht)! Grußworte Konfirmation, März 2018
  • Aufgeben undenkbar   Jes.50, 4-9  März 2018
  • Von Ja, Nein und Jaein-Sagern Matth.21, 22-28, Juli 2017 
  • Gottes einseitiges Versprechen an Noah  1.Mo. 8.18-22, Okt.2017
  • Hirte dringend gesucht! Hesekiel 34.1-36, 30.4.2017 
  • Auf die Haltung kommt es an! Gedankentext
  • Text: Das Reich Gottes- aus zwei Blickwinkel
  • Lass Dich nicht abhängen-Grußworte Konfirmation2017- 
  • Begrüßungsrede für Vikarin Frau Wuschig- ABC-Auferstehungskirche.
  • Sorgt euch nicht - Gott schafft es! 1.Petrus 5.5,  4.Sept 2016      
  • Ergriffen von Jesu, Predigt   Philipper 3,7-11(12-14),27.Juli 2016 
  • Wer Jesus hat,hat das Leben  1.Johannesbrief, 5,11-13,3.Jan 2016  
  •  Konfirmationsgrußwort 2016 - Wenn´s gut werden soll-Juni 2019 Predigt.

Einführungsrede KITA-Leiterin Okt2019

Liebe Julia Häuser,

vielleicht ist es dir schon aufgefallen.
Aber viele sitzen hier und lächeln, wenn sie deinen Namen hören oder dich sehen.

Wir lächeln, weil es uns sehr freut, dass du die neue Leitung unserer Kita geworden bist.

Wir lächeln, weil wir zuerst sehr erleichtert sind, eine würdige Nachfolgerin von Irmgard Bissinger gefunden zu haben, die sich zutraut die Kita auch weiterhin mit Herz, Klarheit und Klugheit zuführen. Eine große und schöne Aufgabe liegt nun vor dir, aber auch eine sorgenvolle Aufgabe. Du musst dich um so viel sorgen!

Sorgen, Erwartungen und Hoffnungen werden vom den Träger, den Kita-Mitarbeitern und Eltern an dich gestellt werden und ….doch alles beginnt zuerst mit dem ersten Schritt. Ein kluger Mensch hat gesagt: Vor dem Gewinnen steht stets das Beginnen.

Und wer mit einem Lächeln beginnt, wie du es tutst, dem, wird vieles gelingen.           
Wir sind uns sicher, du wirst die Herzen vieler Kinder, deiner Mitarbeiter und der Eltern gewinnen und natürlich auch unser Herz.

Wir als Gemeinde und als Kirchenvorstand wünschen dir von ganzen Herzen einen gesegneten Beginn und ein erfolgreiches Gelingen. Und dass es für dich viel Grund gibt, sich an dieser nicht leichten Aufgabe, zu freuen. Mein Lieblingsspruch aus der Bibel kann auch dir Hilfe sein:

Jes 28.29 Des Herrn Rat ist wunderbar und er führt es herrlich hinaus.

Gottes Rat und seine Hilfe stehen dir auch zu Seite. Und die Gewissheit, dass er sich auch um dich sorgt und Dir seine ganze Fürsorge immer gilt.

Jetzt heißt es dieses Abenteuer Leitung der Kita Auferstehung zu wagen und neue überraschende Geschichten zu schreiben. Schreibe Geschichte!

Dazu übergeben wir dir ein Buch- aber mit leeren Zeilen, denn da sollst und darfst du neue Geschichte aufschreiben mit der Kita, deinen Begegnungen, deinen Erfahrungen…..Du bist der Autor dieses neuen Kapitel KiTA und wir hoffen, es kommen viele unzählige hoffnungsvolle Geschichten dazu.

Jetzt lächele ich dich wieder an und sage Dir: Viel Erfolg und Spaß beim Aufschreiben.  
Wird sicher Beststeller!!!!

-Du lächelst….du gewinnst

-Danke

 

 

 




Einführung Vikarin Frau Hacker          
Augsburg, 28.Sept 2019  

Von Erwartungen und Versprechungen   
                                             

Liebe Frau Hacker,    

Herzlich Willkommen in unser Auferstehungskirche. Ich begrüße sie im Namen des Kirchenvorstandes und freue mich sehr, dass sie schon die zweite Vikarin in unserer Gemeinde sind. Sie sind jetzt in der Auferstehungskirche gelandet und werden 2 1/2 Jahre ihre Ausbildung hier fortsetzten.

Was erwarten sie von uns und was können wir Ihnen versprechen?

Ein kluger Mann: Gotthold Ephraim Lessing, Philosoph hat einmal gesagt:

 

Beide schaden sich selbst: der zu viel verspricht, und der zu viel erwartet.                                                                                                                       
Das wollen wir gerne beherzigen und beachten;                                                                    
Was erwartet sie?
Viele Lernfelder!  In der Seelsorge, in der Verkündigung, in der Pfarramtsführung, in der KiTa und in der Schule. Nicht wenige, davon manchmal knifflige Aufgaben, müssen gelernt, angepackt und bewältigt werden. Sie haben einen sehr guten hoch motivierten Mentor und Lehrpfarrer an Ihrer Seite, der sie voll unterstützen und anleiten wird.  Bitte habe sie Erwartungen an Jesus, an sich, an unseren Pfarrer und an uns und bleiben sie neugierig. Bringen sie ihre Gaben, ihren Glauben, ihren frischen Humor, ihre Ideen und Talente hier ein.                                                                                                                                                                   
Und die eine spannende Frage lautet: Was dürfen oder sollen wir ihnen als Gemeinde versprechen?

Wir versprechen: Nichts……. ist unmöglich hier, sondern wir packen an, sind eine neugierige; engagierte, offene, manchmal kritische, oft herzliche, gläubige, tiefgründige, hilfsbereite Gemeinde. Sie dürfen sich hier gerne entfalten.                                                                                  Wir versprechen: Nichts…..soll uns gegenüber sie gleichgültig lassen, sondern wir wollen sie immer ernstnehmen, immer ein offenes Ohr haben, und sie mit allen unseren Möglichkeiten  voll unterstützen und sie freundlich in unserer Gemeinde begleiten

Wir wünschen Ihnen viel Freude in ihrer Arbeit in der Auferstehungskirche, einen guten Start und Gottes reichen Segen, der sie beflügeln soll, hier bei uns- gleich dem Motto: Auferstehung-Besser leben  








Predigt Sept 2019

Hiob verzweifelt an seinen Gott- Bin ich schuld an meinen Unglück?

 

Liebe Gemeinde!

Ich bin unschuldig!!
Der heute 71-Jährige Craig Coley saß die vergangenen 39 Jahre in einem US-Gefängnis - ohne die ihm zur Last gelegte Tat begangen zu haben.

Los Angeles: Fast vier Jahrzehnte lang saß Craig Coley in den USA im Gefängnis - für ein Verbrechen, das er nicht beging. Er soll seine 24-Jährige EX-Freundin vergewaltigt haben und danach sie und ihren vierjährigen Sohn ermordet haben. Es gab keine Beweise, aber er wurde verurteilt, weil alle ihn für den Mörder hielten. Alle Versuche seine Unschuld zu beweisen, scheiterten lange Zeit. Wieviel Klagen hat dieser Mann ausgesprochen, wieviel Leid ertragen müssen.-das Leben ist so unfair!!

Welcher Richter und welche Geschworenen glauben ihm die Wahrheit!

Erst nach 39 Jahren bewies ein DNA-Test seine ganze Unschuld. Es ist ein hartes unerträgliches Unrecht was Craig Coley widerfahren ist und dann so ein Ende!

 

In unserem heutigen Predigttext fühlt sich ein Mann völlig unschuldig verfolgt und rechtlos. Hiob!  Die Schicksalsschläge gegen ihn sind so unmenschlich und grausam. Er fühlt sich unschuldig. Trotzdem wird er verfolgt. Nicht von Feinden, die ihm Schlechtes antun wollen. Hiob wird von Gott verfolgt.  Was er erdulden musste, ist mehr als hart. Zu ihm kann man nicht sagen: Pech gehabt, wird schon wieder, andere trifft’s noch schlimmer. Hohn wären solche Vertröstungen. Keinen hat es je schlimmer getroffen. Schlag auf Schlag treffen ihn die Hiobsbotschaften: Alle seine Knechte wurden von den Feinden erschlagen. Alle sein Vieh kam um. Alle seine Kinder sind bei einem Unwetter ums Leben gekommen, als das Dach des Hauses einstürzte.
Fassungslosigkeit! Trauer, Ohnmacht!! 
Hiob aber blieb ein gerechter und gottesfürchtiger Mann. Er sprach: Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen. Gelobt sei der Name des Herrn. (Hi 1,21) Nach alledem wurde er noch sehr krank, Geschwüre bedeckten ihn von der Sohle bis zum Scheitel.  Da sprach seine Frau zu ihm: Willst du auch jetzt noch schuldlos bleiben? Lästere Gott und stirb! (Hi 2,9) Aber Hiob lästerte Gott immer noch nicht.

Aber er klagt Gott, dem er immer gedient an: Bemerkenswerte Sätze voller Verzweiflung:  auf der der verzweifelten Suche nach Gott und seinem Richter, der ihn freisprechen soll!!

Hiob 23 1-17

Hiob antwortete und sprach:

2 Auch heute lehnt sich meine Klage auf; seine Hand drückt schwer, dass ich seufzen muss. 3 Ach, dass ich wüsste, wie ich ihn finden und zu seiner Stätte kommen könnte! 4 So würde ich ihm das Recht darlegen und meinen Mund mit Beweisen füllen 5 und erfahren, was er dazu sagt. 6 Würde er verurteilen?

Nein, er selbst würde achthaben auf mich. 7 Er würde sehen, dass ein Aufrechter mit ihm redet, und für immer würde ich entrinnen meinem Richter!  8 Aber gehe ich nach Osten, so ist er nicht da; gehe ich nach Westen, so spüre ich ihn nicht. 9 Wirkt er im Norden, so schaue ich ihn nicht; verbirgt er sich im Süden, so sehe ich ihn nicht, aber kennt meinen Weg gut.                                               
Er prüfe mich, so will ich befunden werden wie das Gold. 11 Denn ich hielt meinen Fuß auf seiner Bahn und bewahrte seinen Weg und wich nicht ab 12 und übertrat nicht das Gebot seiner Lippen und bewahrte die Reden seines Mundes bei mir. 13 Doch er hat's beschlossen, wer will ihm wehren? Und er macht's, wie er will. 14 Ja, er wird vollenden, was mir bestimmt ist, und hat noch mehr derart im Sinn. 15 Darum erschrecke ich vor seinem Angesicht, und wenn ich darüber nachdenke, so fürchte ich mich vor ihm. 16 Gott ist's, der mein Herz mutlos gemacht, und der Allmächtige, der mich erschreckt hat.

Worte der Verzweiflung!

Ein Mensch sucht den Sinn seines Leidens zu verstehen. Warum lässt Gott das zu?

Was Hiob nicht weiß, ist, dass er Gegenstand einer Wette im Himmel wurde, die Satan Gott aufgenötigt hat. Wird Hiob auch dann noch zu Gott halten, wenn ihm unermessliches Leid widerfährt? Ja, sagt Gott, Nein, sagt Satan.  Die Wette gilt. Sie gilt auf Hiobs Kosten. Es kostet ihn seinen ganzen Besitz, seine Kinder, zuletzt auch seine Gesundheit.  Hiob sich von Gott betrogen.  Er hat immer an Gott festgehalten und seine Gebote befolgt.  Hiob fühlt sich im Recht. Gott aber ist ungerecht. Warum tut er mir das an!! Habe ich das Unglück verdient?                                                                                   
Hiob wartet erst einmal vergeblich auf eine Antwort.

Nicht genug, dass Hiob sich von Gott ungerecht behandelt fühlt – da sind auch die „guten“ alten Freunde von Hiobs: Elifas ist einer von ihnen und nicht immer empathisch. Ihm antwortet Hiob in unseren Versen. Dieser Freund hat nämlich ein paar gut gemeinte Erklärungen und Ratschläge für Hiobs Leiden. „Du, Hiob, hast Dein Leiden bestimmt verdient; Du bist selbst schuld an deinem Schicksal!! Gott straft Dich dafür, dass Du seine Gebote missachtet hast!“  Das ist ein grausamer offener Vorwurf und ein Vorurteil!!

„Du bist selbst schuld an deinem Schicksal!

Wir kennen das: Vorurteilung: Bestimmt hat er geraucht! -deswegen hat er deswegen hat den Lungen-CA bekommen! ( …aber, er hat nie geraucht!)

Die Kinderlosigkeit ist ihre eigene Schuld, sie hat wohl doch zu lange die Pille zu genommen! (….aber sie hat nie die Pille genommen!)  Er ist bestimmt gerast und deswegen mit dem Auto verunglückt! – (..aber, der Fahrer katte einen Kollaps wegen Unterzuckerung!)

Dann kommen die Ratschläge: Du musst...Du solltest… Ich würde an deiner Stelle…..

Ratschläge können auch Hammerschläge sein!! Hiob ist fassungslos über seinen Freund Elifas und ist sich keiner Schuld bewusst. (Irgendwie übermütig von ihm?)

Allzu menschlich: Man verteidigt sich!! Rechtfertigt sich!

Und dass Gott uns für unsere Sünden straft, wäre eine zu einfache und grausame Deutung menschlicher Leiden. Trotzdem suchen wir – auch zur eigenen Entlastung – die Schuld oft beim Leidtragenden.
Und der Leidtragende sucht bei sich selbst:
Wie oft höre ich diesen Satz: „Was habe ich verbrochen, dass Gott mich so straft!!“, Diesen Satz höre ich immer wider von meiner 92.-jährigen Mutter, die mich fragt, womit sie diese Schmerzen verdient habe. Warum? Und hadert mit Gott: „Ich kann nicht mehr beten, ich fühle Gott nicht mehr!“

„Mutti, es ist mir Rätsel, warum Menschen und du so sinnlos leiden müssen“

Das heutige Predigtwort bietet drei Versuche, mit diesem Rätsel umzugehen: Die Klage, die Demut und die Ehrfurcht. ( Pfarrerin Ulrike Bracks, Heisbronn)

Zuerst zur Klage: In vielen Kirchen gibt es Gebetsecken oder Kapellen der Stille. Meistens liegen Bücher oder Zettel aus, damit die Besucher dort ihre Gebete aufschreiben können. Oft sind es kurze Dank- oder Bittgebete. In dem Gebetsbuch der Kapelle der Abtei in Münsterschwarzach sticht eines der Gebete heraus:

„Danke, wofür? Für: keine Familie? Für einen Job, den ich hasse und in dem ich aufs Übelste gemobbt werde? Und für alle möglichen körperlichen Gebrechen? Und für Alles, was sonst noch schiefläuft? Kann mich nicht erinnern, jemals darum gebeten zu haben!!! Trotzdem bekommen. – Danke!!??“
Ein bitterböses Gebet. Aber: es darf dastehen!! Denn, wem soll dieser moderne Hiob denn klagen? Wen beschimpfen? – Wem gilt der Zorn, wenn so gar nichts mehr stimmt im Leben! Wer hält das aus, wenn ein Mensch eigentlich nur Elend und Jammer erlebt? Freunde, die Familie, Kollegen – sie sind irgendwann überfordert. Irgendwann wollen sie von den schlimmen Geschichten nichts mehr hören. Das ist menschlich und verständlich. – Also wem sollen wir klagen, wenn’s uns wirklich ganz und gar schlecht geht? Wen beschimpfen? Wem gilt unser Zorn? Wer hört uns da noch zu?

Es ist Gott, der das aushält. Hiob beginnt seine Rede gegen Gott mit den Worten: Auch heute lehnt sich meine Klage auf; deine Hand drückt schwer, dass ich seufzen muss.

Auch wenn unser Schicksal rätselhaft bleibt – Gott bleibt unser Ansprechpartner. Ihn dürfen wir sogar attackieren!
Nur selten erhalten Menschen darauf eine eindeutige Antwort, aber es führt uns – als zweites – in die Demut:                                                                                       

Demut:   Ist für einen modernen freien Menschen in Europa ein fast unvorstellbarer Zustand. „Wenn du willst, kannst du alles erreichen!!“ ist das Motto

Befreien sie sich selbst…. (Flyer)
Aber schon ein unverschuldeter Unfall, kann unser Leben auf den Kopf stellen!! Ein Schicksalsschlag, eine Krankheit oder Unglück können in Sekunden mein Leben verzweifeln lassen und keinen Sinn darin mehr sehen.

Hiob würde so gerne mit Gott reden und als ein Aufrechter mit ihm rechten. Hiob würde gerne klarstellen, dass er doch gar kein Unrecht verdient, weil er immer ein guter Mensch gewesen sei und die Gebote Gottes eingehalten habe.
Hiob ist verletzt und gebrochen. Sein Leiden hat keinen Sinn. Und doch fügt er sich in Gottes Ratschluss. Oder er hat einfach resigniert?  Doch er hat’s beschlossen, wer will ihm wehren? Und er macht’s wie er will.
Er ist zerbrochen- wenn etwas zerbrochen ist, heißt auch, dass etwas aufgebrochen wird!   (Das ist ein Geheimnis!)
Auf einmal zerbricht der Panzer der Auflehnung. – Leiden macht demütig und wir können eingestehen: „Ich bin zu klein, um Gott zu verstehen.“ – „Mein Verstand ist viel zu begrenzt, um Gott zu begreifen.“ – Das kann uns beruhigen, uns wieder weicher machen. Wenn wir die Härten des Lebens nicht mehr erklären müssen, sind wir frei von Grübeleien. Demütig kann man sprechen: „Gott ist viel größer als ich.“

Ich sehe meine Bedürftigkeit ein! und das macht mich demütig.

-Allein deine Gnade genügt…..sagt Paulus in seinem Leiden.

Diese Demut führt uns weiter in die Ehrfurcht und vielleicht in ein neues Gottvertrauen:

Keinem Menschen bleibt Leiden erspart. Viele Mensch leiden am Leiden der Anderen mit. Manchmal erscheint es dann unmöglich, an den gütigen und gnädigen Gott zu glauben. Oder sie fragen: „Wo ist er denn, der liebe Gott?“

Ähnlich lesen wir es bei Hiob. In seiner Not kann er Gott nicht finden: Gehe ich nach Osten, so ist er nicht da; gehe ich nach Westen, so spüre ich ihn nicht.

Ich spüre Gott nicht mehr!!!! Wenn meine Ehefrau Iris das zu mir sagen würde: „Ich spüre dich nicht mehr!!“, wüsste ich das unsere Ehe hoch gefährdet ist. Gott und Hiob sind einer großen Beziehungskrise

Es ist viel ernster als gedacht: Hiob fürchtet sich vor Gott: Gott wird vollenden, was mir bestimmt ist, und hat noch mehr derart im Sinn. Darum erschrecke ich vor seinem Angesicht, und wenn ich darüber nachdenke, so fürchte ich mich vor ihm.

Ich fürchte mich vor Gott!!

Das ist sein Eingeständnis: Gott ist größer als ich und fürchte mich vor ihm:                         
Das ist Ehrfurcht, Respekt,

Passt das zu unserem Bild von Gott? Wir wollen doch auf den gütigen Gott vertrauen! Wir glauben an den barmherzigen Vater im Himmel, der immer bei uns ist!

Was könnte Hiob und auch uns trösten?

Hiob steckt in uns allen. Jeder von uns hat seine Geschichte, wo er sich von Gott in einer äußert schwierigen Situation allein gelassen gefühlt hat. Gott war fern, ist nicht eingeschritten. „Warum hast Du so schlimme Sachen zugelassen oder nicht verhindert!!!! „

Hiob wusste es nicht, und auch darunter litt er. Gott erschien ihm stumm, dunkel, verborgen. Das Klagelied im 23. Kapitel des Buchs Hiob zeigt zuerst keinen Ausweg; der zeigt sich erst am Ende des Buches im 43. Kapitel
Da bricht Gott endlich sein Schweigen, begegnet Hiob in einem gewaltigen Gewitter und macht ihm klar, wie begrenzt der Mensch in seinem Denken und Handeln ist. Hiob merkt, dass er trotz seines untadeligen Lebens­wandels und trotz seiner Frömmigkeit dennoch ein Sünder ist, dass er nämlich wie alle Menschen ein eigensinniges und boshaftes Herz hat. In Gottes Augen ist er also gar kein leidender Gerechter, sondern ein leidender Sünder. Daraufhin gesteht Hiob seine ganze Bedürftigkeit vor Gott ein und erfährt Gottes Liebe und eine unfassbare Rehabilitation. Er bekommt danach die ganze Fülle von Gottes Gnade neu geschenkt: Er wird ganz gesund, versöhnt sich mit seiner Frau und mit seinen Freunden, bekommt Kinder und findet wieder zu Wohlstand. Welch ein Wendung!!
Und er gesteht etwas Großes am Schluss: Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört, jetzt aber hat mein Auge dich gesehen.
Er hat eine echte Gottesbegegnung gehabt. Er fühlt Gott wieder!!!!!!
Darum gebe ich auf ,,, mich gerecht zu machen“  und tröste mich im Staub und in der Asche. (Hiob 42,5-6)

Übersetzt: Was am Ende mehr zählt als alles Verstehen und alles Recht zu bekommen ist der Trost im Leben und im Tod und die Gewissheit: Ich bin nie mehr allein.

Diesen Trost und diese Hoffnung hat auch Jerry Brown in seiner Gefängniszelle am Leben erhalten.
Der Gouverneur von Kalifornien, Jerry Brown, begnadigte Coley umgehend, als er von der Unschuld erfuhr. Der 70-Jährige verließ als freier Mann das Gefängnis. "Die Würde, mit der Herr Coley seine lange und ungerechte Inhaftierung ertragen hat, ist außergewöhnlich", heißt es im Begnadigungsschreiben des Gouverneurs. Die Ermittler äußerten zudem den Verdacht, dass Coley offensichtlich von dem Beamten, der damals für den Fall zuständig war, hereingelegt worden war. Jetzt gibt es nur noch eines zu tun: den wahren Mörder finden.
Er erhält 21 Millionen Dollar als Entschädigung für die lange Haft!! Was für eine Wendung. Auf dem Foto der Tageszeitungen ist ein strahlender Mann zu sehen!!
Er kann wieder aufrecht gehen, wie Hiob! und sagen wie Paulus und hoffentlich wie wir auch:  Allein Deine Gnade genügt! Deine Gnade ist Trost genug.

 Amen

 

 

 






 Predigt - 26. Mai 2019

 

 

Jesus Not: Ein Hindernis ihn zu finden: Ihr sucht falsch!

 

Predigt Johannes 5,39-47 

Ein schwieriger Text, der mir Mühe gemacht hat. Aber hören sie selbst.

39 Ihr sucht in den Schriften, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie sind's, die von mir zeugen;

 40 aber ihr wollt nicht zu mir kommen, dass ihr das Leben hättet.

 41 Ich nehme nicht Ehre von Menschen an;

 42 aber ich kenne euch, dass ihr nicht Gottes Liebe in euch habt.

 43 Ich bin gekommen in meines Vaters Namen, und ihr nehmt mich nicht an. Wenn ein anderer kommen wird in seinem eigenen Namen, den werdet ihr annehmen.

 44 Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander annehmt, und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, sucht ihr nicht?

 45 Meint nicht, dass ich euch vor dem Vater verklagen werde; der euch verklagt, ist Mose, auf den ihr hofft.

 46 Wenn ihr Mose glaubtet, so glaubtet ihr auch mir; denn er hat von mir geschrieben.

 47 Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?

 

Herr, segne unser Reden und Hören durch deinen Heiligen Geist. Amen

 

 

 

Es tut richtig weh. Es schmerzt abgelehnt zu werden. Es verletzt Gefühle. Jesus Gefühle sind im Auffuhr.“ Ihr sucht nach Erlösung, aber kommt nicht zu mir!“  Ihr sucht die Ehre nur bei den Menschen. Ihr studiert eifrig die heiligen Schriften und glaubt ihnen nicht. Ihr glaubt mir nicht und seid blind für die Wahrheit!“Harte Worte, die hier ein völlig frustrierter Jesus ausspricht gegen die jüdischen geistlichen Führern. Hier ist er wieder, der unbequeme, aber auch verletzte Jesus, der damit viel riskiert. 

Ich habe versucht, hinter seiner schroffen Absage an die jüdischen Schriftgelehrten, das aufzuspüren, was uns heute daran bewegen kann und will. Gestoßen bin ich dabei auf die Versuchung jedes frommen Lebens: Wissen über  Gott für den Glauben zu halten. Als ob Glaube eine Angelegenheit allein des Verstandes sei. Als ob Gott ein Buch sei. Geordnet, abgeschlossen, aufzuschlagen bei Bedarf und danach wieder bequem ins Bücherregal zu stellen. Nein, Gott ist kein Prinzip und keine Methode. Glaube will gefühlt sein, vor allem aber: gelebt. Mit Herz und Mund und Tat und Leben.

Ihr sucht in den Schriften, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie sind's, die von mir zeugen; 

40 aber ihr wollt nicht zu mir kommen, dass ihr das Leben hättet.

Moment mal: Hier outet Jesus sich und behauptet göttlichen Ursprung zu sein. Dann setzt er noch eins drauf:  Wer zu mir kommt und an mich glaubt, empfängt das wahre Leben!!!!!

Mich rütteln diese Worte Jesus auf, wer so spricht, muss entweder schizophrene Züge haben, ein Irrer, der therapiert werden muss oder tatsächlich Gott!! Wie kann man Jesus übersehen? Wie kann man sein Wirken begreifen? Wie kann man seine Worte überhören, wie kann man seine Wundertaten leugnen? Wie kann man seine göttliche Allmacht nicht anerkennen? Aber ist es nicht irrsinnig sich als Gottes Sohn zu bezeichnen? Ich bin es, den ihr sucht!!!-was für eine Aussage! Ende der Durchsage!

Geschichte: Galileo Galilei

Der große Philosophe und Astronom Galileo Galilei, der gesagt haben soll: „Und sie bewegt sich doch.“ Er hat damit die Erde gemeint. Für die Menschen zu seiner Zeit war das ein revolutionärer und anstößiger Satz. Ist dieser Galileo ein Irrer? Denn bisher hatte man gemeint, dass die Erde fest im All verankert sei und dass sich alles um die Erde dreht. Das war das anerkannte Weltbild! Bitte keinen Widerspruch!!

Nun kam da also dieser Galilei und behauptete einfach das Gegenteil: Die Erde dreht sich um die Sonne. Das Kopernikanische Weltbild war entstanden. Besonders in der Kirche führte dies zu einem Aufruhr, da diese Lehre nicht mit der Bibel vereinbar war. Die römischen Kirchenobersten verurteilten ihn wegen der Infragestellung ihrer Autorität zu lebenslanger Kerkerhaft. Dass er bei der Verurteilung den berühmten Satz „Und sie bewegt sich doch“ gesprochen hat, ist zwar eher unwahrscheinlich, aber doch eine nette Anekdote.

Wir leben in einer im Allgemeinen traditions- und werteorientierten Gesellschaft. Diese Traditionen und Werte sind über Jahrhunderte, wenn nicht gar Jahrtausende entstanden. Sie sind ein selbstverständlicher Teil unseres Lebens geworden. Was passiert nun, wenn gegen diese moralischen Instanzen verstoßen wird? - Es gibt einen großen Aufruhr, ein Sich-Aufbäumen gegen diese Ungehörigkeiten und manchmal sogar große Schlagzeilen in den Tageszeitungen - meistens zuerst in der mit den vielen großen Bildern...  
Genau dies ist doch scheinbar auch damals passiert, als Jesus zu den Menschen ging und ihnen sagte, dass er der Sohn Gottes, der erwartete Messias sei. Das hat die Welt auf den Kopf gestellt. Die jüdischen Würdenträger, zu denen Jesus in unserem Text spricht, wurden in wichtigen Punkten ihres Glaubens erschüttert. Und so regten sie sich natürlich über das maßlose Auftreten Jesu natürlich auf. Aber Achtung! Bevor er die Worte unseres Predigttextes gesprochen hatte, kam Jesus an den Teich Bethesda. Dort heilte er einen Gelähmten von seiner Behinderung und forderte ihn auf: „Stehe auf, nimm dein Bett und gehe hin!“ (Joh 5,8) Diese unfassbare glanzvolle Heilung für sich wäre vielleicht für die jüdische Obrigkeit ein Zeichen gewesen: „Das da, das ist der wahre Messias!“ Wer so ein Wunder tut, vor unseren Augen, kann nur ein Gott sein!!! Jesus wer bist du?

Dummerweise geschah diese Heilung aber am Sabbat – an dem heiligen Sabbat, der schon in den Zehn Geboten von Mose als Tag der Ruhe festgelegt ist. An diesem heiligen Tag kann es doch nicht erlaubt sein, jemanden zu heilen und auch nicht, ein Bett herumzutragen zu lassen. Welch Frevel gegen die Heilige Schrift, welch Frevel gegen Mose. Es ist Sabbat! Da kann doch so etwas nicht getan werden! Gotteslästerer!

Die jüdische Obrigkeit nimmt hier die Rolle der obersten Instanz ein, die entscheiden darf, wie die Schrift richtig gelesen wird. In dieses Schriftverständnis passen nicht solche Dinge wie Heilungen am Sabbat. Jesus ist für sie erledigt, ein Störfaktor. So darf ein Gott nicht handeln, sondern wie wir ihn machen und denken!!!Jesus stört!
Auch das Christentum muss sich immer auch selbst die Frage stellen: Setzen wir die Lehre Christi in der Welt so um, wie es auch Christus in unserer jeweils aktuellen Zeit getan hätte? Jesus versuchte immer wieder nah bei den Menschen zu sein. Er setzte sich mit deren Problemen auseinander. Er aß mit Zöllner, ging zu den Kranken und Ausgestoßenen. Ja, er kümmerte sich sogar um die Prostituierten. Ich glaube, dass es wichtig ist, dass wir Christen auch immer nahe bei den Menschen sind und die Liebe Gottes weitergeben.

Als eine Synodalin vor kurzem behauptete:“ Die beste Zeit der Kirche liegt noch vor ihr!“, gab es einen Shitstorm- einen Sturm der Entrüstung in den sozialen Medien und im Internet, der zum Teil mit beleidigenden Äußerungen einhergingen und betonten, dass es gegen alle wissenschaftlichen Annahmen spräche. Die Kirche sei erledigt!!

Studie prognostiziert deutschen Kirchen düstere Zukunft

www.faz.net/aktuell/politik/inland/studie-prognostiziert-deutschen-kirchen...

Eine Studie prognostiziert den beiden großen Kirchen in Deutschland eine düstere Zukunft – bis 2060 sollen sie die Hälfte an Mitgliedern und Finanzkraft verlieren.

Die Kirchen haben schon zu viel Zeit verloren, um die Zukunft des Christentums in Deutschland zumindest dort zum Besseren zu wenden, wo es in ihrer Macht steht 

Wissen sie nicht von dem Heiligen Geist, der auch heute noch wirkt und Menschen in Bewegung setzt? Von Jesus Botschaft, die keiner Prognose bedürft, sondern lebendig macht, wer von ihr erfasst wird. Grünen-Chef Robert Habeck hat sich selbst als einen "säkularen Christen"  bezeichnet. "Ich bin ein Zweifler, weil ich Glauben sehr ernst nehme", sagte er der "Zeit"-Beilage "Christ und Welt".Das Christentum habe ihn "tief geprägt". Er sei in einer sehr christlichen Familie aufgewachsen und habe Religion "theologisch immer ernst genommen", sagte Habeck. Vom Glauben an Gott habe er sich allerdings langsam entfernt - durch eine dauernde und ernsthafte Auseinandersetzung mit religiösen Fragen?!?!
Ich würde ihn gerne fragen: Was würde passieren, wenn es zu einer dauernden und  ernsthaften Auseinandersetzung mit Jesus gäbe? Wenn er Jesus einfach folgen würde?
Vom Glauben an Gott habe er sich allerdings langsam entfernt - durch eine dauernde und ernsthafte Auseinandersetzung mit religiösen Fragen?!?!

-        Das ist doch genau der Vorwurf Jesu an die führenden Juden. „Ihr sucht mich nicht, sondern studiert nur die Schriften! 
So geht es auch heute vielen: Sie beschäftigen sich dauernd und ernsthaft mit religiösen Fragen. Kommen zu dem Schluss, dass die christlichen Werte wichtig sind, aber Jesus dem Ursprung dieser großartigen Werte wollen sie nicht!! Lehnen ihn ab. Jesus ist zu unbequem! Was aber passiert, erlebe ich wenn ich Jesus ernst nehme und an ihn glaube und nach seinem Willen für mich frage:  Ich werde berührt und verändert, liebevoller, entschlossen das Gute zu tun gegen alle Widerstände. Menschen erleben Gottes Erfahrungen.

Ein mir sehr bekannter 60-jähriger homosexueller herzensguter Mann ruft mich letztes Wochenende an. Er ist in der geschlossenen Psychiatrie. Er hat sich in Neusäss auf die Gleise gelegt mit einem Kreuz in der Hand. Der einfahrende Zug konnte gerade rechtzeitig stoppen. Er sei schwer depressiv und am Leben verzweifelt. Gott hat ihn verlassen. Nur Stunden später sitze ich ihm gegenüber und rede mit ihm. Versuche zu begreifen, bin schockiert. Sein Leben so wegzuwerfen….Dann höre eine große Geschichte, die mich ermutigt. Er ist nicht mehr so niedergeschlagen, sagt der lebensmüde Mann, denn ein Polizist war beim ihm. Er musste ihm mitteilen, dass gegen ihn ein Strafverfahren eingeleitet wird wegen gefährlichen Eingriffes in den Bahn-Verkehr. Am Ende der Vernehmung fragt der Polizist plötzlich ihn, ob er für ihn beten soll? Er war völlig verwundert und habe genickt. Der Polizist betete ein Segensgebet für ihn und umarmte ihn am Schluss!!!!! Das erzählt er mir mit Tränen in den Augen. Gott hat diesen Werner nie verlassen. Jesus ist da. -Da hat ein Polizist Jesus ernst genommen und ist aus seiner aus der Rolle gefallen und wurde zum Segen!!!
Oder-
"Du bist ein Mann, den Gott zu uns geschickt hat!“ Was spüren diese Menschen an mir, was sehen syrische Familien in mir, dass es zu so einer Aussage kommt? Die Liebe Gottes??auch zu ihnen.  

Sich um andere Menschen annehmen und kümmern, sich aufopferungsvoll um kranke Angehörige sorgen, andere trösten, andere helfen.  – Das ist doch das, was Jesu von uns erhofft. Hier sind wir seine Zeugen in Wort und Tat. Dass ich nun 37 Krankenpfleger bin, hat auch mit dieser Begegnung mit Jesus zu tun.

Ich kann durch eine dauernde und ernsthafte Auseinandersetzung mit religiösen Fragen Gott aus den Augen verlieren oder den Glauben einfach wagen!
„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ (Joh 14,6) – so sagt es Jesus an einer anderen Stelle im Johannesevangelium. Oder auch ganz in der Nähe unseres Predigttextes: „Wer an mich glaubt, der hat das ewige Leben.“ (Joh 6,47)

-Aber ihr wollt nicht zu mir kommen, dass ihr das Leben hättet! klagt Jesus über seine Mitjuden.
Das liebe Zuhörer, soll Jesu über uns nicht sagen! Wir wollen zu Jesus kommen, seiner Einladung zum Leben folgen.
Dann werden wir lebenslang zu lernen haben: Gott ist kein Prinzip, keine Schrift und kein Buch - der Glaube führt uns nicht in die Studierstube, sondern in die Weite dieses wunderbaren, immer auch bedrohten Lebens. Dort schreibt Gott seine Geschichten. Auch mit und durch uns.

 

 

 

Amen

 

 






Wer bittet, der empfängt!               Johannes 16,23b-28(29-32)33                                                                                      

Liebe Gemeinde 

Wann haben Sie, hast Du, zuletzt gebetet? War es ein Stoßgebet zum Himmel, ein Dankgebet, ein Zwiegespräch, ein verzagtes Gebet?                                                                                                                                                                                                                                                                              Ein Gemeinschaftsgebet oder ganz persönliches Gebet. Ein Abendgebet, ein Krankengebet, ein Gebet in einer schwierigen Situation, vor eine Prüfung oder einem Arztbesuch mit der Angst vor einer bestimmten Diagnose. Das kürzeste Gebet?  ­-> Herr hilf mir!!

Ich denke zurück, an unsere Israelreise im Feb. 2019 mit unserer Gemeinde.

Die Klagemauer in Jerusalem war für mich einer der Höhepunkte dieser Reise. Ich stand vor dieser hohen denkwürdigen Mauer und war umringt von unzähligen männlichen Juden, die andächtig oder laut, oder singend und in Bewegung wippend Gebete formulierten. In jeder noch so kleinsten Ritze dieses Mauerwerkes, fanden sich kleine Zettel: Gebete!

Jesus hat etwas Erstaunliches, etwas Ungeheuerliches zu sagen über das Gebet. In seiner Abschiedsrede vor seiner grausamen Kreuzigung, nimmt er seine Jünger in den Kreis: Bitte hört mir gut zu: Es ist das Wichtigste, was ich zum Abschied loswerden muss:

 Johannes 16,23b-28(29-32)33

23 Und an jenem Tage werdet ihr mich nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er's euch geben.

24 Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr empfangen, auf dass eure Freude vollkommen sei.

25 Das habe ich euch in Bildern gesagt. Es kommt die Stunde, da ich nicht mehr in Bildern mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater.

26 An jenem Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde;

27 denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich liebt und glaubt, dass ich von Gott ausgegangen bin.

28 Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.

33 Dies habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

Herr, segne unser Reden und Hören durch deinen Heiligen Geist. Amen.

 

Liebe Gemeinde,

trauen wir Gott eigentlich noch zu, dass er eingreift? Dass er unsere Gebete nicht nur hört, sondern dass er unsere Bitten auch erhört?

Jesus spricht hier von einem wunderbaren Vorrecht:

Wir können mit Gott reden. Direkt zu ihm kommen. Keine Vorzimmerdame, kein Wartezimmer, kein Besetztzeichen. Kein „please hold the line“, bis wir schließlich genervt und frustriert aufgeben.                              

Gott ist nur ein Gebet weit weg. Beten ist ein riesengroßes Vorrecht!

Gebet setzt etwas Großes voraus: Es setzt voraus, dass da einer da ist der uns hört!!!! Ein Gott, der mit uns im Dialog steht, der uns wahrnimmt, dem wir uns anvertrauen dürfen. Beten setzt eine Beziehung voraus. Beten ist Gespräch mit einem großen Schöpfer. Gott wird damit angesprochen. Beziehung: Nie einseitig, und schon gar nicht endet das Gebet an der Decke. Da ist einer der hört!!!!!!

Das berühmteste Gebet der Bibel ist sicher das Vaterunser, dass uns Jesus gelehrt hat. Jesus ist ein Beter!

Der heutige Sonntag trägt den Namen „Rogate“, das heißt „Betet“. Ein Befehl? Eine Aufforderung? Nein- Eine Einladung! Mehr nicht. Es wird nichts von Vorleistungen, von Formulierungen, von Gefühlszuständen oder Körperhaltung gesagt. Nichts von Glauben oder Unglauben, sondern schlicht und einfach gesagt „Betet!“ „Sprecht mit Gott“. Kann man das so einfach sagen?

Ja! Man kann es, weil Jesus es konnte und dazu ermutigt.

 

Das Johannesevangelium erzählt lang von dem Abschied zwischen Jesus und seinen Jüngern. Abschiede kennen wir: Am Bahnhof oder Flughafen, vielleicht sogar am Sterbebett. Da überlegt man, was man noch sagen soll und will: „Pass auf dich auf“, „Ruf mich an“ oder „Ich liebe dich“. Je nachdem, ob ein Abschied kurz, lang oder für immer ist, überlegt man sich: Was will ich dem andern noch mitgeben?

(Zeitung-Abschiedsrede Oberhirte Konrad Zdarsa -Bischof rüffelt Bischöfe!!“)

 

Und Jesus? Er verabschiedet sich von seinen Jüngern. Und das, was er ihnen sozusagen als Testament hinterlässt, ist kein Rüffel, sondern eine Ermunterung zum Gebet. Das Gebet, dieses neue Gebet in meinem Namen, an den Vater soll den Jüngern im Leben helfen.

Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er es euch geben. Bittet, so werdet ihr nehmen, dass eure Freude vollkommen wird.

Ein sehr mutiger Satz, denn wir alle haben es bereits erlebt, dass Gott nicht all unsere Gebete erhört.

Und es ist enttäuschend und frustrierend, wenn Gott dann nicht antwortet und nicht helfend einschreitet, wenn die Not am größten scheint. Wieso heilt er das krebskranke Kind nicht? Wieso kehrt nicht endlich Frieden ein in den ganzen Kriegsgebieten?

Hat also Jesus völlig übertrieben, wenn er gesagt hat: Bittet so, wird euch gegeben?

Was bedeutet es also „in Jesu Namen“ zu beten? Ich stelle mir das so vor: Ich lasse mich auf Gott ein, auf eine Begegnung, ein Gespräch. Ja, ich bringe meine Anliegen vor Gott, ich trage sie manchmal sehr vehement zu ihm. Aber dann, dann versuche ich von mir weg zu sehen. Hin zu ihm. Hin auf ihn. Wie sieht er die Dinge? Was meint er dazu? Ich werde still. Ich höre.

Ich weiß meine Absicht, wie es laufen sollte, beinhaltet auch immer den Irrtum. Irre ich mich vielleicht, wenn ich so bete und an dem festhalten will? Hat Gott einen besseren Plan und Lösung?

Ich poche nicht auf das Meine, als die einzig richtige Lösung. Ich vertraue ihm. Ich lasse los. Ich lasse mich berühren von seinem Geist. Erfüllen mit seiner Energie. Rechne mit seiner Liebe. Mit seiner Erkenntnis. Ich fasse Mut, dass Gott mich auch anders führen darf, dass die Erhörung andere Richtung annimmt. Ich lasse mich fallen – in seine Hand. Ich bin geborgen und bete: „Nicht mein Wille, Herr, sondern dein Wille geschehe“.

 

Meine Bibel ist voll mit geschriebenen Gebeten. Zahllose Bittgebete, Stoßgebete, verzweifelte Gebete für andere Menschen, für meine Arbeit und für mich. Seit 30 Jahren. Wenn ich jetzt darin lese, ist es sehr erstaunlich, viele Bitten sich erfüllt haben, oft anders, oft unerträglich langsam, manche sind noch offen und bewegen mich. Mittlerweilen finden sich schon unzählige Dankgebete darin. Dank für Adoptiv-Kinder, Dank für die Arbeitsstelle für unseren Sohn, Dank für unsere Gemeinde, Dank für die Heilung meiner Schwiegermutter vom Krebs, Dank für gesunde Enkelkinder, Dank, dass ich bei einem sehr belastenden Mobbing gegen mich vor 10 Jahren, nicht zerbrochen bin, sondern gestärkt aus dieser beruflichen Krise gekommen bin.

In manchen Bittgebeten habe ich mich geirrt: Menschen irren, aber Gott? Irrt sich Gott, wenn er ein Gebet nicht so erhört, wie ich es mir wünsche?

Selbst Jesus bittet: Herr lass den Kelch an mir vorüber gehen, wenn es geht? Mein Gott, warum hast Du mich verlassen? -Pure Ohnmacht!!!

Ist dieses Gebet erhört worden?

Das Gebet ist nicht so erhört worden. Jesus musste den bitteren Kelch trinken, aber Jesus sich nicht geirrt in Gott? Nein, er hat sich trotzdem ganz in Gottes Händen gelegt: Nicht mein Wille, Herr, sondern dein Wille geschehe“ und erlebt wie er am Ende erhöht wurde

Manchmal entdecke ich in mir die Frage: Warum betest du eigentlich so wenig? Wieso nimmst du dieses Vorrecht und die Einladung so wenig in Anspruch. Bist zu behäbig, zu müde zum Beten, zu beschäftigt? Warum sollte sich Gott für meine Gebete und Bitten interessieren? Will Gott wirklich gebeten werden? Welchen Grund dafür gibt es?

In der Abschiedsrede fällt ein sofort ein Wort auf:

Jesus sagt: 27 denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich liebt und glaubt, dass ich von Gott ausgegangen bin.

Das ist also die Grundlage: Weil wir Jesus lieben und an ihn glauben, stehen wir sozusagen in einer Liebesbeziehung zu Gott. Mein Vater hat euch lieb !!!!!!!. Und wer liebt, - sucht und will das Beste für den anderen!!

Deswegen lasst wir uns darin mutig werden: Wer bittet , der empfängt

Umkehrschluss: Wer nicht bittet, empfängt nicht!!

 

In einem Dorf im amerikanischen mittleren Westen hat es sich zugetragen. Dort herrschte eine schwere Dürre.

Was also taten die Einwohner dieses Landstriches? Sie baten Gott in einem eindringlichen Fürbittgottesdienst um Regen.

Und so etwas macht man ja nicht allein, sondern am besten gemeinsam mit vielen anderen, weshalb sie auch in der ganzen Gegend zu diesem speziellen Gottesdienst einluden.

Jetzt endlich musste der barmherzige Gott helfen. Das wollten und mussten sie alle miteinander von tiefsten Herzen erbitten. Und so strömten die Menschen von weit her zusammen, um für Regen zu beten.

Was den Gottesdienstbesuchern damals auffiel, das war ein kleiner Junge, der in der Hitze ebenfalls auf dem langen und staubigen Weg zur Kirche war. Das Besondere an ihm war, dass er als einziger Gottesdienstbesucher – einen Regenschirm mit sich schleppte. Und als er die verwundert fragenden Blicke der anderen Gottesdienstbesucher sah, da antwortete er ganz treuherzig: „Wir beten doch um Regen.“

Bittet, so werdet ihr empfangen, auf dass eure Freude vollkommen sei.

Amen

 

Aktion Ziegelstein-Klagemauer- Zettel -eine Bitte

 

 

 

 








Vom Irrtum (Impulsfreizeit 2018)



Irren ist menschlich (göttlich)


Ein alter Irrtum hat mehr Freunde, als einen neue Wahrheit

Ein Irrtum ist umso gefährlicher, je mehr Wahrheit er enthält.
Henri Frédéric Amiel


Man lebt so lange im Irrtum, wie man unbeirrbar ist.
Beat Läufer

Betrachte den Irrtum als einen Wegweiser zum Richtigen.
Elisabeth Hablé



 

Irrtum-Was ist das?

Wo gab es Irrtümer in der Welt: Präsident Trump: Es gibt keine Erderwärmung! 

 

1.     In der Weltgeschichte - größte Irrtümer Tausendjährige Reich, Internet, Brexit ?

       2.     Wo habe ich mich geirrt-zu meinen Vor- oder Nachteil?-
      3.     Gibt es das: Irrtum ausgeschlossen?
      4.     Wir behandeln die Falschen- unser Problem sind die Normalen-
      5.     Zeitungsartikel zum Thema Irrtum. (Trainer irrte sich in der Aufstellung)

Erklärung: Irrtum: Mangel an Urteilskraft, fälsch für richtig gehaltener Gedanke, falsche Vorstellung, Handlungsweise, falsche Annahme, oder Meinung

 Ja es gibt sie: Die wissenschaftliche Irrtümer oder den Justizirrtum,usw.

  • Erste Werke der Irrtumsliteratur: Niemand hat Kolumbus ausgelacht DTY-Taschenbuch 1991    
  • Lexikon der Rechtsirrtümer (Ullstein-Verlag)                                                                                    
  • Medizin-Irrtümer Werner Bartels Frankfurt 2006                                                                               Lexikon der Sex-Irrtümer -500 Intime Richtigstellungen von Aufklärung und bis Zungenkuss- Eichborn Verlag 2003                                                                                                                      
  • Die größten Fitnesslügen -Irrtümer 50 gängigsten Irrtümer für Sport und Ernährung Krenn Verlag
  • 1000 größten Irrtümer aller Zeiten-Weltbild-Verlag Augsburg 2007

Biblische Irrtümer im AT und NT                                                    

  • Jesus am Kreuz: Warum hast Du mich ( Gott) verlassen? (Habe ich mich geirrt in Gott?) Jesus irrt sich, Gott hat ihn nie verlassen.
  • Jesus zu der kananitischen Frau: Ich habe noch nie solch ein Glauben gesehen (Es war ein Irrtum zu glauben, dass Heiden nicht glauben)
  • Gott: Nie wieder soll eine Sintflut alles Leben zerstören! (Gott reute es und gab damit zu, dass er sich geirrt hat.
  • Eva hat sich geirrt und den Apfel gegessen. Keine All-Macht, sondern Vertreibung. Hat Gott sich in den Menschen geirrt.  

Lob des Irrtums : Es gibt ohne Fehler keinen Fortschritt.  
Der Irtum gehört zum Leben. Wir oft habe ich mich geirrt, bin enttäuscht worden oder überrascht von Wendungen oder Lösungen. Da hielt ich im Gebet fest in meiner Vorstellung, um dann dann festzustellen, ich habe mich geirrt in einer Überzeugung oder Ansicht. Es gehört zum Lernen dazu. In den wichtigsten Entscheidungen habe ich mich offentsichtlich nicht geiirt:
Die Entscheidung diese Frau zu heiraten (33 Jahre glücklich mir ihr) oder Adoptivkinder anzunehmen (Großartige Kinder!) oder einen neuen Beruf zu erlernen. (Krankenpfleger)
Ich bin glücklich in meiner Kirchengemeinde und die Entscheidung eine Helferkreis für Geflüchtete im Jahr 2015 zu gründen ist ein wichtiger Baustein in meinem christlichem Leben und ist kein Irrtum.
Irrtümer gibt es auch: Auf eine bestimmte Station als Stationsleiter zu wechseln, habe ich sehr bereut. Nach fast 6 Jahren gab ich die Stelle wegen Mobbing, fehlender Unterstützung und Mißerfolge auf. Jetzt einige Jahre später blicke ich zurück und erkenne, dass ich auch in diesem Irrtum viel Positives gelernt habe. Ich bin als Mensch und Krankenpfleger gereift, bin gescheitert, aber nicht zerbrochen. Kann auf wertvolle Begegnungen und großartige Kollegen zurückblicken. Es war vielleicht doch kein Irrtum? Ich bin heute dankbar, auch über die schmerzlichen Erfahrungen, die mich vorsichtiger und mißtrauischer gemacht haben, aber auch empathischer. Kann Menschen mit ähnlicher Erfahrungen verstehen und trösten.
Heute arbeite ich wieder als normaler Krankenpfleger und bin mehr als zufrieden.  Es war absolut kein Irrtum einen beruflichen Schritt zurück zu machen und die Stationsleiterstelle aufzugeben. So kann ich im "Haifischbecken" Krankenhaus gut überleben. Lieber glücklich ohne Leitung, als unglücklich als Leitung. Oder irre ich mich vielleicht?

 



Mein Gottesbild – lässt auch das zu, das Gott auch das Übel schaftt?


JES 45.7…
6auf daß man erfahre, von der Sonne Aufgang und der Sonne Niedergang, daß außer mir keiner sei. Ich bin der HERR, und keiner mehr; 7der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe das Übel. Ich bin der HERR, der solches alles tut.


Jesaja 31:2
Er aber ist weise und bringt Unglück herzu und wendet seine Worte nicht, sondern wird sich aufmachen wider das Haus der Bösen und wider die Hilfe der Übeltäter.

Klagelieder 3:38
und daß nicht Böses und Gutes komme aus dem Munde des Allerhöchsten?

Amos 3:6
Bläst man auch die Posaune in einer Stadt, daß sich das Volk davor nicht entsetze? Ist auch ein Unglück in der Stadt, daß der HERR nicht tue?

Es wäre doch so einfach. Es wäre doch so eine schöne einfache Vorstellung, wenn die Welt aufgeteilt wäre in Gut und Böse, und wenn die guten Dinge von einer guten Macht und die bösen Dinge von einer bösen Macht kämen. Dann könnte ich ganz einfach von der guten Macht alle guten Dinge erbitten, die ich so brauche, und der bösen Macht für alles Böse, was mir geschieht, böse sein. Es wäre doch so einfach.

Genau so funktionieren viele Geschichten, die wir aus dem Kino kennen. Die Guten kämpfen gegen die Bösen, die Guten sind gewöhnlich ein paar wenige tolle Krieger, die Bösen sind eine riesige Armee von richtig fiesen Gestalten, und am Ende gewinnen doch die Guten. Und ich gehe fröhlich und zufrieden aus dem Kino nach Hause.

Und auch viele Religionen funktionieren so. Zum Beispiel die Götterwelt der antiken Babylonier, unter denen die Israeliten damals, zu Jesajas Zeiten, lebten. Da gibt es gute Götter und böse Götter, die gegeneinander kämpfen. Da muss man den guten Göttern Opfer bringen, damit sie die Menschen mit Gutem versorgen, und den bösen Göttern muss man noch mehr Opfer bringen, damit sie die Menschen mit ihrem Bösen verschonen. Wer hier am Ende gewinnt? Tja, man weiß es nicht.

Und das ist genau das Problem. Diese Art von Glauben, von Weltanschauung, mag ja einfach sein. Gut und Böse wären schön sortiert, ich wüsste genau, wem ich für das Gute dankbar sein darf und auf wen ich böse sein darf, wenn mir Böses zustößt. Bloß wäre dann mein Gott immer nur einer von mehreren. Der gute Gott hätte nicht alles im Griff. Auf das Reich der bösen Macht hätte er keinen Zugriff. Er wäre nicht allmächtig.

Der Gott der Israeliten ist aber anders. Er ist tatsächlich allmächtig, und das heißt eben, dass er nicht nur der Gott ist, der Licht macht, das Helle, das Gute und das Schöne, sondern dass er auch Finsternis schafft, Dunkles und Unheimliches. Bei Jesaja heißt es von Gott: „Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. Ich bin der HERR, der dies alles tut.

Der Gott der Israeliten, der ja auch mein Gott ist, wenn ich Christ bin, bringt nicht nur Frieden. Sondern er ist tatsächlich auch der Schöpfer des Unheils. Er ist der Herr von allem, was es gibt, sei es gut oder schlecht, und außer ihm gibt es keinen anderen Gott und keine andere Macht, die ihm nur annähernd ebenbürtig wäre. Das ist eine gewaltige Aussage. Und natürlich auch eine schwierige.

Denn wie kann es sein, dass mein guter Gott Unheil schafft? Wie kann ich an einen solchen Gott glauben, der es nicht nur zulässt, dass Kriege, Unfälle, Katastrophen und die ganze Palette an bösen Dingen geschehen – nein, der auch selbst da ans Werk geht? Wie soll das gehen?

An diesem Punkt hört das christliche Weltbild auf, wohlgeordnet zu sein. Die einfache Einordnung in gute und böse Mächte klappt im Christentum nicht. Der christliche Gott ist keiner, der einfach zu verstehen ist. Das hat er auch nirgends von sich behauptet. Dieser Gott tut immer wieder Dinge, die ich nicht verstehe und die mein Weltbild sprengen. Er lässt Dinge geschehen, die für mich keinen Sinn ergeben, die mir sogar weh tun. Er hat nicht nur die guten Dinge und die schönen Seiten meines Lebens unter seiner Gewalt. Sondern auch die bösen, die schlimmen Seiten.

Und ich glaube, genau hier liegt ein großes Geheimnis. Ich verstehe oft nicht, was Gott tut. Aber ich weiß, dass er es ist, der es tut. Was auch immer an Schlimmem passiert: Es ist kein Zeichen dafür, dass Gott die Kontrolle verloren hat, dass ihm irgendetwas aus der Hand geglitten ist. Und ich verstehe vielleicht nicht, was Gott tut, vielleicht bin ich wütend auf ihn und will ihn anschreien. Aber ich weiß immerhin, an wen ich meinen Zorn und alle meine Fragen richten kann. Und ich weiß, dass ich eines Tages, sehr viel später, vielleicht auch erst in dem Leben, das ich bei ihm verbringen werde, darauf auch eine Antwort bekomme.

 






Impulsreferat KV-Wochenende in St. Ottilien Feb.2019

Stark in stürmischen Zeiten von Amseln Grün und Bode Janssen                                                    Die Kunst sich selbst und andere zu führen.

Aus dem Buch: „Stark  in stürmischen Zeiten“

Willst du den Ruf mehren, so mehre den Ruf anderer

Willst du deine Verdienste vergrößern, so vergrößere die der anderen,

willst du Vorteile haben, so vergrößere die der anderen,

auf diese Weise wird das Mitgefühl kultiviert                                                                                                                                                -Zhang Sanfeng

Buch von einem Unternehmer und Pater

Bodo Janssen: die stille Revolution: ww.der-upsstalsboom-weg.de- Führen mit Sinn und Menschlichkeit. Sein Erwachen war, dass er als Chef in einer Mitarbeiterumfrage in seinem Unternehmen, die schlechteste Führungsnoten bekam. Seine Mitarbeiter sich nicht mit den Zielen der Firma nicht mehr identifizierten. Es gab Konflikte, es gab Umstrukturierungen, es gab betriebsbedingte Entlassungen. Obwohl das Unternehmen finanziell sehr gut da stand, hatten nicht wenige schon gekündigt, innerlich gekündigt und wollten den Weg nicht mitgehen.

Es kommt langsam zu einem Kulturwandel in der Arbeitswelt. Viele Führungskräfte denken um. Wozu macht es Sinn sich einzusetzen? Als Mensch nicht nur als Unternehmer?

Nicht das Kapital , sondern der jeder einzelne Mensch ist der wahre Wert!! Wenn sie sich wohlfühlen, ernstgenommen werden, sind sie motiviert und ehrlich, kreativ bei Lösungen.

Negative Beispiele: Audi und VW-unter Druck wird gelogen – Diesel-Schummeleien und Betrug -Was ist in dieser Unternehmenskultur schief gelaufen? Ausbeutung?  Macherhalt?  

So ist Bodo Jansen auf Amseln Grün gestoßen und sie sind zusammen den Weg gelaufen-                                    
Die stille Revolution- ist das Ergebnis davon- Ein Kulturwandel in der Unternehmerwelt- Werteschöpfung- Nachhaltigkeit- Weg von dem Ausbeutungsprinzip

Kirche stellt sich immer mehr  als ein Unternehmen vor. Was ist das Wertvollste in diesem Unternehmen?
Der wichtigste Gedanke: Auch ich muss mich gut führen, damit ich andere selbst klug führen kann.

Beispiel Krankenpflege: Wer pflegt die Pflegende? Auch ich muss mich selbst klug pflegen, um andere pflegen zu können. Ich hielt bei einem Vortrag im ZK  zum Thema Demenz. Demenzerkrankte brauchen viel Pflege. Alles klar , aber wer pflegt die Pflegenden? Wir Pflegende werden im Stich gelassen. Das war mein Schlusswort. Ich erhielt Lob und Kritik über diese Aussage. Der Vortrag liegt 8 Jahre zurück,  die Führenden haben ihn nicht gehört. Noch nie ging es den Pflegenden  in den Altenheimen und Krankenhäusern so schlecht, so missverstanden, ihre Arbeit wird nicht gewürdigt. Man redet von harten Entscheidungen aus Unternehmungsebene, die MA werden nicht mit eingebunden, Stellen gestrichen, nicht ersetzt. Die Umstrukturierungswut nimmt kein Ende. Leistungsbringer sind nur die Ärzte, die Pflegenden fühlen sich allein gelassen- Viele Born-out Erkrankte ist der traurige Pflegealltag!  Der Pflegenotstand ist Hausgemacht!!

Der schlimmste Vorwurf : Wir werden nicht mehr menschlich geführt!! Eine erschreckende Studie  spricht von einem neuen Phänomenen: Eingefrorene Emotionen bei dem Pflegepersonal, eine gewisse Kälte Patienten und Angehörigen gegenüber.  (Das Mitgefühl lässt nach!!)

Kann das uns in der Kirche mit unseren Mitarbeitern auch passieren? Sind wir als Kirchenvorstand da auch gefordert unsere Gemeindekultur – und Führungskultur zu bedenken?

Wird der einzelne Mensch gesehen, wir definieren wir Führung? Identifizieren sich Menschen mit der Kirche Auferstehungskirche? Stellen Menschen mit Freuden ihr Arbeitskraft zur Verfügung? Können sie ihre Seele mitbringen. Wie sagt Amseln Grün: Gehen sie von uns aufgerichtet? 

Die Fragen?

Was möchtest du in der Auferstehung den Menschen geben?                                                                         
Habe ich Hoffnung und gibst du Hoffnung auf ein gutes Leben?                                                                    
Fühlen sich Menschen in unserer Kirche verstanden?                                                                                            
 
Darf ich mich auch in meiner Wahrheit zeigen, oder darf ich mich nur die guten Seiten von mir präsentieren? Muss ich Rollen spielen und mich sonst verstecken?

Um mich selbst klug zu führen , gibt es drei Fragen:

1.Kennst du dich selbst, hast du den Mut dich selbst kennenzulernen?

2. Wie reagierst du auf MA? Was für Emotionen steigen da bei dir auf? Was sagt das über dich aus?

3. Bist du bereit , dich beim Führen selbst immer wieder zu reflektieren und dich dabei begleiten zu lassen.

 

Amseln Grün: Über die Führung

1.      Führen kann ich nur, wenn man der eigenen Seele begegnet.

Ich muss mit meiner eigenen Seele in Berührung kommen. Zeiten der Stille, der inneren Einkehr finden. Nicht hetzen lassen- Wer hektisch ist, der kann nicht führen, dass geht nur aus der Ruhe heraus. Wort „ hetzen“ mitteldeutsch -bedeutet eigentlich hassen-feindselige Stimmung und Emotionen gegen jemanden oder etwas zu erzeugen.  Wer so lebt, kann in den anderen nichts erwecken.

 

2.      Die Ruhe finde ich nur, wenn ich die ganzen eigene Wahrheit zulasse

Jesus sagt: Die Wahrheit wird euch freimachen. Es ist die Ahnung, dass ich vielleicht an mir vorbei lebe. Bestimmte Gefühle nicht hochkommen dürfen. Was habe ich für Gedanken, und Bedürfnisse? Welche Schattenseiten beunruhigen mich?  Was kommt alles hoch? Aber nur wenn ich meine Wahrheit nicht bewerte, kann ich ruhig werden. Für mich ist Gott eine Hilfe ruhig zu werden, denn Gott liebt mich bedingungslos, egal  was für Unzulänglichkeiten hochkommen, ich bin ganz und gar angenommen

 

3.      Ständige Erreichbarkeit ist das größte Hindernis zu Ruhe zu kommen

Auf der Suche nach dem inneren Gold: Ritual der Türschließung!

Amseln Grün sagt: Rituale schließen Türen und öffnen die Türen, ich muss die Tür der Arbeit schließen, damit ich die Tür der Familie aufgeht. Die Familie erkennt sofort, ob ich die Tür der Arbeit geschlossen habe oder nicht. Die Kinder werden unruhig, sie spüren ich bin noch in der Arbeit.

 

4.      Innerer Halt- innere Haltung -innehalten. Wenn ich anhalte, werde ich Haltungen entdecken, die mir Halt geben. Ich werde in mir Haltungen finden, die mir auch die Kraft geben, etwas zu gestalten. Innere Sicherheit. Wenn ich innere Haltung habe, habe ich Stehvermögen, einen Standpunkt haben. Ich würdige mich selbst und die Auferstehungskirche so, wie sie geworden ist.  Geheimnis: Nur was ich würdige, kann sich verwandeln.

 

5.      Druckfrei- Wenn ich ein Mensch bin, einfach bin, ohne Druck, mich ständig beweisen zu müssen, geht von mir etwas Angenehmen aus. Die Menschen erlauben sich dann in meiner Nähe auch, sie selbst zu sein.

 

6.      Das Wissen, das unsre Auferstehungskirche in etwas Größeres eingebunden ist, erweitert den Blick und schafft Ruhe. Wenn wir eingebunden sind in etwas, was uns verbindet, in Gott und seinem Wirken, gibt das auch Gelassenheit und Verbundenheit. Wir brauchen diese Angebundenheit an Gott , um aus der inneren Ruhe heraus die Wege zu finden, die für Auferstehungskirche und ihre Arbeit stimmig sind.

 

7.      Ohne Vision geht nichts- wenn es eine gute Vision ist.

Die erste Voraussetzung, dass die Vision zum Segen für die Auferstehungskirche wird, ist die die innere Ausgeglichenheit derer, die die Vision entwickeln.

Weise sein- Weisheit: sapiens, – sapere  =schmecken- Weise ist also der, der sich selbst schmecken, der sich selbst annehmen kann , im Einklang mit sich selbst ist.                                  

Und weiser ist ein Mensch, der tiefer schaut.

Die zweite Voraussetzung, eine gute Vision zu entwickeln, ist die Liebe zu den Menschen. Klingt fromm? Aber wenn die Vision nur den eigenen Ehrgeiz befriedigt, wird sie den MA nicht motivieren. Ich kann Menschen nicht führen, wenn ich sie nicht mag. Wohlwollen gegenüber Menschen und um die Lust mit ihnen gern zusammenarbeiten zu wollen.

Die dritte Voraussetzung: Kreativ sein. Beispiel Kinder- Kinder die sich verbunden fühlen, also verlässliche Bindungen erleben, fühlen sich geliebt fühlen, spielen und sind kreativ.

 

Achtung: Vision ist keineswegs mit Erfolg gleichzusetzen!

Vision von Benedikt: Es ist die Vision vom Hause Gottes: Niemand soll verwirrt oder traurig werden im Hause Gottes. RB31.19. Das klingt bescheiden. Aber es ist eine Vision von einer Gemeinschaft, in der niemand traurig oder verwirrt wird. Traurigkeit entsteht, wenn der Mensch nicht wahrgenommen wird. Verwirrung ist immer ein Zeichen, dass unklar geführt wird.

OFFEN sein für Gott und ein Gespür für die Seele der Mitarbeiter haben, für das was sie wirklich in ihrem Herzen bewegt. Wenn MA kommen und nur ihre Leistung bringen, aber ihre Seele draußen bleibt, fehlt das Wesentliche. Seeelenlose Gemeinde?

Menschen aufrichten, leben wecken, Menschen dienen.

Erfolg ist es, wenn eine Gemeinschaft lebendig bleibt.                                             


Wenn sie verbunden bleiben möchten, Wenn sie etwas finden, dass sie nur hier finden.

Orientierung geben- ein Ort wo Vergebung gelebt wird.

Wenn in zerbrochenen Menschen etwas aufbrechen darf. „Aufgebrochene Menschen“

 

 

Dann sind wir als Leitung auf den richtigen Weg.

Herbert Niedermirtl





Herzerweiterung Grußwort zur Konfirmation 2019

 

Liebe Ex-Konfirmandinnen, liebe Ex-Konfirmanden, liebe Eltern, liebe Geschwister, Verwandte und Freunde

Das Projekt und Abenteuer Konfirmation ist mit dem heutigen Tag beendet.
Ein großer Tag für Euch und für die Gemeinde:

Wir haben gestaunt über euch, wie ernst und fröhlich ihr diese Zeit genommen habt. Ich weiß, dass ihr unseren Pfarrern und Jugendleitern viel  Freude gemacht habt. Es war ihnen ein Vergnügen mit euch Zeit zu verbringen auf dem KonfiCamp und auf den Konfisamstagen , um mit euch Glaubensschritte zu wagen, gemeinsam Antworten zu suchen und mehr diesen unglaublichen Jesus auf die Spur zu kommen.

Gaube heißt „nicht Wissen“, sagt man-ich übersetze das anders, gerade weil ich mehr wissen will und tiefer sehen und verstehen will, darum glaube ich.

Bei der Konfirmation geht es immer um eine Herzweiterung. Ihr habt für Gott euer Herz nicht verengt, sondern erweitert, euer Herz geöffnet und es hier bekräftigt: Ja wir wollen mit diesen Jesus vertrauensvoll weitergehen!

Dieser Glaubensweg geht weiter, spannend , aufregend, fröhlich, manchmal stotternd, manchmal mühsam, aber ich bin mir sicher- immer gesegnet.

Das Großartige ist: Ihr geht diesen Weg nicht allein. Hinter dir und vor dir steht Gott mit offenen Händen, der auch für dich sein Herz ganz groß erweitert hat. Das Herz Jesus hat genug Platz für Deine ganzen Fragen, allen Sorgen, manche Tränen, Nöte, Ärger und Freuden. Er hat dich mit seiner voller Liebe in sein Herz geschlossen, er wird dich treu begleiten. Er wird es nie verschlossen sein für dich!

 

Und das zweite Großartige: Auch wir als Gemeinde haben eine Herzerweiterung erfahren. Auch wir haben euch in unser Herz geschlossen und würden uns freuen, wenn ihr hier in der Auferstehungskirche euren Platz finden würdet.

Wir brauchen in der Auferstehungskirche junge Menschen, mit dieser Herzweiterung, die auch ein Herz haben für uns.


Bringt euch hier weiter ein in der Jugendgruppe, in der Kinderarbeit, in der Konfiarbeit-findet hier euren Platz und gestaltet mit Euren Gaben mit. Wir heißen euch herzlich Willkommen.

So wünsche ich Euch einen wundervollen Tag, lasst euch feiern und genießt diesen Tag mit Euren Familien und Freunden.

 

 

 



Vorbild sein im Glauben

Liebe Gemeinde,

der heutige Predigttext führt uns in die ganze frühe Geschichte der ersten Christen und Gemeindegründungen. Wir werden heute aus einem bewegenden und emotionellen Brief an eine Gemeinde in Nordgriechenland lesen, der ca. 50 Jahre nach Christus entstanden ist. Genauer gesagt: von einem Brief an die Thessalonicher.  Der Schreiber ist Paulus höchstpersönlich. Diese Gemeinde hat er mit Silvanus und Timotheus gegründet. Dort mussten sie zuletzt nach 3 Wochen überstürzt abreisen, nachdem sich ein Mob gegen Paulus und seiner neuen Lehre entgegengestellt hatte.

Die kleine Gemeinde hat offenbar die ersten Bedrängnisse in dieser von hellenistischen Götterbildern geprägten Stadt überstanden, mehr noch, sie scheinen ein beeindruckendes Vorbild für den Glauben zu geben.

Predigttext:  1. Thessalonicher, Kapitel 1, in den Versen 2-10

1 Paulus und Silvanus und Timotheus an die Gemeinde in Thessalonich in Gott, dem Vater, und dem Herrn Jesus Christus: Gnade sei mit euch und Friede!
2 Wir danken Gott allezeit für euch alle und gedenken euer in unserm Gebet
3 und denken ohne Unterlass vor Gott, unserm Vater, an euer Werk im Glauben und an eure Arbeit in der Liebe und an eure Geduld in der Hoffnung auf unsern Herrn Jesus Christus. 
4 Liebe Brüder, von Gott geliebt, wir wissen, dass ihr erwählt seid;
5 denn unsere Predigt des Evangeliums kam zu euch nicht                                                     
allein im Wort
,                                                                                                              

 sondern auch in der Kraft                                                                                                                           und in dem heiligen Geist                                                                                                                    und in großer Gewissheit.                                                                                      
Ihr wisst ja, wie wir uns unter euch verhalten haben um euretwillen.
6 Und ihr seid unserm Beispiel gefolgt und dem des Herrn und habt das Wort aufgenommen in großer Bedrängnis mit Freuden im heiligen Geist,
7 so dass ihr ein Vorbild geworden seid für alle Gläubigen in Mazedonien und Achaja.
8 Denn von euch aus ist das Wort des Herrn erschollen nicht allein in Mazedonien und Achaja, sondern an allen Orten ist euer Glaube an Gott bekannt geworden
, so dass wir es nicht nötig haben, etwas darüber zu sagen.
9 Denn sie selbst berichten von uns, welchen Eingang wir bei euch gefunden haben und wie ihr euch bekehrt habt zu Gott von den Abgöttern, zu dienen dem lebendigen und wahren Gott
10 und zu warten auf seinen Sohn vom Himmel, den er auferweckt hat von den Toten, Jesus, der uns von dem zukünftigen Zorn errettet.

                                           

Mit diesem Abschnitt beginnt ein sehr persönlich gehaltener Brief, den der Apostel Paulus an die Gemeinde in Thessalonich geschrieben hat. Wir lernen hier Paulus als einen herzlich zugewandten Mann kennen. Er schreibt voller Wärme. Auch heute noch ist seine starke Verbundenheit mit den Menschen der kleinen Gemeinde dort in Nordgriechenland zu spüren. Ihm liegen ihre Erfahrungen mit dem Glauben an Gott am Herzen. Deshalb erinnert er sie an die Anfangszeit, als er zu ihnen gekommen ist und ihnen das Evangelium von Jesus Christus verkündigt hat. Gern wäre er bereits wiedergekommen, ist daran aber gehindert worden. Darum hat er von Athen aus seinen Mitarbeiter Timotheus nach Thessalonich geschickt, um ihre Widerstandskraft gegen verschiedene Bedrängnisse zu stärken.

Man spürt die große Begeisterung des Paulus für diese Menschen, die trotz Bedrängnisse ein Vorbild im Glauben geben.   In der Verantwortung des Seelsorgers nimmt Paulus die Bedrängnisse der Gemeinde in Thessalonich ernst. Wir danken Gott allezeit für euch alle und gedenken euer in unserm Gebet
3 und denken ohne Unterlass vor Gott, unserm Vater, an euren Werk im Glauben und an eure Arbeit in der Liebe und an eure Geduld in der Hoffnung auf unsern Herrn Jesus Christus.
                                                                                                                        Fast bewundert Paulus diese standhaften Christen. Ist hingerissen von ihrem Glauben an den auferstandenen Jesus, für ihre Liebe und für ihre Geduld.

Aber in allem Lob vergisst Paulus nicht auch den Zuspruch:
Denkt daran ihr seid Erwählt und geliebt von Gott
,

Die jüdische Gemeinde in Thessalonich hat es keineswegs mit Wohlwollen gesehen, dass nach den drei Auftritten des Apostels in ihrer Synagoge einige Gemeindeglieder zusammen mit etlichen Griechen Christen wurden. Es kam zu einem Aufruhr, hören wir in der Apostelgeschichte (17,1-9), und die junge christliche Gemeinde blieb lange Diffamierungen ausgesetzt, Sie musste auf die soziale Anerkennung und Integration in der großen Hafenstadt verzichten. Diese leidvolle Erfahrung erhellt den Hintergrund, vor dem Paulus schreibt: „Ihr habt das Wort aufgenommen in großer Bedrängnis mit Freuden im heiligen Geist!“ (V. 6).

Wird diese junge Gemeinde überleben?

ES ist etwas Erstaunliches passiert, die Paulus mit Genugtuung und Verwunderung beschreibt:

7 Ihr lebt euren Glauben so ernsthaft, so fröhlich, so überzeugend, so authentisch, dass ihr ein Vorbild geworden seid für alle Gläubigen in Mazedonien und Achaja.
8 Denn von euch aus ist das Wort des Herrn erschollen nicht allein in Mazedonien und Achaja, sondern an allen Orten ist euer Glaube an Gott bekannt geworden
, so dass wir es nicht nötig haben, etwas darüber zu sagen!.

Ihr seid so ein Vorbild geworden, sodass wir es nicht mehr für nötig halten, noch etwas darüber zu sagen!!!!  WOW!!!!!!!!Das sagt der Evangelist Paulus!!

Stellen sich sie einmal vor?

Wir in der Auferstehungskirche leben unseren Glauben so überzeugend, so fröhlich, so authentisch, so ernsthaft, dass wir in Augsburg und Umgebung zu einem Vorbild geworden sind. Dass andere bewundernd sagen: ihr lebt so überzeugend eurer Christsein, dass wir eigentlich nichts mehr hören müssen. Wir müssen nichts mehr hinterfragen, bezweifeln oder diskutieren. Wissen sie was die meine muslimische syrischen Flüchtlingsfamilie immer wieder mir erzählt. Es gibt einen Ausspruch in Syrien. „Wenn du Probleme hast, dann geh zu den Christen, die helfen dir!!  Dieses unglaubliche Zeugnis hört man über unseren christlichen Geschwistern in Syrien. Die trotz großer Bedrängnisse immer ein offenes Herz und eine helfende Hand für ihren muslimischen Mitbürger haben. Was müssen das für Vorbilder auch für uns sein!! Die würde ich so gerne kennenlernen.

Will ich ein Vorbild sein? Werde ich als Vorbild im christlichen Glauben wahrgenommen? Lebe ich so, dass andere nach meinem Glauben fragen?

Ich will Ihnen zuletzt von einem Vorbild erzählen. Ein Vorbild des Glaubens, das mehr sagt als tausend Worte und viele MENSCHEN bewegt hat.

Joshua D. Ein 15-jährige Junge. Geboren mit einer schweren Herzerkrankung. Durch eine weitere schwere Folge-Erkrankung ist er ab dem 7. Lebensjahr nicht mehr gewachsen und nur 1.22 Meter groß.

Vor 10 Tagen ist dieser herzliche Junge im KH verstorben. Am Freitag war die Beerdigung. In St. Matthäus fand zuvor ein Trauergottesdienst statt und die Kirche war übervoll. Unzählige Menschen waren gekommen, um Abschied von diesem einzigartigen besonderen Jungen zu nehmen. Viele erzählten ihre Erlebnisse mit diesem Joshua. Wie fröhlich und ungezwungen er von Jesus sprach. Wie er sich danach sehnte die Konfirmation noch zu erleben. Wie er immer wieder andere Menschen mit seinem Witz und Schlagfertigkeit zum Lachen brachte. Wie er liebevoll von Gott erzählte. Wie er im letzten Kindermusical in St. Andreas den Jesus spielte. Kleinwüchsig und schon gekennzeichnet vom Fortschreiten der tödlichen Erkrankung. Wie tapfer er sein 15-jähriges Leiden ertrug in unzähligen und manchmal sehr schmerzhaften Krankenaufenthalten in München oder in der Kinderklinik. Er wusste, wie seine Eltern, dass sein Weg bald enden würde und hat in seinen Bildern den Himmel gemalt, der auf ihn wartet und ein Engel, der ihn zu Gott begleitet. Er hat sich darauf gefreut, dass er dann all die Sachen machen kann, die er nie machen konnte: Fußballspielen und klettern.

Ich habe diesen großartigen Jungen kennengelernt und sehr gemocht. Ich werde seine Herzlichkeit vermissen, sein Lachen, sein unerschütterlicher Glaube und die Freude an Gott. Er ist mir ein Vorbild geworden und jetzt vermisse ich ihn, wie viele andere auch.

Ich glaube tatsächlich, dass wenn Paulus heute an uns einen Brief an die Auferstehungskirche schreiben würde, er würde so ähnlich klingen.

7 Ihr lebt euren Glauben so ernsthaft, so fröhlich, so überzeugend, so authentisch, dass ihr ein Vorbild geworden seid für alle Gläubigen in Hochzoll  und Augsburg.
8 Denn von euch aus ist das Wort des Herrn erschollen nicht allein in Hochzoll Süd und Hochzoll Nord, sondern an allen Orten ist euer Glaube an Gott bekannt geworden
, so dass ich es nicht nötig habe, etwas darüber zu sagen.

 Ich stehe hier uns sehe hier viele VORBILDER sitzen, über die ich sehr dankbar bin.

Gott sei Dank

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft                                                                                              bewahre unsere Herzen und Sinne    In Christus Jesus. Amen

 

 

 


 

 


Wundert Euch (nicht)  Grußwort 2018 zur Konfirmation

Liebe Ex-Konfirmandinnen, liebe Ex-Konfirmanden, liebe Eltern, liebe Geschwister, Verwandte und Freunde

Das Projekt und Abenteuer Konfirmation ist mit dem heutigen Tag beendet.
Ein großer Tag für Euch und für die Gemeinde. Heute habt ihr bekräftigt: Ja, wir wollen weiter den Weg mit Jesus gehen und ihm vertrauen.
Was wollen wir als Kirchenvorstand euch auf den Weg mitgeben:

Einen Wunsch: Wundert Euch(nicht)-
Wundern bedeutest auch ins Staunen kommen.
Wir haben uns gewundert, wir haben gestaunt:  Wie offen freundlich und kreativ ihr ward.Wir haben gestaunt: Was für ein toller Kurs ihr ward und auch uns und mich immer wieder überrascht habt: Ich denke noch daran, wie die Konfirmandin Svenja ganz spontan mit mir in die Gesamtunterkunft für Flüchtlinge in Frieberg/West gefahren ist um Lebensmittel vom ErnteDank-Fest dort an die syrischen Familien zu verteilen. Wie sie beim 2.Besuch ein liebevoll gestaltetes Fotobuch einer syrischen Familie überreichte. Diese Familie war voll Verwunderung. Sie  war überrascht von Freude!
Mich hat das nicht gewundert!!! Ich weiss schon lange, wie herzlich Svwnja und  ihr alle seid!
Uns und mir ist klar: Ihr seid immer für eine Überraschung gut!!

Für euren weiteren Weg wünschen wir Euch: Wundert Euch!- staunt über Gott und seine Möglichkeiten. Gott wundert sich nicht über Euch, denn er weiss ihr seid immer für eine Überraschung gut.
Wundert Euch(nicht) dass ihr die Erfahrung machen werdet: Gott bleibt auf Deiner Seite, egal was passiert. Er hat überhaupt kein Lust euch zu verlassen. Er bleibt euer Freund!  Und wundert euch nicht, wenn Ihr mit diesem Gott manchmal sinnbildlich über Mauern springen könnt, aber euch auch manchmal das Wasser bis zum Hals steht, weil das Leben gelegentlich so kompliziert sein kann, wenn euch dann Jesus liebevolle Hand dich sicher hält  führt und euch gute Wege führt.

Gott ist immer für eine Überraschung gut!!
Was ich als Kirchenvorsteher wünsche: Ich will mich weiterhin über euch wundern!!
Bringt uns weiter als Gemeinde zum Stauen! Überrascht uns. Bringt euch hier weiter ein in der Jugendgruppe, in der Kinderarbeit, findet hier euren Platz und gestaltet hier mit Euren Gaben mit. Wir heißen euch herzlich Willkommen.So wünsche ich Euch einen wundervollen Tag, lasst euch feiern und genießt diesen Tag mit Euren Familien und Freunden.

 



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Predigt: Jesaja 50, 4-9
Jesaja und Jesus: Aufgeben undenkbar

Liebe Gemeinde,

es ist die Zeit der Passion. Nächste Woche schon feiern wir Ostern.
Wir werden dem Leiden und Sterben Jesu und den ganzen Schmerz den er aushalten musste, gedenken.
Irgendwie ist es verrückt: Da verkündigt einer mit aller Energie und großer Leidenschaft Gottes große Liebe. Wirkt selbst mächtige Zeichen der Liebe, heilt Menschen und fällt damit auf die Todesliste. Jesus-die gerechteste und größte Persönlichkeit der Weltgeschichte (der Sohn Gottes) wird weggeräumt, weil er die Finger in die Wunden legt, weil er aufzeigt, wie der Mensch wirklich ist. Jesus protestiert gegen alle Unmenschlichkeit, Gleichgültigkeit und allen Egoismus. Er verkündigt das Reich Gottes so unerschrocken, standhaft gegen alle Widersprüche, dass mit ihm anbrechen soll und wird. Dafür zahlt er einen hohen Preis: Kreuzigung!!!
Es ist interessant und aufschlussreich, dass der heutige Predigttext uns 700 Jahre vor Jesus Kommen zurückführt. Ca. 700 Jahre vor Jesus Eintritt in die Weltgeschichte wiederholt sich dieses Muster, dass uns auf das Kommen Jesus vorbereiten soll. Wieder geht es um einen standhaften Mann. Einem von Gott berufenen Propheten, der leidenschaftlich, manchmal wütend, voller Emotionen gegen alle Gottlosigkeit, Unterdrückung und Unmenschlichkeit protestiert.

Sein Name Jesaja. Seine Worte sind wahrscheinlich aus einem Gefängnis geschrieben worden. Dort ist er eingesperrt worden, weil er ebenso dem Volk Israel und seinen Führen einen Spiegel vorgehalten hatte: „Ihr seid verschlossen gegen Gott, es gibt soziale Missstände, die zum Himmel schreien. Ihr macht unmenschliche Politik, die Rechtsbruch erwirken!!“. Er warnt vor Gottes Strafgericht und den unbequemen Folgen.
Will man sowas hören? Muss man sich den so unbeliebt machen                                                    
Wer will schon unbequeme Wahrheiten hören?

Lassen wir den Mann, der auch als Gottesknecht bezeichnet wird zu Wort kommen? Wie es ihm geht:
Wir hören als Predigtwort für den heutigen Sonntag einige Verse aus dem Buch des Propheten Jesaja im 50. Kapitel:

Gott der Herr hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden.Alle Morgen weckt er mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören. Gott der Herr hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurückIch bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen,und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel. Aber Gott der Herr hilft mir, darum werde ich nicht zuschanden. Darum habe ich mein Angesicht hart gemacht wie einen Kieselstein; denn ich weiß, dass ich nicht zuschanden werde. Er ist nahe, der mich gerecht spricht; wer will mit mir rechten?Lasst uns zusammen vortreten! Wer will mein Recht anfechten? Der komme her zu mir! Siehe, Gott der Herr hilft mir; wer will mich verdammen? Siehe, sie alle werden wie Kleider zerfallen, die die Motten fressen.

Bei diesem Text muss ich erst einmal durchatmen, mir stockt der Atem- Dieser Prophet musste viel erleiden und durchhalten. Er ist aber zu 100 % entschlossen, seinen Auftrag treu zu bleiben. Warum nur?   Die Antwort gibt er selbst:“ Alle Morgen weckt er mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören. Gott der Herr hat mir das Ohr geöffnet.“
Ich höre wie ein Jünger: Ich habe Gott gehört!! Ich habe unten all den lauten unzähligen Stimmen, die in der der Welt sind, Gottes Stimme herausgehört und höre wie ein Jünger! Gott ist nur ein Gebet weit weg. Dann habe ich seine Stimme gehört und rede nun wie ein Jünger!!  Es sind seine Worte, kostbar und klar. Deswegen nehme ich trotz der Schläge, der Drohungen, der Erniedrigungen kein Wort zurück! Ich mache mein Angesicht hart, ich bleibe stark, denn hinter mir steht ein Stärkerer!!!!!“   Worte eines Jüngers -Ein Gottesknecht, wie ihn manche auch nennen.

Dieses Muster kenne ich doch auch heute:
Ich erinnere mich den Pfarrer Dietrich Bonhoeffer, der sich dem Naziregime entgegenstellte und widerstand. Auch ein Gottesknecht. Oder an: Sophie Scholl und ihre Mitstreiter von der Widerstandgruppe weiße Rose (Gottesknechte)                               oder Óscar Arnulfo Romero, der  Erzbischof von San Salvador war. Er trat für soziale Gerechtigkeit und politische Reformen in seinem Land ein und stellte sich damit in Opposition zur damaligen Militärdiktatur in El Salvador. Er gilt als einer der prominentesten Verfechter der Befreiungstheologie. Romero wurde während einer von ihm in einer Krankenhauskapelle gehaltenen Messe von einem beauftragten Soldaten erschossen.

Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück.
Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen,
und meine Wangen denen, die mich rauften.
Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel.
Ein wahrer Gottesknecht!
Ein letztes Beispiel aus Südafrika: Nelson Mandela, der 27 Jahre im Gefängnis saß, weil er daran festhielt, dass Schwarze und Weiße gleiche Rechte haben. -Ein Gottes Knecht

Liebe Gemeinde: Diesen „Gottesknechten“ gehört dieser Palmsonntag,
Es gibt viele namenlose Gottesknechte. Die Gottesknechte stehen ein für Gottes Gegenwart gerade in Umständen von Unterdrückung und Gewalt. Sie erinnern uns an Gottes Gegenwart in einer scheinbar gottlosen Welt.
Es sind Menschen, denen Gott, der Herr, das Ohr öffnet. Sie hören ihn selbst, sie hören, wie Jünger hören. Es sind Menschen die eine Zunge haben, wie sie Jünger haben. Und Gott sei Dank reden sie, sind sie mutig, von Gottes Geist bewegt. Es sind Menschen, die nicht zurückweichen, sondern Rücken und Wangen hinhalten. Und es sind Menschen, die trotz der Schläge, die sie treffen, eine erstaunliche Erfahrung machen: Gott der Herr hilft mir, darum werde ich nicht zuschanden.
Die Gottesknechte hören nicht nur, sondern reden: Gott der Herr hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse,………….

(mit wem sollen sie reden?) ……… mit den Müden zu rechter Zeit zu reden.
Knechte Gottes wissen mit den Müden zu reden und ich bin darüber mehr als erstaunt. Wer hätte das gedacht?
Müde gewordene Menschen sind im Blickfeld Gottes!!!
Es viele Menschen unter uns, die müde geworden sind.
Wo bin ich vielleicht müde geworden?
Müde geworden, weil Umstände sich nicht ändern
Müde geworden von der langen Suche nach Arbeit und den unzähligen Jobcenterterminen und Auflagen.
Müde geworden von Symptomen einer Krankheit, deren Heilungserfolg auf sich warten lässt. 
Müde geworden, weil Verhaltensweisen und Gewohnheiten sich scheinbar nicht ändern und alle Anstrengungen, sie zu ändern, im Sand verlaufen.
Müde geworden, weil das Asylverfahren sich monatelang hinzieht und die unzähligen Formulare und Anträge nicht zu verstehen sind,
Müde geworden es auszuhalten, dass Väter, Mütter oder Kinder schon zwei Jahre im Niemandsland zwischen Libanon und Syrien umherirren, heimatlos geworden und die Aussicht auf ein Nachkommen Monat für Monat schwindet.  
Müde geworden von einem langen Streit und Konflikten: Der Spiegel berichtet in seiner neusten Ausgabe, wie der 62jährige SPD-Chef Martin Schulz kurz vor seinem Rücktritt gegenüber einem Freund vertraut: „Gott bin ich müde. So unfassbar müde! Ob ich jemals wieder fit werde, weiß ich nicht. Ich glaube ich brauche ein halbes Jahr, um wieder zu Kräften zu kommen!“  Der Konflikt und der interne Streit in der Partei haben ihn zugesetzt, ausgezerrt und zutiefst erschöpft.

 "Bin müde geworden zu kämpfen!"Aufgeben! — Es ändert sich nichts!

Ich kenne viele solche Menschen, die resigniert haben!
Müde geworden, weil die Hoffnung fehlt!
Hat Gott mich vergessen? 
Gott hat diese müde gewordenen Menschen im Blick, er gibt durch Gottesknechte seine Worte: Ich bin da und verlasse dich nicht. Ich streite für dich, ich kämpfe um und für dich. Es gibt Hoffnung, der größer ist als der Schmerz!!
Die Gottesknechte verkündigen Hoffnung!
Schmerz und Hoffnung, dass sind unzertrennliche Zwillinge.
Nehmen wir einen Blick auf den größten Gottesknecht: Jesus

Gerade dieser Jesus ist der Hoffnungsträger! Was hat er aushalten müssen bis zu seinem grausamen Tod am Kreuz. Geschlagen auf Rücken und Wangen, bespuckt und verspottet, vor Gericht gezerrt und mit fadenscheinigen Anschuldigungen überschüttet.
Müde geworden vom langen Leiden schreit er am Kreuz heraus: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“.
Er durchlebt das Gefühl der Verlassenheit, den Schmerz, die Machtlosigkeit, die Müdigkeit!!-Resignation. Doch am Ende siegt die Hoffnung: Es ist vollbracht!

 „Aber Gott der Herr hilft mir, darum werde ich nicht zuschanden.“ Das ist die Erfahrung von Jesja.
Gott setzt aber ein Zeichen der neuen Hoffnung: Jesus wird nicht tot bleiben, wird auferstehen! Gegen alle Vernunft - Gott ist nicht tot zu kriegen und auch nicht die Hoffnung. Am Ende feiern wir nicht nur Jesus Auferstehung, sondern auch unsere eigene!!
 Das ist eine Erfahrung von unzähligen Christen und Menschen, die sich ihm anvertrauen. Es ist auch meine Erfahrung. Gott richtet die Erschöpften auf, gibt den Müden Flügel.
Jesaja gibt seine Erfahrung weiter: Aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft; DASS SIE AUFFAHREN MIT FLÜGELN wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden. Jes. 40,31

Abschluss: Was ich mit zum Schluss für uns wünsche?

Gott wecke auch in uns jeden Morgen das Ohr, dass wir hören wie jünger hören.                   
Gott gebe uns auch eine Zunge, dass wir wissen mit den Müden zu rechter Zeit zu reden. Dass wir Hoffnung empfangen UND Hoffnung geben können.

Seit Ostern ist Hoffnung in der Welt, die größer ist als alle Vernunft, größer als alle Angst, größer ist als alle Müdigkeit, Verzweiflung und Resignation, größer ist als alle Schuld!!
Diese Hoffnung hat einen Namen: Jesus- Gott mit uns!

Amen

 

 



Predigt: Matthäus 21,28-32
Von Ja und Nein Sagern

 

Matthäus 21,28-32

Jesus sprach zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes: Was meint ihr? Es hatte ein Mann zwei Söhne und ging zu dem ersten und sprach: Mein Sohn, geh hin und arbeite heute im Weinberg.Er antwortete aber und sprach: Nein, ich will nichtDanach reute es ihn, und er ging hin.Und der Vater ging zum zweiten Sohn und sagte dasselbe. Der aber antwortete und sprach: Ja, Herr! und ging nicht hin.Wer von den beiden hat des Vaters Willen getan? Sie antworteten: Der erste. Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Die Zöllner und Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr.Denn Johannes kam zu euch und lehrte euch den rechten Weg, und ihr glaubtet ihm nicht; aber die Zöllner und Huren glaubten ihm. Und obwohl ihr's saht, tatet ihr dennoch nicht Buße, so dass ihr ihm dann auch geglaubt hättet.

Herr, segne unser Reden und Hören durch deinen Heiligen Geist. Amen. Liebe Gemeinde,

 Ein Vater und seine Kinder. Söhne hier, es könnten auch Töchter sein – das hätte nur nicht in die damalige Zeit gepasst. Es gibt eine klare Aufforderung: „Geh in den Weinberg und arbeite.“ Klare eindeutige Worte! Überall hängen jetzt Wahlplakate der CSU: Klar für Deutschland! Und hier: Klar für den Weinberg. Aber wird das so klar angenommen?? Ganz alltägliche Szenen: Der eine geht im Auftrag des Vaters in den Weinberg, der andere nicht. Spiegelbildlich sind sie: Der eine lehnt zunächst ganz klar ab, weil ihm der Auftrag unklar erschien. der andere sagt zunächst zu.                                           
Und wer hat nun den Willen des Vaters getan?, fragt Jesus, nachdem er die kurze Geschichte erzählt hat. Ganz klar für seine Zuhörer: Der erste – der, der zunächst „Nein“ antwortet, dann aber doch hingeht, um im Weinberg zu arbeiten.
Ganz klar, für uns auch: Der erste Sohn, der in den Weinberg geht, erfüllt des Vaters Willen. Obwohl er sich erst gegen den Vater stellt. „Nein, ich will nicht.“ Wer Kinder hat, kennt das wohl auch auf die eine oder andere Art. Kinder müssen auch lernen Nein zu sagen. Was mag in dem Sohn vorgegangen sein? War es seine Art, erst einmal abzulehnen oder geschah es aus einer Laune heraus? War er lustlos? Hatte er gute Gründe dafür oder brach ein Groll auf den Vater aus ihm heraus? Waren ihm der Sinn und der Wert der Arbeit vielleicht unklar?

Es bleibt unserer Fantasie überlassen, wie wir uns die handelnden Personen vorstellen. Vielleicht hat es sich aus der Sicht dieses ersten Sohnes so abgespielt:Geh und arbeite heute im Weinberg.“ Hat Vater keine Ahnung, was ich alles zu tun habe? Wie stellt er sich das vor? Kann er nicht selbst gehen? Ich will nicht ausgenutzt werden? Ich kann doch nicht für alles verantwortlich sein.  
Und dann doch kommt es zum Umdenken!!Ein Blickwechsel geschieht.
Eine Meinungsänderung! Innere Zwiegespräche. Schuldgefühle-Reuegefühle Die Beziehungsfrage steht in Gefahr: Ich habe meinen Vater mit meinen Nein brüskiert und enttäuscht.

Aber Achtung: Stressgefahr droht: Wenn ich Nein sage und es doch gegen mein Nein handle. Alle Psychologen warnen davor. Wenn ich gegen mein inneres Nein handle, werde ich krank- gestresst, überfordert.  

Aber man kann auch entgegensetzen: Wer ein entschiedenes klares Nein aussprechen will, kann JA zu etwas Größeres sagen. (Beispiel Mitglieder der weiße Rose- Sophie Scholl

 Ich will den Vater nicht enttäuschen. Ich habe die Freiheit Nein zu sagen. Mein Vater kann ein Nein hören, aber ich kann auch Ja zu sagen.
Im zweiten Blick, im zweiten Nachdenken kommt es zu einem Ja zu seiner Berufung, zu seinem Dienst, zu seinem Auftrag und damit auch Ja zu dem Vater und Ja zu dem Weinberg. Stellen sie sich vor, alle Jünger würden Nein sagen und keiner Ja zu seiner Berufung. Stellen wir uns vor die Jünger Jesus hätten zu ihrer Berufung Nein gesagt, was wäre geschehen? Das hätte Folgen gehabt: Keine Apostel, keine Bibel, keine Kirche!!!

Und nun der zweite Sohn: Und der Vater ging zum andern Sohn und sagte dasselbe. Der aber antwortete und sprach: „Ja, Herr“ und ging nicht hin.
Hier steht ein ganz klares Ja!!, das nicht der Wahrheit entspricht.

 

 

Das kennen wir auf eigener Erfahrung:
Wir kennen leider das auch aus eigener Erfahrung. „Ja klar- ich komme zu Deiner Geburtstagsfeier- Ganz klar helfe ich dir beim Aufbauen!- und  wir gehen nicht hin mit fadenscheinigen Ausreden. Haben wir die Zusage ernst gemeint?
Oder wir haben wir sie vergessen und verdrängt. Einer macht starke Worte. Und wir merken, wenn es darauf ankommt, da steckt nichts dahinter
Manche taktieren ganz anders und halten sich alle Türen offen mit einem Jaein!  Er gibt so viele Jaein-Sagern. Ich weiss noch nicht- ich kann mich jetzt noch nicht festlegen oder entscheiden. Wahrscheinlich komme ich oder vielleicht-bedeutet übersetzt „Ich komme nicht!!“
Ich kenne viele solcher Menschen, die sehr anstrengend sind, weil sie völlig unverbindlich leben wollen.

 

Der zweite Sohn ist ein Ja-Sager, aber…
Aber hier irritiert das Ja!! Denn der Zusatz ist verdächtig: 
Ja, Herr!!! Er sagt nicht Vater, sondern er nennt ihn hier Herr.

In welcher Beziehung steht er zu seinem Vater?

 

 Es gibt viele Ja-Sager ohne Rückhalt!!
Ja-Sager –Nur keinen Konflikt erzeugen-Ich sage erstmal Ja!! zur Taktik und zur Beruhigung. Ja-Sager haben im VW Management bei den Manipulation mitgemacht-Warum hat keiner Nein gesagt! Nein, ich will nicht.“ wird nur gedacht. Könnte einen Karriereknick bedeuten!!

Ich will meine Stellung gegenüber dem Weltkonzern nicht gefährden- einen Skandal auslösen –oh nein-nicht ich, da sage ich lieber Ja zu allen Schummeleien.Weil Nein-Sager in der Arbeitswelt keinen Orden bekommen.
Der weite Sohn ist sicher nicht oberflächlich.
 „Geh und arbeite heute im Weinberg.“ Moment Mal: Kein bitte, kein danke. Ich fühle mich wie ein Befehlsempfänger Wo bleibt die Empathie? Vater wird gar nicht merken es, dass ich nicht dort bin- bin ich überhaupt wichtig? Ich bin doch ersetzbar. Können nicht andere das besser?

Jesus erzählt die Gleichnis und ihn interessieren die Bewegründe nicht .                    Er zieht ein klare Schlussfolgerung: Der eine Sohn hat den väterlichen Willen erfüllt und der andere nicht.
Um was geht es hier Jesus?
Es geht Jesus nicht um die Söhne, sondern um seine Zuhörer – das waren Hohepriester und Älteste des Volkes. So wie Matthäus sein Evangelium erzählt, war Jesus gerade im Tempel und begegnete dort diesen Männern. Sind das die Ja-Sager? Sie kannten ihn, Jesus, der anders von Gott redete als sie es taten. Sie kamen zu ihm und verlangten Rechtfertigung von ihm. „Aus welcher Vollmacht handelst du?“ Jesus verweigerte ihnen darauf eine Antwort, doch er erzählte dieses Gleichnis von den ungleichen Söhnen.

Indirekt vergleicht er seine Zuhörer mit dem zweiten Sohn. Jesus sagt: Die Zöllner und Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr.
Der erste Sohn ist eigentlich einer, der seinen Vater zuerst enttäuscht. Er will nicht hören, worum der ihn bittet, lehnt rundheraus ab. In der Gesellschaft zurzeit Jesu ist ein Vater der Patriarch, dem alle zu gehorchen haben. Ein Sohn, der auf diese Art dem Vater den Gehorsam verweigert (Nein, ich will nicht.) wird verachtet – egal, ob er dann noch dem Willen des Vaters folgt oder nicht. Die Zuhörer Jesu hier, Hohepriester und Älteste, sind rechtschaffene Männer, die dem überkommenen Gesetz treu sind. Wir können annehmen, dass sie wenig Verständnis für einen solchen Sohn haben. Dennoch müssen sie zugeben: Doch er hat den Willen des Vaters getan.
Zöllner und Huren – mit dieser Formulierung werden Männer und Frauen zusammengefasst, die in der damaligen jüdischen Gesellschaft ebenfalls ausgeschlossen wurden. Jesus verknüpft damit quasi alle Menschen, die zu seiner Zeit verachtet wurden mit dem Beispiel des ersten Sohnes. Wer erst einmal die Verachtung der Gesellschaft auf sich gezogen hatte, hatte kaum eine Chance, das zu ändern. Jesus aber sprach anders als die hochgestellten Gelehrten des jüdischen Volkes: Er forderte Umkehr, verurteilte aber niemanden wegen seiner Vergangenheit.  ER LIEBT BEDINGUNGSLOS!            

 

·      Zu ihm kamen viele Zöllner z.B. Matthäus, oder Zachäus und Huren (Maria) und andere Verachtete, die sich durch die gute Nachricht von der göttlicher Vergebung und Annahme befreit fühlten und Jesus gerne folgten. Aus Nein-Sagern wurden Ja-Sager!! Ja zu Gottes Liebe. Eben Liebe auf den zweiten Blick. Es war bei mir so ähnlich. Bei mir stand lange ein klares Nein zu Gott und der Bibel. Bis ich über Nachdenken, Fragen und Suche nach Sinn des Lebens auf Gott gestoßen bin. - Aus ein zuerst Nein-Sager wurde ein brennender Ja-Sager für Gott. Bis heute. Ja zu seiner Gnade und zu seiner Freundschaft:

 Jesus hält seinen Zuhören eine Spiegel vor und bringt es klar auf den Punkt: Die Zöllner und Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr.  Sie sagten zuerst ein klares Nein zu mir und später wurde ein Ja daraus! Und weiter: Ihr sagt Ja zu mir, aber ihr handelt nicht wie ein Ja. Es sind leere Worte ohne Taten!!

 

 

Auch uns fordert Gott zur Arbeit im seinen Weinberg auf. Heute steht der Weinberg für das Reich Gottes. Das Reich Gottes ist seid Jesus Kommen mitten unter uns.
Stellen wir uns in seinen Dienst. Sind wir Christen, die von Jesus Liebe so ergriffen sind, dass bekennen und menschlich handeln? Bereit sind zu vergeben und seine Gebote gerne halten. Im Weinberg liegt viel Arbeit und Pflege, die auf uns wartet, aber die Trauben sind köstlich und das Ergebnis ist ein herrlicher genießbarer Wein. Mein aufrichtiges und ganzes Ja zu Gott und mein Handeln danach wird mein Leben mehr beflügeln, aber nicht leichter machen. Die Welt braucht Gott und uns dringender denn je. Aber dennoch, hält Gott mein halbes Ja, mein Vielleicht, mein Nein aus!

Abschluss: Gott weiß, dass wir Menschen sind. Wir bleiben oft in unserem Ja und Nein widersprüchlich, weil wir Menschen sind.

So hat es auch Dietrich Bonhoeffer in einem Gedicht ausgedrückt:

Wer bin ich? Der oder jener?
Bin ich denn heute dieser und morgen ein andrer?
Bin ich beides zugleich? Vor Menschen ein Heuchler
und vor mir selbst ein verächtlich wehleidiger Schwächling?
Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer,
das in Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg?
Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott.
Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott![1]

Tröstlich und Ermutigend: Dein bin ich, oh Gott!                                                            Es ist der himmlische Vater der auch unsere Widersprüchlichkeit aushält.
Lernen wir ein klares Ja mit Taten zu sprechen, weil ein noch größeres Ja über unser Leben steht.

Amen

 

 Verfasserin:  Pfarrerin Friederike Reif    Überarbeitet: Herbert Niedermirtl

[1 Dietrich Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung DBW Bd. 8, S.513f.

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Predigt: Gott bewegt sein Herz und sein unfassbares Versprechen an Noah

29.Okt.2017

 

1.Mose 8,18-22 Noah ging heraus aus der Arche mit seinen Söhnen und mit seiner Frau und den Frauen seiner Söhne, dazu alle wilden Tiere, alles Vieh, alle Vögel und alles Gewürm, das auf Erden kriecht; das ging aus der Arche, ein jedes mit seinesgleichen.Noah aber baute dem Herrn einen Altar und nahm von allem reinen Vieh und von allen reinen Vögeln und opferte Brandopfer auf dem Altar.Und der Herr roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe.Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

Herr, segne unser Reden und Hören durch deinen Heiligen Geist. Amen.

Liebe Gemeinde,

gerade noch hat es sich wie eine Liebesgeschichte angehört und jetzt endet dies in einer Katastrophe! In den Anfängen der Bibel wird dieses unfassbare Drama beschrieben.
Gott beschließt ein Kapitel zu beenden, dass doch so gut begann.      
Das Ende der Menschheit und das damit das Ende dieser Liebesgeschichte, die es eigentlich sein sollte zwischen Gott und den Menschen.Die Sintflut-Geschichte gehört zur Urgeschichte. Die Urgeschichte führt uns zurück in die ersten Kapitel der Bibel, zurück zu den Ursprüngen der Menschheit. Ganz positiv fängt alles an. Gott ist begeistert von dem, was er geschaffen hatte. Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe: es war sehr gut.[1]

Und dann – im Laufe der Zeit scheint gar nichts mehr gut zu sein. Die Menschen machen Gott Kummer und Ärger. Sie halten sich nicht an seine Gebote: Auflehnung, Neid und Hass schleichen sich ein in die Herzen der Menschen, vergiften das Klima, gefährden den Zusammenhalt. Es fließt viel Blut. Die Kälte und Lieblosigkeit ist nicht mehr auszuhalten.  Die ganze Erde leidet darunter. Die geschundene Erde schreit zum Himmel.

Es wird in der Sintflut-Geschichte nicht erklärt, weshalb Menschen so sind, weshalb sie Gewalt und das Böse so fasziniert. Allein der unfassbare grauenvolle Holocaust der Nazis, dem 6 Millionen Juden zum Opfer fielen oder die Grausamkeit und Unmenschlichkeit des Islamischen Staates gegen die „Ungläubige“ zeigt uns wie abgrundtief böse der Mensch sein kann und ist. Ich selbst verzweifle da und bin verwirrt: Was kommt noch? Wird es noch schlimmer um den Menschen kommen?
Die Urgeschichte fragt auch nicht, ob das Wesen des Menschen böse ist, ob die Bosheit dem Menschen angeboren ist. In der Urgeschichte geht es um Gott – dabei erzählt sie ganz menschlich von Gott, der mit sich kämpft und um den Menschen kämpft.           Gott sieht, was die Menschen zu Noahs Zeiten auf Erden angerichtet haben. Diese abgrundtiefe Bosheit betrübt ihn zutiefst in seinem Herzen und gleichzeitig empört sie ihn auf das Äußerste.                                                                            
Was er da sieht, ist für ihn so unerträglich, dass er bereut, den Menschen geschaffen zu haben. Er ist so erschüttert, dass er den Entschluss fasst, seine einst so geliebte Schöpfung rückgängig zu machen.

Gott du wirst doch nicht? Doch! So stürzt er seine Schöpfung wieder ins Chaos der Urflut. Er lässt es regnen – 40 Tage und 40 Nächte lang. Alles, was lebt, vertilgten die Wassermassen --- fast alles. Gott bringt es nicht übers Herz, wirklich alles zu vernichten.  
Eine Ausnahme macht er: Noah findet Gnade vor seinen Augen. Warum?  Noah ist ein gottesfürchtiger Mann, der bei dem bösen Treiben nicht mitgemacht hat.                  
Er hielt zu Gott und lebte so, wie Gott es gefällt. Noah findet Gnade vor Gott, mit ihm auch seine Familie und die Tiere. Inmitten der Katastrophe – der Sintflut – gibt es ein Rettungsboot: Die Arche Noah. Die Arche wurde zum Ort der Bewahrung und Rettung inmitten der Gefahr.

Ein Jahr lang werden die Menschen und die Tiere in diesem Boot ausharren und bleiben müssen. Noahs muss es aushalten!!1 Jahr Bangen, Ungewissheit, Depressionen, Zeiten des Aufgebens und Kämpfen, Zeiten der Sinnlosigkeit, verzweifelte Gebete in der Nacht, mangelhafte hygienische Zustände.                                                                                          
Bis endlich die Waser wieder fallen und die Arche auf festen Grund strandet.Nach der Sintflut fordert Gott Noah auf, die Arche zusammen mit seiner Familie und den Tieren zu verlassen. Noah du wirst doch nicht….drinnen bleiben und dich verweigern. Du wirst doch nicht Gott mit Vorwürfe konfrontieren, warum nur er und seine Familie überlebt haben. Nein!!  Er hat anderes im Sinn
Die ersten zittrigen Schritte und dann überwältigen ihn seine Emotionen:
Das erste, was Noah an Land tut: Er bringt ein Dankopfer dar als Reaktion auf Rettung und Bewahrung. Rettung!!-Welche Emotionen müssen in Noah ausgebrochen sein!!!! Freude, riesige Erleichterung Tränen und Dankbarkeit. Er schachtet Tiere und bringt sie Gott als Brandopfer da.
Diese spontane Aktion und Reaktion kommen bei Gott gut an. Schon bald erreicht ein lieblicher Geruch Gottes Nase. Gott zieht diesen Geruch mit Behagen ein. Noahs Dankopfer kommt bei ihm an. Er kann es gut riechen.
Die Erde, von der dieser Geruch heraufsteigt, ist verwüstet – fast so leer, wie sie vor der Schöpfung war.
Aber wie geht es weiter? Nachdem Gott zuletzt noch von Verfluchen und Vertilgen gesprochen hat, hält er Zwiegespräch in seinem Herzen. -so steht es in dem Bibeltext wörtlich- und trifft eine bedeutsame Entscheidung:  Er verspricht jetzt den dauerhaften Bestand des Lebens auf der Erde.
Gott beginnt nun wieder von vorne. Am Nullpunkt setzt Gott einen neuen Anfang.
Gott nimmt seinen Beschluss zurück: Er macht sich somit unabhängig vom Menschen und seinem Tun.                                                                                      
Das ist das Versprechen:

Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe.

Warum macht Gott jetzt dieses Versprechen? Ist es wegen des lieblichen Geruchs, der zu ihm aufgestiegen ist? Oder wegen der Rechtschaffenheit des frommen Noah? Ist es Übermut seitens Gottes? 
Hat Gott diese Katastrophe die er seiner Schöpfung angetan hat, bereut? Tut es ihm selbst leid. Zeigt hier Gott sein barmherziges Angesicht, das Gnade vor Recht gelten soll?
Fast könnten wir die Geschichte so verstehen, wenn da nicht dieser befremdliche Satz stehen würde: denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf.
Das, was Gott vor der Sintflut über die Menschen gesagt, gilt auch danach. Ja, es gilt bis heute. Auch nach der Sintflut sind die Menschen nicht gut und nicht friedlich. Wir wissen das nur zu gut. Da brauchen wir nur die Welt von heute anzuschauen. Die Sintflut als große Reinigungsaktion Gottes hat ihre Wirkung verfehlt.
Gott selber stellt fest, dass er sein Ziel nicht erreicht hat. Die große Flut hat auf Seiten der Menschen nichts geändert. Die Menschen kennen weiterhin diese abgrundtiefe Bosheit. Sogar der fromme Noah! Mit ihm geht die Unheils-Geschichte gleich wieder los. Noah wird Weinberge pflanzen, keltert Wein und betrinkt sich so heftig, dass er so schamlos wird, das sich seine Familie für ihn schämen wird. Oh, Noah!!!! Hast du nichts gelernt??

Aber trotzdem!!!!! beginnt Gott nach der Sintflut etwas Neues. Er versucht nicht, die Menschen zu verändern, er fragt nicht, wie er sie zu einem Gott gefälligen Leben bewegen kann.
Gott setzt bei sich selber an. Die Umkehr beginnt in ihm selbst. Er wollte zunächst schlagen und verfluchen, aber nun ermöglicht er neues Leben. Im vollen Wissen über alle Abgründe der kommenden Menschheitsgeschichte verpflichtet sich Gott dazu, seine Schöpfung nie wieder selber zu vernichten.
Er wird immer 100 % geben, 100 % lieben, 100% zu seinem Wort stehen! - auch wenn der Mensch nur 20% oder nur 0% geben kann. Es ist ein völlig einseitiges Versprechen ohne Vorbedingung!! Ein hohes Risiko, das Gott hier eingeht.Dazu gehört, dass Gott nämlich auch den menschlichen Hang zum Bösen aushalten und ertragen will! Er will uns aushalten mit allen Unzulänglichkeiten!!!!!
Statt sich wieder zu zerstörerischem Zorn hinreißen zu lassen, zeigt Gott den Menschen seine Liebe und Geduld – eine Geduld, die den Menschen eine neue Chance gibt zu leben, das Leben zu gestalten und zu erhalten.
Dazu gewährt er die grundlegenden Rhythmen, in die das Leben der Schöpfung eingebunden ist: Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

Gott bist Du wankelmütig geworden? Nein! sondern wandelbar!! Hier in der Sintflut-Geschichte haben wir es mit einem hörenden, sehenden und mit einem riechenden Gott zu tun! Es ist ein Gott, der zu sich selber in seinem Herzen spricht, der in sein Herz schaut und dort Reue entdeckt, ein Gott, der sehr betrübt sein kann und sehr zornig. Dieser Gott ist irritierbar und verletzlich. Ja, in seiner Verletzbarkeit ist er den Menschen sehr ähnlich – ganz und gar nicht erhaben und unberührbar.
Gott verharrt nicht unveränderlich und unberührbar in sich selber. Er ist nicht der Starre, in sich Unbewegte, sondern er lässt sich bewegen.                                                  
Er reagiert auf das, was Menschen tun, er reagiert auf Gebete und das höchst unterschiedlich. Das gilt nicht nur für die Sintflut-Geschichte, auch die Propheten künden von einem Gott, der sich bewegen lässt. Er ist leidenschaftlich, auch der Zorn ist Ausdruck seiner Leidenschaft für den Menschen. Darin zeigt er sich als der höchst Lebendige.

Gott ist wandelbar. Heißt das nun auch, dass wir uns auf IHN verlassen können?
Mit seinem Versprechen an Noah hat Gott sich festgelegt. Er will das Leben seiner Geschöpfe. Außerdem möchte er Gemeinschaft mit den Menschen, die er ja zu seinem Ebenbild und Gegenüber geschaffen hat. Aber erst später wird davon erzählt, dass Gott mit den Menschen ins Gespräch kommt, so wie eine Mutter oder ein Vater mit den eigenen Kindern redet.
Er fängt an, um die Menschen zu werben, erst um ein einzelnes Menschenpaar, Abraham und Sarah, schließlich um ein ganzes Volk Israel.  Immer wieder wirbt er um dieses Volk, und immer wieder enttäuscht ihn dieses Volk. Immer weiter aber begibt sich Gott hinein in die Geschichte seines Volkes und seiner Schöpfung.                 
Bis er die Schöpfung schließlich als Mensch aufsucht und sich als Mensch unter die Menschen begibt. Jesus ist der menschgewordene Gott. Ein unglaublicher naher Gott!!!                                                                                     
Er zeigt und öffnet uns den Himmel. Er wird sein Leben geben am Kreuz, dass wir versöhnt leben können untereinander und mit Gott. Mehr Gott geht nicht! Noch mehr lieben geht nicht! Noch näher kann Gott uns nicht kommen!!

Noah wagt das neue Leben, dass ihm geschenkt geworden ist, nicht fehlerfrei, nicht makellos, aber doch passiert ihm das was auch uns bis heute gilt: Gott segnete ihn und seine Familie: Sei fruchtbar und mehret euch! Und als Zeichen des neuen Bundes zwischen dir und mir soll der Regenbogen stehen. Das soll bedeuten: Ich werde immer bei dir sein und an dich denken!!
Ein neuer Bund, der von Gottes Seite niemals gebrochen wird- ein Freundschaftsbund für alle Zeiten. 
Das gilt Noah, seiner Familie, mir und dir -heute Morgen!!

Amen

Originaltext: Pfr U. Leitz-Zeilinger  Bearbeitet für eigene Predigt: Herbert Niedermirtl


 





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Wanted: Hirte   
Predigt zu Hesekiel 34. 1-36       30.4.2017

Liebe Gemeinde,  

der heutige Predigttext führt uns einige tausend Jahre zurück in das AT. Es wird dort ein Zustand beschrieben, der aktueller nicht sein könnte. Es wird berichtet, dass der Prophet Hesekiel ein prophetisches Wort bekommen hat, welches er den Führern seines israelitischen Volkes verkünden sollte: 
Predigttext: Hesekiel 34 1-36

Des Herrn Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind, weissage gegen die Hirten Israels, weissage und sprich zu ihnen: So spricht Gott der Herr: Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weiden! Sollen die Hirten nicht die Herde weiden?Aber ihr esst das Fett und kleidet euch mit der Wolle und schlachtet das Gemästete, aber die Schafe wollt ihr nicht weiden. Das Schwache stärkt ihr nicht, und das Kranke heilt ihr nicht, das Verwundete verbindet ihr nicht, das Verirrte holt ihr nicht zurück, und das Verlorene sucht ihr nicht; das Starke aber tretet ihr nieder mit Gewalt.

Und meine Schafe sind zerstreut, weil sie keinen Hirten haben,
Sie irren umher auf allen Bergen und auf allen hohen Hügeln und sind über das ganze Land zerstreut, und niemand ist da, der nach ihnen fragt oder auf sie achtet.
Darum hört, ihr Hirten, des Herrn Wort! So spricht Gott der Herr: Siehe, ich will zu den Hirten und will meine Herde von ihren Händen fordern; ich will ein Ende damit machen, dass sie Hirten sind, und sie sollen sich nicht mehr selbst weiden.  
1.Teil des Predigttextes

Gott ist empört über die sogenannten „Hirten“, die Verantwortung tragen und nicht begriffen haben, was ihre Aufgabe ist. Das Volk Israel leidet. Viele Israeliten lebten damals fern der Heimat unter Fremden, die ihnen feindlich gesinnt waren. Auch die, die wieder heimkehren konnten, empfinden ihr Leben als Katastrophe. Der Tempel, ihre geistliche Heimat, ist zerstört. Das Recht über ihren Staat haben sie verloren. Es ist niemand bereit, sich um ihre Bedürfnisse zu kümmern.

„Meine Schafe sind zerstreut, weil sie keinen Hirten haben! “                                    
ist der Hauptvorwurf Gottes
.  
Offensichtlich hat Gott lange zugeschaut: Lange Zeit haben die Führer des Volkes versagt. Sie waren gleichgültig gegen Gottes Gebote. Sie waren gleichgültig gegenüber ihren Pflichten. Leiten und Führen sollten sie, aber sie kümmerten sich nur um sich selber. Gott hält durch seinen Propheten den Hirten den Spiegel ihrer Schuld vor.

Salman Schasar, ein früherer Staatspräsident Israels, nannte diese prophetischen Worte bei Hesekiel „eine der fortschrittlichsten und bahnbrechendsten Reden in der ganzen Bibel. Sie passt zu jedem Volk, zu jedem Staat und zu jeder Epoche.“

Was ist los mit den Hirten?
Das Schwache stärkt ihr nicht- das Verirrte holt ihr nicht zurück – das Verwundete verbindet ihr nicht- das Verlorene sucht ihr nicht- das starke zertretet ihr – die Schafe sind zerstreut- sie werden den wilden Tieren zum Fressen vorgeworfen-sie irren umher-niemand ist da, der nach ihnen fragt oder auf sie achtet!

Der Höhepunkt der Klage: Es ist Niemand da- Hirtenlos!
Wenn ich das lese und höre, denke ich:
Macht das aus der Sicht eines Schafes überhaupt noch Spaß Schaf zu sein?
Wer versagt hier?  Warum wird der Stall nicht versorgt? Warum ist niemand zuständig?
Wer soll sich kümmern? Im Krankenhaus passiert es mir oft: Nach einem Sturz und einer folgenden Operation muss die Weiterversorgung des Patienten besprochen werden. Wie oft erschrecke ich über den Satz bei alten Menschen: Ich habe niemanden, der sich um mich kümmert!!

Wer ist zuständig? Wer übernimmt die Hauptverantwortung? Wer kümmert sich um ein ganzes (Schaf)-Volk? Sind damit nur Politiker gemeint? - oder nur Kirchenführer(Bischöfe-altgriechisch=Hüter!!) oder vielleicht auch alle Konzern-und Firmenchefs, Abteilungsleiter, Kirchenvorsteher, Lehrer, Ausbilder, Leiter, Jugendleiter?                             

Alle Verantwortungsträger in der Gesellschaft, die Macht ausüben, müssen sich prüfen.  Gibt es noch ein soziales Gewissen?
Ist wirklich niemand mehr da, der Einspruch erhebt gegen die Willkür der Mächtigen?  Ist niemand da, der Einspruch erhebt gegen die Ungerechtigkeit und Kriege in der Welt, der aufschreit gegen Terror, Flucht und Unterdrückung?

Ist niemand da, der es zu einem guten Ende führen kann, für die Welt für, für uns, für mich? Ist niemand da; der auch mich auf mich achtet, mich wertschätzt, um mich besorgt ist und meine Wege begleitet? Der mich aufrichtet, wenn ich falle, der meine Bedürfnisse kennt und meine Angst? Der mich behütet Tag und Nacht? Ist da kein Hirte?
Ein schrecklicher Zustand, verlassen zu sein!!

 

Hirte dringend gesucht! –

Doch einer ist da und meldet sich zu Wort!!!

2. Teil des Predigttextes

Hier tritt Gott ins Bild. Er bewirbt sich selbst für diese Stellenausschreibung. Er ist sich nicht zu schade für das Ausmisten eines Schafstalles. Ich will mich meiner Schafe selbst annehmen und sie suchen.
11 x Ich will!!!
Denn so spricht Gott der Herr: Siehe, ich will mich meiner Herde selbst annehmen und sie suchen. Wie ein Hirte seine Schafe sucht, wenn sie von seiner Herde verirrt sind, so will ich meine Schafe suchen und will sie erretten von allen Orten, wohin sie zerstreut waren zurzeit, als es trüb und finster war.
Ich will sie aus allen Völkern herausführen und aus allen Ländern sammeln und will sie in ihr Land bringen und will sie weiden auf den Bergen Israels, in den Tälern und an allen Plätzen des Landes.
Ich will sie auf die beste Weide führen, und auf den hohen Bergen in Israel sollen ihre Auen sein; da werden sie auf guten Auen lagern und fette Weide haben auf den Bergen Israels. Ich selbst will meine Schafe weiden und will sie lagern lassen, spricht Gott der Herr.                                                                    
Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken und, was fett und stark ist, behüten; ich will sie weiden, wie es recht ist. Ja, ihr sollt meine Herde sein, die Herde meiner Weide, und ich will euer Gott sein, spricht Gott der Herr.- 
Ende des Predigttextes


Ich will,
sagt Gott, die Verantwortung für mein Volk übernehmen, ich will sie führen auf die beste Weide!!
Eine wichtige Frage drängt sich mir auf. Ist das nicht nur eine Absichtserklärung, wie wir es von Politikern vor Wahlen auch kennen?
Wahlversprechen:
I will- Amerika first!- Präsident Trump

Kanzlerkandidat Martin Schulz verspricht: Ich will den hart arbeitenden Mittelstand in den Mittelpunkt stellen. ICH will soziale Gerechtigkeit und eine gerechte Steuerpolitik schaffen.
Ich will! sagt Gott!! Es ist mehr als eine Absichtserklärung in unerträglichen Zuständen in dieser Zeit. Für den Zustand der inneren und äußeren Nöte der Menschen.

Einer protestiert hier laut,
erhebt das Klagen und stellt sich de selbstgerechten Führen entgegen.
In der Synagoge von Nazareth wird später Jesus, genau diesen Abschnitt aus dem Prophetenbuch Hesekiel vorlesen. Seine Auslegung ist eine Sensation:

Heute ist dies Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren.[1] Ich bin der gute Hirte!! Ich will!!

Der Sohn Gottes bekennt sich zu seinem Hirtendienst. Er hat eine Hirtenliebe, die nicht von dieser Welt ist.  Er nimmt die Stellenausschreibung an!!
Immer wieder wird Jesus das Evangelium vom Reich Gottes verkündigen, den Menschen seine ganze Aufmerksamkeit schenken, Krankheiten heilen, gebeugte Menschen aufrichten, Außenseiten ihren Wert zusprechen.
Beim Anblick einer Menschenmenge weinte er über sie, denn sie waren abgekämpft
und lagen am Boden, wie Schafe, die keinen Hirten haben.
(Johannesevangelium)

Es ist also Gott, der ein Zeichen setzt. Der besorgt ist, um seine Menschenkinder. Mit dem Kommen seines Sohnes Jesus in die Welt hält Gott sein Wahl-Versprechen: Gott wird Mensch in Jesus. Er kommt als Hirte. Er kommt als Retter. Er gibt sogar sein Leben für seine Schafe. Er widerspricht laut am Kreuz gegen alle Unterdrückung und Schuld: Keiner soll mehr verloren gehen und übersehen werden.
Ab jetzt ist jemand da: für mich und für Dich.  Jesus ist der gute Hirte:
Der letzte Satz des Kapitels ist ein Versprechen, eine Zusage und ein Segenswort.

Ja, ihr sollt meine Herde sein, die Herde meiner Weide – und ich will euer Gott sein, spricht Gott, der Herr.

Und was will ich?  Ich will zu ihm gehören. Mein Leben soll in seiner schützenden, behütenden und liebevollen Hand sein. Ich will ihm folgen, das gibt meinen Leben eine große Sicherheit und eine hoffnungsvolle Zukunft. Und ich will mir von Gott zeigen lassen, wo kann ich selbst Hirte sein?- für einen Menschen, der verzweifelt klagt: Ich habe niemand, der sich um mich sorgt. Dann würde Gott mich anlächeln, denn ich habe ihn verstanden. Amen

 



Am 13.04.17 um 20:32 schrieb Herbert Niedermirtl
Haltung bewahren 

Haltung - die gebückte Frau wird von Jesus aufgerichtet 13.11
Aufgerichtet-nicht abgerichtet.
Jetzt kann sie ihn von Angesicht zu Angesicht anschauen. Blickkontakt. Er sieht in ihr Gesicht. Es kommt zu einer echten Begegnung. ER kann ihr Lächeln sehen.

Haltung bewahren,  
                                                                           
auch wenn Gefühlstürme mich hin und her reißen,
soll meine Haltung erhalten bleiben.
Aufrecht stehen, dass meint die Würde des Menschen.
Aufrecht stehen in Stürmen und Anfechtungen des Lebens, dass kann nur gelingen, wenn Gott den Rücken Halt gibt.
Wenn er mich hält! Gott gebe mir in diesen Momenten Haltung.

Haltung bewahren, 
auch bei Verleumdung.
Vor einigen Jahren passierte es auch mir.
Das Unvorstellbare: Kollegen schürten gegen mich Intrigen. Ein Konflikt, der nicht gelöst werden konnte. Es gab nur Verluste und Vernichtung. Am Ende nur Verlierer.
Das war schmerzhaft aushalten. Langsam verlor ich an Halt, auch bei meinen Vorgesetzten, die die Lügen glaubten. Ich verlor immer mehr an Haltung. Reagierte wütend und war deprimiert. 
Arglistige Kollegen wollten mich brechen, mich gebückt sehen. Anstelle Konfliktlösung nur Konfliktverschärfung. Ich kam mir vor wie in einem falschen Film. Die Worte meiner Vorgesetzten waren unerträglich: „Machen sie keine Fehler!“ Ich hätte ein: „Wo kann ich sie unterstützen?“ gebraucht.
Am Ende musste ich mir eingestehen, es geht nicht mehr weiter.
Ich bin gebrochen. Mit anderen Worten: Gescheitert! Vernichtet!
Ein Versetzungsantrag war für mich die einzige Lösung.
Ein Neuanfang auf einem anderen Arbeitsplatz fiel mir nicht schwer. Hier waren sie wieder zu finden: Aufrechte Menschen.
Sie gaben mir die Würde zurück.

Nur langsam kam wieder Haltung in mein Leben.
Gott hat es gut gemacht. Ich bin doch nicht zerbrochen oder gebrochen, sondern gestärkt und reifer aus dieser Geschichte herausgegangen. Der Konflikt war sehr lehrreich für mich. Ich gehe seit langem wieder aufgerichtet. Meine ehemaligen Kollegen haben ihr Ziel nicht erreicht. Gott sei Dank.
Ich nehme seitdem aber wahr, wie viele gebeugte und zerbrochene Menschen neben mir gehen. Ich sehe das Scheitern in ihren Gesichtern. Ich höre ihre Vernichtungsgeschichten und nehme ihren Schmerz ernst. Kann in ihren Gesichtern lesen. Ich erzähle ihnen dann meine Geschichte.
Du bist getragen, kannst das Unvorstellbare aushalten
Du kannst aufrecht durchhalten, weil Gott Dich hält und wertschätzt.

Aufgerichtet werden Menschen durch Gottes Zuwendung und die positive Zuwendung eines Menschen.
Dann kann man das Lächeln in ihren Gesichtern wiederfinden.
 
Dankbarkeit ist jetzt die Haltung von mir geworden, denn es ist der Weg zu Gottes Herzen.





 Auf den Blickwinkel kommt es an:

Gottes Reich ist mitten unter uns
Tatsache ist
Dass die Kirche in der Gesellschaft nichts mehr zu sagen hat
Dass unsere Gemeinden erst älter und dann kleiner werden
Ich glaube nicht
Dass sich das Blatt doch noch wenden wird
Die Wahrheit ist
Die Kirche in Deutschland steht kurz vor dem Aus
Ich weigere mich zu glauben
Dass ich als Christ etwas tun kann
Dass Gott seine Kirche weiter bauen will
Generationen vor uns haben das schon geglaubt
Es steht doch klar vor Augen
Dass heute so viele ausbrennen
Es kann unmöglich sein
Dass das bei uns anders sein wird
Dass Gott eingreift
Ich bin überzeugt
Man kann den Lauf der Dinge nicht aufhalten
Es wäre eine Lüge, würde ich sagen
Gott kümmert sich um uns


-Bitte jetzt den Text von unten nach oben lesen und ich bin auf Deine Reaktion gespannt.

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Lass Dich nicht abhängen!! Konfirmationsgrußwort 2017

Liebe Konfirmierte, liebe Eltern, liebe Geschwister, Verwandte, Freunde

Heute ist euer großer Tag. Wir als Kirchenvorstand freuen uns für euch und können nur bestätigen, was viele über euch gesagt haben: Ihr seid und wart ein außergewöhnlicher toller Konfikurs. Dem Jugendmitarbeiterteam und Pfarrer Benjamin Lorenz war es eine große Freude mit Euch an den Konfisamstagen und auf dem KonfiCamp zusammenzuarbeiten und Zeit gemeinsam zu verbringen. Ihr sprüht vor Tatendrang, seid kreativ, seid humorvoll und zuletzt wart ihr euch nicht zu schade eine Menge Stühle vom Gemeindehaus in den Keller des Pfarrhaues zu transportieren. Respekt!!

Jetzt endet für euch die Konfirmationszeit und wir haben gestaunt: Ihr habt euch nie hängen lassen, sondern ihr hängt ganz schön aneinander.  
Jetzt will ich euch noch ein Geheimnis weitergeben: Auch Gott hängt an euch! „Ihr könnt Gott an seinem Herzen packen:“ Er hat nämlich eine große Schwäche!
Er hängt mit seinem Herzen an Euch. Er wird immer zu euch stehen. Er wird euch nicht einfach abhängen (Symbol Kleiderbügel) wie ein Kleidungsstück und Euch allein im Regen stehen lassen mit euren Bitten, Nöten, Sorgen und Träumen.
Gott wird sich nie hängen lassen, nur einmal hat Gott sich unfreiwillig hängen lassen. Am Kreuz wurde Jesus böswillig festgenagelt und einfach hängen gelassen. Alle seine Freunde haben ihn in seiner größten Not hängen gelassen. Das hat ihm das Leben gekostet und uns und Euch die Freiheit (Un-ab-hängig-keit) gebracht. Nie wieder werdet ihr einfach so abgehängt, in die Ecke gestellt, sondern mit Gott seid ihr un-ab-hängig geworden. Ihr dürft euch an diesen Menschenfreund Jesu anhängen (anvertrauen) und Euer Weg soll gesegnet sein.

Wir hoffen natürlich, dass viele von Euch mit ihrem Herzen auch weiterhin an unserer Auferstehungskirche hängen und einen Platz in der Jugendarbeit finden. Hier dürft ihr abhängen (Entspannen) und euch an Menschen einhängen. Ein Slogan  des Hage Baumarktes passt hier ganz gut: Mach Dein Ding! Lass dich nicht hängen
Macht Euer Ding! Hier bei uns!! Baut mit an Gottes Reich-hier mitten unter uns!! Die Türen für euch sind für euch weit geöffnet! Lasst euch nicht einfach abhängen, sondern bleibt auf der Überholspur.

Als Kirchenvorstand würden wir uns darüber sehr freuen. Warum? Auch unser Herz hängt auch an euch!

 So wünschen wir Euch alles Gute und Gottes guten Segen für Eure weitere Zukunft!

 

 

 

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Einführung Vikarin Frau Wuschig          
Augsburg, 18.Sept 2016                                                   Herbert Niedermirtl 

Liebe Frau Wuschig,    

willkommen in unser Auferstehungskirche. Ich begrüße sie im Namen des Kirchenvorstandes und freue mich sehr, dass sie die erste Vikarin in unserer Gemeinde sind. Sie sind jetzt in der Auferstehungskirche gelandet und werden 2 Jahre ihre Ausbildung hier fortsetzten.

Was wird sie hier erwarten? Viele Lernfelder!  In der Seelsorge, in der Verkündigung, in der Verwaltung, in der KiTa und in der Schule. Nicht wenige, davon manchmal knifflige Aufgaben, müssen gelernt, angepackt und bewältigt werden. Sie haben einen sehr guten hoch motivierten Mentor und Lehrpfarrer an Ihrer Seite, der sie voll unterstützen und anleiten wird.                                                                                                                                                                            
Und  noch eine spannende Frage lautet: Welche Menschen erwarten mich hier?

Ich denke der Name Auferstehung gibt auch Auskunft über die Menschen hier. Wie sind die Menschen hier? Buchstabieren wir einmal den Namen: A-u-f­-e-r-s-t-e-h-u-n-g

Diese Menschen finden sie hier:                                                                                        
Liebe Gemeinde sie können mir widersprechen, wenn es nicht stimmt!!!

A: aufgeschlossene und aufmerksame Menschen                                                         
U: unaufgeregte und unterschiedlichste Menschen                                                        
F: freundliche, friedfertige, faszinierende Menschen                
E: eindrucksvolle und einfallsreiche Menschen   
R: rücksichtsvolle, manchmal redelustige Menschen  
S: sympathische, soziale, spontane 
Menschen                                                              
T: tiefgründige, talentierte, teamfähige Menschen                                                         
E: einzigartige, ehrliche, engagierte, ernsthafte Menschen                                            
H: humorvolle, hilfsbereite, herzliche Menschen                                                            
U: unbequeme, aber immer umgängliche, manchmal ungeduldige, aber      
     immer unbedenkliche Menschen                     
N: nachfolgende, normale, manchmal niedergeschlagene 
Menschen                            
G: geheimnisvolle, gebetsverbindende, glaubensstarke, glückliche          
     Menschen                                                                                                                      
Hier sitzen diese Menschen!!!                                                          
Wir wünschen Ihnen viel Freude in der Begegnung mit diesen Menschen, einen guten Start und Gottes reichen Segen, der sie beflügeln soll hier bei uns- gleich dem Motto:
Auferstehung, wenn`s gut werden soll!

 

 

 



Herr, segne unser Reden und Hören durch deinen Heiligen Geist.

Sorgt euch (nicht!)- Gott schafft es!
Predigt 4.Sept.2016  Herbert Niedermirtl

Liebe Gemeinde,

Wie geht es Ihnen? – Euch? Kann es sein, dass sie sich diese Woche Sorgen machten? Über den Zustand der Welt, die weiter ungeklärte Flüchtlingsfrage und über die Frage „Wie schaffen wir das?“ Sorgen über unsere Sicherheit, die durch islamistischen Terror gefährdet ist?  Der nicht aufhörende Krieg in Syrien und Irak und die unzähligen Flüchtlings-ströme aus dem Nahen Osten und Afrika, die nicht enden wollen.
Ich blicke in besorgte Gesichter! – Die Besorgnis hat laut Medien spürbar zugenommen.

Unsere Bundeskanzlerin Frau Merkel hat mit ihrem berühmten Satz: Wir schaffen das! -versucht die ersten besorgten Bürger zu beruhigen. Ist es nicht erstaunlich wenn unser Ministerpräsident in seiner Regierungserklärung erläutert, dass das wichtigste in Bayern jetzt die Sicherheit sei - und nicht mehr wie in der Vergangenheit „die Freiheit“? Es hat sich ein Wechsel vollzogen.
Sorgen! Dazu kommen die eigenen persönlichen Sorgen dazu: Die Sorgen um Finanzen, um Familienangehörige, um den Arbeitsplatz, den Gesundheitszustand, dem kommenden Schulbeginn.
Wir befinden uns- so scheint es-  auf einem Sorgenmeer und fühlen uns den Wellen hilflos ausgeliefert.

Gibt es keine sorgenfreien Zonen?
Was brauchen wir, dass wir wieder Hoffnung haben und den Blick nach vorne heben. Was brauchen wir, dass wir wieder erleichtert leben können und selbst zu zuversichtliche Hoffnungsträger werden?
Einen echten Sorgenabnehmer, der sagt „Ich schaffe das!“  Aber gibt es sowas?
Der Predigttest könnte heute nicht besser passen und er bietet eine Lösung an:

1.Petrus 5,5c-11

Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit.       
Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.                             
Seid nüchtern und wach; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge.
Dem widersteht, fest im Glauben, und wisst, dass eben dieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen.

Petrus der Apostel schreibt an seinen Mitgeschwister in einer schwierigen sorgenvollen Zeit. Der Brief geht an die
Gemeinden in Kleinasien (dem heutigen Türkei) an sehr besorgte Christen, die Verfolgung, Unterdrückung und Willkür gegen sich erleben müssen. 

„Den Demütigen gibt er Gnade. Deswegen: Demütigt euch. So steht das kurz und knapp geschrieben.   
Solche Worte haben heute in unserer freiheitsliebenden Welt, in der jeder sein eigener Herr sein möchte, sich von niemandem bestimmen lassen will, einen ungenießbaren Beigeschmack. Das klingt alt und verstaubt, klingt nach dumpfem Gehorsam und danach, es allen Recht machen zu müssen. Will Gott solche Menschen? Menschen, die sich klein machen ohne Rückgrat? 

Diese Ansicht von Demut ist aber völlig falsch. Und ihr muss deutlich widersprochen werden. 

Dazu ein Zitat: Zwischen Hochmut und Demut steht ein drittes, dem das Leben gehört, und das ist der Mut."Theodor Fontane, Céci

Demut bedeutet im eigentlichen Sinn „Mut, zu dienen“. Es ist eine Haltung!  –Es braucht Mut einzugestehen, ich schaffe es ohne Gott nicht: Es braucht Mut, unter der Hand Gottes zu dienen. Es braucht Mut auf Gott zu vertrauen, der das Leben bestimmt. 
Widerstehe nüchtern und wachsam dem Gedanken, du könntest es ohne Gott schaffen. Wie oft muss ich in Gesprächen anhören, wie lächerlich und unvernünftig es ist, in einer aufgeklärten Welt an einen Gott zu glauben.

(siehe gestriger Lesebrief AZ vom 3.9:“Wie kann ein mit Vernunft begabter Mensch ernstlich glauben? Er kann auch gottlos glücklich werden!“

Solche „vernünftigen“ Menschen geben den Religionen die ganze Schuld für das ganze Chaos, Kriege und Unrecht auf dieser Erde. Haben sie recht? Fast bedauern mich nahestehende Menschen und Arbeitskollegen, dass ich sowas wie das Christentum benötige! In ihren Augen bin ich schwach, bemitleidenswert und unvernünftig!!!  Ich bin manchmal verwirrt darüber und manchmal lächle darüber!! Sind sie da nicht ein bisschen übermütig? Handle ich wirklich gegen jede Vernunft?
Kann es sein, dass sie nicht die Kraft der Demut kennen? Ist es nicht Hochmut, der nur sich selbst für wichtig nimmt, andere von oben herab beurteilt und das Maß aller Dinge in sich selbst sucht? – Ich habe eine Ahnung: Diesen Menschen bleibt die Nähe Gottes verschlossen, weil sie Gott nicht brauchen. Sie haben ja genug Vernunft, Selbstsicherheit und Selbstherrlichkeit.
Aber es gibt ein Geheimnis:  Wer die Menschen mit Gottes Augen sieht, wer die Not und das Leid in dieser Welt wahrnimmt und sich davon berühren lässt, diesen Menschen ist Gott nahe mit seiner Gnade und seiner Stärke.

Und jetzt kommt der entscheidende Punkt, der mir das Leben eröffnet und mich zum Staunen bringt:In dieser Haltung der Demut darf ich etwas Unfassbares und Ungeheuerliches tun:
Petrus schreibt: Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch.
Alle Sorgen- alle – alle Besorgnisse – wirft auf Gott!!

Es beruhigt mich ungemein, liebe Gemeinde, dass da nicht steht, alle Sorgen werft auf eure Eltern! – oder Ehepartner oder Pfarrer Benjamin Lorenz oder gar auf mich!!

Das wäre unerträglich, unmenschlich, unmöglich.
Gott schenkt uns seine Gnade, das bedeutet: Er schenkt uns seine ganze Aufmerksamkeit und Hilfsbereitschaft. Er ist besorgt um uns!! Ist das nicht ein bisschen übermütig von Petrus, sowas zu schreiben: Wirft alle Sorgen auf Ihn! Kann das ein Gott aushalten und schaffen?

Ja! Jesus sagt: Kommet her zu mir alle, die ihr besorgt und beladen seid mit Sorgen; ich will euch erfreuen. 29Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen (Matth 11

Es ist eine Einladung zum Gebet, eine Einladung zum Loslassen. Jesus ist der Sorgen-Versteher!! Gott ist der Sorgen-Abnehmer!!! Gott ist schafft es!

Ich habe selbst einen Beruf gewählt, um den es ausschließlich um besorgte Menschen geht. Ich umsorge sie als Krankenpfleger in ihrer Krankheit oder Unfall in unserem Krankenhaus. Ich habe den Mut gehabt einen Beruf zu wählen, der Menschen dient.(Demut) Wie oft werfen mir die Patienten ihre Sorgen um die Ohren, äußern Ängste, sind überfordert mit Schmerzen und ihrer Situation!!  Und sie wissen, was hilft: Ich bin da für sie! Sie drücken die Patientenglocke und schon steh ich vor ihrem Bett!

Ich helfe Ihnen!! Und das Geheimnis der Besserung ist: Wenn sie mir vertrauen als Krankenpfleger wird vieles gut. Die Sorgen kleiner, die Schmerzen erträglicher, der Tag erleichtert.                                                             
Das bringt mich zu Gott. Gott ist für mich da. Ich kann die Glocke drücken, dann steht Gott schon bereit. Gott hat auch den Mut zu dienen! Jesus sagt: Er ist von Herzen demütigt!!!!Das ist ein ganz anderes Gottesbild! Hier geht es nicht um Macht oder Unterwerfung (was Islam übersetzt heißt), sondern um einen Gott, der sich zu mir beugt, mir zu Seite steht. Der mir dienen will!!!! Ich kann meinen Rucksack an Sorgen um seine Ohren werfen- zuwerfen-  an das Kreuz bringen!! Ich kann diesen Jesus vertrauen in allem. Ich kann diese Last dort lassen und brauche sie nicht mehr mitnehmen.

Als Jesus am Kreuz aufschrie: Es ist vollbracht:  Hat er auch damit gemeint: Ich habe es geschafft - auch mit meinen und deinen Sorgen fertig zu werden!!!

Martin Luther sagt: Man soll Gott das Sorgen überlassen
Es wird niemals einen sorgenlosen Zustand geben, denn es ist wichtig, dass wir besorgt bleiben. Es ist ein Akt der Liebe!!! Das wir uns sorgen um unsere Kinder, Eltern, um Kranke, um Gemeindemitglieder, um Flüchtlinge!

Vielleicht wissen es noch Einige. 
Als unser Pfarrer Benjamin für seinen Dienst bei uns eingesegnet wurde, hat er genau diesen Spruch gewählt. „Alle eure Sorge werft auf Gott; denn Gott sorgt für euch.“ 1. Petrus 5,7
Wir haben ihm dazu ein Bild geschenkt mit einem Spruch von Corrie ten Boom, das ihn seinem Pfarrbüro hängt:   
Sie sagt:  Sich Sorgen zu machen - nimmt dem morgigen Tag nicht seinen Kummer.  - Es nimmt dem heutigen Tag die Stärke.

Solches sagte Corrie ten Boom, die Schreckliches im KZ Ravensbrück erlebte und überlebte. Als überzeugte Christin hat sie später sogar ihren SS-Aufsehern vergeben. Sie war eine demütige Frau. Sie hatte allen Grund in einem Sorgenmeer unterzugehen, aber sie lernte ihre Sorgen auf ihren Gott zu werfen. Das machte sie stark!! Und zu einer großen christlichen außergewöhnlichen Zeitzeugin.                                      
Vielleicht ein Geheimnis stark zu bleiben. Bei Gott sind meine und Ihre Sorgen in guten Händen.

Abschluss:   
Petrus endet den Brief: Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet (besorgt seid), aufrichten, stärken, kräftigen, gründen.    Gott schafft das!!!        Amen

 

 

 




In Betroffenheit Juli 2016

Wir stehen alle noch unter den Eindrücken von den Geschehen von Nizza, Würzburg und in München. Fassungslose schockierende Taten durch junge verblendete oder psychisch kranke Männer verursacht.

Welche Hand und welche Macht hat nach diesen Männern gegriffen? Was hat sie zu diesen Taten getrieben? Ergriffen sein von Mordlust und absoluten Tötungswillen. Ergriffen sein von Hass und Feindschaft.

Heute in der Predigt werden wir von Paulus hören, wie er von einem anderem "Ergriffen" sein spricht. Genau das Gegenteil!! Was es bedeutet ergriffen zu werden von Jesus. Da ist eine unbegreifliche Liebe, die unsere Hand ergreift und uns zum Segen wird. Gesegnete Menschen werden dann auch ein Segen sein für andere. Da ist kein Platz mehr für Feindschaft und Hass. Das hoffe ich, das glaube ich!

Ergriffen von Jesus                                            Predigt Herbert Niedermirtl                                  

Herr, segne unser Reden und Hören durch deinen Heiligen Geist. Amen

Ein Mann; Mitte 40, gebildet, hat schon eine Menge erlebt und seine Erfahrungen gemacht. Zurzeit sitzt er wieder einmal in dem Gefängnis und ist so plötzlich gezwungener Maßen zum Stillstand gekommen. Er hat plötzlich viel Zeit zum Nachdenken bekommen. Paulus-Wir wissen, dass er zwei Jahre lang in Untersuchungshaft einsitzen musste. Der Vorwurf: Er ist Aufführer! Sein Verbrechen: Er hat Jesus verkündigt.                                                     
Nun hat viel Zeit und die nützt er. Er zieht ein erstes Fazit in der Rückschau auf sein Leben. Wir kennen das vielleicht; durch eine Krankheit oder Unfall werden Menschen plötzlich unfreiwillig zum Stillstand gezwungen. Und man merkt, dass man so nicht mehr weiterleben kann. Z.B. bei einem Ereignis wie einem Herzinfarkt! Dann muss man sein Leben neu bewerten und ordnen müssen. Bei weitreichenden Veränderungen wird dann ein erstes Resümee gezogen und die neue Erkenntnis an seine Familie und Freunde mitgeteilt: „Ich rauche nicht mehr!!!“
So geht es Paulus. Er blickt er zurück auf sein Leben und schreibt seine Erkenntnisse an die von ihm gegründete Gemeinde in Philippi in bemerkenswerten Zeilen!! Fast ein Vermächtnis!!!und eine große Liebeserklärung an Jesu

 Philipper 3,7-11(12-14)

Was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden erachtet.Ja,ich erachte es noch alles für Schaden gegenüber der überschwänglichen Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn.Um seinetwillen ist mir das alles ein Schaden geworden,und ich erachte es für Kot,             
damit ich Christus gewinne und in ihm gefunden werde,       dass ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt, sondern die durch den Glauben an Christus kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott dem Glauben zugerechnet wird.Ihn möchte ich erkennen 
und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleichgestaltet werden,     ich gelange zur Auferstehung von den Toten.

Nicht, dass ich's schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich's wohl ergreifen könnte, weil ich von Christus Jesus ergriffen bin.

Paulus will eine total lebensveränderte Erfahrung an seine Leute mitteilen und es geht mir so, als würde er es heute Morgen an uns alle schreiben. Der Brief an die     Auferstehungskirche….

Seine Erkenntnis?                      
Was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden erachtet. Ja, ich erachte es noch alles für Schaden gegenüber der überschwänglichen Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn. Um seinetwillen ist mir das alles ein Schaden geworden und ich erachte es für Kot. (Sch……?!)

Was für Worte! Paulus
Was mit ein Gewinn war-mein Beruf als Gesetzeslehrer, die Karriere als Pharisäer, mein hervorausragender Ruf, meine gesellschaftliche Stellung, mein Richten nach dem Gesetz, meine Gottesfürchtigkeit, mein ganzes Fachwissen, mein religiöses Halten von Geboten, mein aufrichtiges Streben Gott zu dienen- alles hat mich rückblickend geschadet, ist zweitrangig geworden, ist nichts wert, ist Kot!! (Sch…..das Wort dürfen wir vor Kinder nicht benützen)

Warum diese harten Worte? Seine Erkenntnis:
Ich war völlig unfrei
!!! Ich war gefangen im Netz meiner Religiosität!! In meinem Denken musste ich mir Gottes Gunst verdienen. Gesetze und Verbote bestimmten mein ganzes Leben. Ich wollte den Willen Gottes erfüllen und durchsetzen mit aller Konsequenz, mit Fanatismus, mit Eifer, mit aller Kraft, Rücksichtslos mir gegenüber und anderen. Glücklich war ich nie.                                                  
Über mein Leben stand das Obergesetz: Wer Jude ist, muss sich anstrengen um Gott zu gefallen!!

Gott verlangt viel von einem gläubigen Juden. Gleich nach dem Aufstehen muss Paulus sich die Hände waschen, denn nachts ist der Mensch wie tot, erklärt die Tora, "dadurch wird er unrein". Dann muss er zehn Segenssprüche sprechen, zum Beispiel Gott dafür danken, dass er ihm seine Seele zurückgegeben hat und dass er ihm Kleidung und Essen gibt. Das Essen muss koscher sein, und er darf nicht trödeln, sonst wird es zu spät für das Morgengebet. So beginnt der Tag.   
"Im Judentum kann man Glauben und Alltag nicht trennen", sagt jeder Rabbiner. Die Welt des Judentums ist eine Welt der Gesetze. Alles beruht auf der Offenbarung, die Mose von Gott empfangen hat. Für Christen ist sie ein Teil des Alten Testaments. Für Juden ist sie die Tora, das Grundgesetz ihrer Religion. Juden lesen im Talmud von 613 Vorschriften: 248 Gebote und 365 Verbote. Moralgesetzte, Reinigungsgesetze, Essvorschriften, Gebetsvorschriften usw..
Sie sollen Gott lieben. Sie sollen Gott fürchten. Sie sollen keine Nichtjuden heiraten. Sie sollen Almosen geben. Sie sollen keine Lebewesen essen, die im Wasser leben, außer Fisch. Viele der 613 Vorschriften sind sehr konkret.

Wir haben bei unserem Urlaub in Israel erlebt, was es heißt, als ultra-orthodoxer Jude zu leben,wie in Jerusalem penibel Gesetze und Verbote eingehalten werden.
Am Sabbat darfst du als frommer Jude keinen Aufzugkopf drücken, bestimmte Aufzüge im Hotel fahren deswegen automatisch und halten an jedem Stockwerk. Einen Lichtschalter ein und ausschalten ist nicht erlaubt. Kein Ofen darf benützt werden.
Im Bus darf sich keine Frau neben einen Rabbiner setzen, sonst würde er unrein werden. Eine Touristin setzte sich unwissend neben einen Rabbiner. Der ganze Bus tobte, bis sie endlich verstand und sich verängstigt in den hinteren Teil des Busses setzte.Am Sabbat ist der jüdische Stadtteil menschenleer.
Wieviel Unfreiheit steckt im Talmud?
Wieviel Unfreiheit steckt im Koran??
Dass erlebe ebenso im Alltag unter den muslimischen Flüchtlingen und Asylbewerbern. Religiöse Vorschriften und Gesetze bestimmen ihren Alltag. Ich sehe ihren großen Eifer es Allah recht zu machen. Darf eine schwangere Frau am Ramadan tagsüber trinken und essen, somit die Fastenvorschriften brechen? Darf eine Frau mit einer schweren schmerzhaften Harnblasenentzündung Flüssigkeit aufnehmen auch tagsüber im Ramadan?
Was passierte? Das Antibiotikum schluckte sie ohne Wasser. Die ärztlich verordnete Trinkmenge 3-4 Liter durchgehend am Tag verweigerte sie. Die Ärztin und wir als Helferkreis konnten nichts machen. Allah gefallen um jeden Preis, die Angst es falsch zu machen, auch gegen jede menschliche Vernunft- siegte! Eine andere nette 20-jährige syrische Frau, die uns im Helferkreis übersetzt, mit sehr guten Deutschkenntnissen hat die Chance erhalten eine Ausbildung als Altenpflegehelferin zu beginnen. Es ist ihr Traum später Krankenschwester zu werden. Die einjährige Ausbildung würde ihr alle Türen dafür öffnen. Sie will das gerne. Aber es droht zu scheitern!!!                                                                                                                                                                                                                  Warum? In dem zweiwöchigen Praktikum auf meiner Station weigerte sich ihre Unterarme FREI ZU MACHEN:  Sie trägt ein Kopftuch, ein Schal bedeckt auch ihren Hals, dazu eine langärmlige Bluse, die beide Unterarme bis zur Hand bedeckt.- Sie will eine gute Muslime sein und sie ist es auch. Wir erklären ihr, dass es aus hygienischen Gründen nicht erlaubt ist, die Unterarme zu bedecken. Sie nimmt das nicht an! Sie verweigert sich und klärt uns über die
Kleiderordnung
im Koran auf. Sie konnte auf der Station bleiben, weil ich sie kenne.

Vorgestern hat mich die Lehrerin der Ausbildungsstelle angerufen und wollte hören, was ich für einen Eindruck über die junge Frau habe, die sich so gut integriert hat. Ich habe ihr gesagt, dass ich diese junge Frau absolut schätze und für sehr geeignet finde diesen Beruf zu erlernen, aber auch gleichzeitig ihre durchgehende Missachtung der hygienischen Vorschriften geschildert. Die Lehrerin war betroffen. Sie hat mir gesagt, dass sie ihr eine Zusage geben wollte, aber bei ihr noch einmal nachfragen werde. Wenn sie sich weigert, diese unbedingte Hygienevorschrift zu beachten, wird ihr Traum eine Ausbildung in der Pflege zu beginnen an ihrer unfassbaren Weigerung ihre Unterarme nicht zu bedecken-für immer scheitern!!!!!! Es wäre eine Tragödie!!   

Was ich befürchte Sie wird sich weigern! weil sie unter einem Gesetz steht, dass ihr es nicht erlaubt ihre Unterarme frei zu machen. Sie lebt in Unfreiheit!!!   

Wie viele Menschen leben in Unfreiheit? Auch Christen! Bin ich frei?
Ich war völlig Unfrei!!!!!! 
So hat jetzt Paulus sein Fazit gezogen!!! Alle Gebote und Gesetze hat er vorbildlich gehalten und am Ende zu erkennen, wie unfrei, unmenschlich und gottfern er war!!! Alles war Mist, Kot!! Aber jetzt schreibt Paulus Zeilen, die ein ganz anderes Bild zeigen:
Seit ich diesem Jesus Christus begegnet bin!! In sein Blickfeld geraten bin und zum Glauben an ihn gekommen bin, hat sich alles auf den Kopf gestellt.

·       Hat eine Umwertung aller Werte begonnen,
hat sich ein neuer Lebensinhalt eröffnet,
suche ich nicht mehr meine Gerechtigkeit nach dem   Gesetz, willl ich mich selbst nicht in Ordnung bringen,
glaube ich-Gott liebt mich bedingungslos

Denn Gott hat mich aus dieser Enge in die Weite (Freiheit) geführt!   Er die Liebe!! Ein Gott für uns!! Ein Gott, der will, dass sich mein Leben erweitern will. Ein Gott der durch meine Tiefen und Höhen gehen will, der mit vergibt und mich begabt!!!! Ich werde befreit meine Gaben und Talenten einzusetzen aus Liebe zu ihm und den Mitmenschen

Seine Erkenntnis: Es geht darum, Christus zu gewinnen und ob Christus mich gewinnen darf, um mein Leben neu zu ordnen. Es geht um Gemeinschaft mit ihm zu haben. Das ist der größte Wert!!!!! Nicht gesetzliche Sollerfüllung.
Das erkennt Paulus rückblickend im Gefängnis und teilt es seine Mitbrüder und Freunden mit.
Ich will von Jesus ganz ergriffen werden, seine Hand soll mich halten- ich gebe ihm auch meine Hand. Und das ist mein Ziel- immer mehr von Jesus ergriffen werden und sich von ihm verändern lassen.

Wir Christen haben eine unverschämte Freiheit

Christus führt in die Freiheit!
Sie ist auch teuer bezahlt worden von Jesu in seinem Kreuzestod.Diese Begnadigung kann man sich nicht verdienen, sondern wird nur verschenkt!                         Das ist die Botschaft des Paulus an die Philipper, an uns, an alle Unfreien, an alle ultra-orthodoxen Juden, auch an alle Muslime!

Die Welt braucht nichts dringender als Jesus!!!

Abschluss: Dieser Mann sitzt im Gefängnis, Zwei lange Jahre in Untersuchungshaft, scheinbar unfrei, umgeben von Gefängnismauer, oft gefesselt, als er diese Zeilen schreibt. Seine Fürsorge gilt wie immer seinen Mitbrüdern und Mitschwestern.
Er schreibt einen unglaublichen Satz zum Abschluss seines Briefes, der mich erstaunt und den ich niemals so erwartet hätte: Er schreibt: „Freut euch in dem Herrn allezeit und abermals sage ich euch Freut euch“ Und gleich darunter: „Der Friede Gottes der höher ist als alle Vernunft bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.“
Das kann nur einer sagen und schreiben, der wirklich frei ist und er ganz von Jesus ergriffen wurde.

Amen

 

 



Wer Jesus hat, hat das Leben - nicht weniger 

Predigt zu 1. Johannesbrief, 5. 11-13   3.Jan 2016

Liebe Gemeinde!                                              

Silvester ist vorbei. Das alte Jahr 2015 ist nun Geschichte.
Es gab bei uns sicher viele schöne Begegnungen und Gefühle an Weihnachten. Sicherlich gab es stressige Momente und Stunden und unheimlich viel zu erledigen, damit Weihnachten gelingt. Bei anderen ist Weihnachten offensichtlich ein Alptraum. Als ich eine 40-jährige Patientin trösten wollte, dass sie Weihnachten bei uns im Krankenhaus bleiben sollte, antwortete sie mir trocken: „Ich hasse Weihnachten und kann damit sowieso nichts anfangen!“ Eine unerwartete harte Antwort, die mich als Krankenpfleger erschreckte und irritierte. Weihnachten bedeutet mir so viel. Sollte ich für sie Weihnachten retten?                                            
Eine besondere Antwort von unserem Gemeindemitglied Alexander B. hat mich nach dem Weihnachtsgottesdienst zum Umdenken gebracht. Als ich ihm erklärte, dass ich Weihnachten für manche retten muss, antwortete er mir humorvoll: Nicht du musst Weihnachten retten, sondern Weihnachten rettet dich! - Nicht Du musst Weihnachten retten, sondern Weihnachten rettet dich!

Gott hat sich in einzigartiger Weise zu erkennen gegeben. Er hat sich in Jesus zu erkennen gegeben. Er hat den Himmel verlassen und ist menschlich geworden. „HALLO, HIER BIN ICH!!“

Welches Geheimnis steckt hinter dieser Geburt? Welches Rätsel steckt hinter diesen Jesus. Jesus, wer bist du?         
Unser Predigtwort für diesen 2. Sonntag nach Weihnachten, hilft uns, Jesus auf die Spur zu kommen, denn so hat sich Gott in einzigartiger Weise der Welt zu erkennen gegeben. Und daher weiß ich, wie er ist. Er hat einen Vorstellungsbesuch gemacht und hilft uns auf der anderen Seite von Weihnachten anzukommen.                                                 

Wir hören aus dem 1. Johannesbrief, Kapitel 5 (die Verse 11-13):

Das ist das Zeugnis,
dass uns Gott das ewige Leben gegeben hat,
und dieses Leben ist in seinem Sohn.
Wer den Sohn hat, der hat das Leben;
wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.
Das habe ich euch geschrieben,
damit ihr wisst, dass ihr das ewige Leben habt,
die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes                                          

Es fällt auf, wie oft hier das Wort haben vorkommt. Wer hat, der hat, sagen wir. Auf der anderen Seite von Weihnachten werden wir also daran erinnert, dass wir etwas haben. Dass an Weihnachten etwas geschehen ist, das bleibt!!! Dass uns an Weihnachten etwas geschenkt wurde, das sozusagen in unseren Besitz übergegangen istGottes Sohn„Und wer den Sohn hat, der hat das Leben.
So einfach ist das, und gleichzeitig so schwierig!                
Soll dieser Gott, der Schöpfer des Universums so zu haben sein?

Wer bist du, Jesus? - dass Du einfach den verdutzten religiösen Führern der damaligen Zeit erklärst: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ – niemand kommt zum Vater, denn durch mich!!

Du behauptest ja hier nichts Anderes, als das Gott und du eins sind und es ohne dich es keinen Zugang zu Gott gibt, den du Vater nennst.
- Dass du alle Wahrheit kennst und es ohne dich es kein Erkennen gibt. -  Dass Du das sinnvolles Leben gibst, dass befreit und Orientierung gibt.                          
Alle Versuche wirkliches Leben zu erlangen finden nicht ihre Erfüllung und Sinn ohne Dich und enden im Irrtum.

Was ist denn hier mit Leben gemeint? Was ist gemeint, wenn hier steht: Wer Jesus hat, der hat das Leben? Im Griechischen gibt es zwei Begriffe für Leben: einmal bios. Darunter versteht man das biologische Leben. Also, dass meine Organe arbeiten, dass ich atmen kann, dass mein Körper funktioniert etc. Das steht hier aber nicht. Hier steht der Begriff: zoä. Das bedeutet auch Leben, aber damit ist Leben mit ewiger Qualität gemeint. Das heißt:  Wer Jesus hat, der hat Leben mit ewiger Qualität, der hat ein Leben, das verbunden ist mit dem Ewigen in Person. Wer Jesus hat, der hat ewiges Leben.

Sollten wir zu Verlierer werden, wenn wir Jesu nicht haben? Kann man das Leben verlieren?
Aber kann man dich haben? Besitzen?
Es ist unmöglich, auch nur zu denken, dass wir Gott haben könnten.
Haben klingt nach besitzen.
Kann man Gottes Sohn besitzen wie ein Auto oder ein Möbelstück? Sicher nicht, denn er ist kein willenloser Gegenstand.

-      Man kann Gottes Sohn haben, wie man einen Ehepartner hat oder einen besten Freund. Ehepartner und Freunde sind nicht mein Besitz, aber sie sind mir anvertraut auf Zeit. Sie sind mir vertraut, weil wir uns füreinander entschieden haben, weil wir das Leben miteinander teilen, weil wir viele Erfahrungen gemeinsam haben. Deswegen gehören sie zu mir, aber sie gehören mir nicht im Sinne eines Besitzes.
So ähnlich verstehe ich auch den Ausdruck den Sohn haben: Ich habe mich für Christus entschieden und möchte mein Leben mit ihm teilen. Die Frage, die wir beantworten müssen?
Wer ist Jesus für mich? Darf Jesus auch mich haben?

Als der 1. Johannesbrief geschrieben wurde, gab es Christen, die konnten sich nicht vorstellen, dass Gott ein Mensch wird mit Haut und Haaren. Sie wollten die Allmacht Gottes bewahren, ihn nicht hinunterziehen auf unser Niveau. Es konnte und durfte nicht sein, dass Gott sich allem unterwirft, was ein menschliches Leben ausmacht bis hin zu Leid und Tod. Sie behaupteten, Gott habe nur zum Schein Menschengestalt angenommen. Eigentlich aber sei er geblieben, was er immer war, nämlich Gott.           
Auch für MUSLIME UNDENKBAR; das Gott sich in Jesus so offenbart hat. Ein Gott wird Mensch- dazu noch von einer Jungfrau geboren.              
Undenkbar, unglaubhaft und absurd für Muslime, der dann noch am Kreuz sterben soll für die Sünden der Welt. Mohamed behauptet einfach, ein anderer als Jesus sei gekreuzigt worde
                                             

Der 1. Johannesbrief dagegen hält fest:

-      Gott ist ohne die Lebens- und Leidensgeschichte Jesu nicht zu denken.
Wer den Sohn hat, der hat das Leben;
wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.
Wenn ich Christus habe, dann gehören Gott und Mensch zusammen.
Wenn ich ihn habe, dann prägt er mich.
Wenn ich ihn habe, gibt er meinem Leben Orientierung.
Wenn ich ihn habe, dann habe ich ein Fundament, auf das ich im Leben und Sterben bauen kann.
Und immer an Weihnachten stellt sich uns die Frage: Wie sollen wir dich empfangen?

Es ist das Wunder von Weihnachten, das sich in Karfreitag und Ostern fortsetzt: Wie die Hirten und die Weisen dürfen wir zu Gott kommen, weil er in seinem Sohn zu uns kommt. Wir haben den Sohn, weil er sich uns schenkt und weil wir ihn haben, haben wir erfülltes Leben.

Kein perfektes Leben, kein Leben ohne Scheitern, Schuld und Leid. Aber ein Leben, das wir im Vertrauen auf Gott leben dürfen – hier und in Ewigkeit.

Amen.

Am Schluss zeige ich einen Sketch aus unseren Comedy-Programm: Er zeigt, was es heißen könnte, sich von Jesus zu trennen und somit sich vom Leben zu trennen.

Sketch: Trennungsgesellschaft

"Nichts kann uns von seiner Liebe trennen. Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder unsere Ängste in der Gegenwart noch unsere Sorgen um die Zukunft, ja nicht einmal die Mächte der Hölle können uns von der Liebe Gottes trennen   Römer 8

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Wenn´s gut werden muss  -Baumarkt  Grußwort 2016 zur Konfirmation

Liebe Konfirmandinnen, liebe Konfirmanden, liebe Eltern, Geschwister, Verwandte, Freunde

Heute ist euer großer Tag. Wir als Kirchenvorstand freuen uns für euch und können nur bestätigen, was viele über euch gesagt haben: Ihr seid ein besonderer toller Konfikurs. Den Jugendmitarbeitern und unserem Pfarrer war es ein großes Vergnügen mit euch Zeit an den Konfisamstagen und auf dem KonfiCamp  zu verbringen. Jetzt endet die Konfirmationszeit mit einer Entscheidung oder Bestätigung für Jesus, aber es ist kein Endpunkt, sondern nur einen Doppelpunkt: Jetzt geht der Weg mit Gott weiter. Hoffentlich spannend, aufregend, überraschend und hoffentlich fröhlich. Aber eines, da bin ist mir sicher: -  Euer Weg mit Jesus wird gesegnet sein. Mir ist eine originelle Werbung im Fernsehen aufgefallen: Das behauptet ein großer Fach-Betrieb von sich: Nägel sind nicht gleich Nägel, Farben sind nicht gleich Farben -Baumarkt , wenn gut werden soll!: Baumarkt , wenn’s gut werden soll!!

Moment und da fällt mir ein, dass Gott als der FACHMANN für Lebensfragen aller Art in der Bibel für sich wirbt: Leben ist nicht gleich Leben- Jesus - wenn’s gut werden soll !                                                                                         
Wir ihr verschieden seid
- jeder ist von euch einmalig - so sind eure Lebensvorstellungen, eure Lebensentwürfe, eure Wünsche, Hoffnungen, Sorgen, eure Interessen und Träume sehr verschieden. Der Mensch und das Leben sind so unterschiedlich. Das ist herrlich und manchmal auch stressig.

Das wollen wir euch gerne auf euren Wege als Kirchenvorstand mitgeben:                       Leben ist nicht gleich Leben, Jesus - wenn’s wenn gut werden soll. Wer Jesus hat, hat das Leben! Steht so im 1.Johannesbrief.  Mit Jesus an Deiner Seite, wird nicht immer alles gelingen, aber Du hast den besten Freund für das Leben, der dich in den Armen seiner Gnade trägt und Dir unheimlich viel zutraut.

Alles Gute für Eure weitere Zukunft!