Überrascht vom Leben
Überrascht von Gott

Predigten 2013-2015

Themen:


gehaltene Predigten oder Themen:

1.  Der Segen für den Betrüger Jakobs - Ist Gott ungerecht? Sept 2013 
2.  Ist Jesus ein Freak?-  Freaks for Jesus  JUGO 2013                                                                 
3.  
Begrüßungsrede  für Pfr. Lorenz  Sept 2013 
4.  Gottes Gelassenheit im Angesicht meiner Feinde Hauskreis Nov 2013 
5.  Gedanken zu Weihnachten 2013 Impulsfreizeit- Unerträglich    
6.  Gott vergisst niemanden -Predigt- 1.Sonntag nach Weihnacht 2013          
7.  Gott wird nicht müde -Predigt - St.Matthäus Jes.40.26-31 April 2014 
8.  Gebet bewegt Mensch und Gott  Predigt 2.Moses 32, 7-14  25. 05.2014
9.  Volle Fahrt voraus -Kinderfreizeit 2014  Bartimäus gibt Gas
10. Gottes Einfall -Ich bin das Brot Predigt: 2.Mose 16,2-18 3.August 2014 
11. Ein Teenager verwirrt alle-
Predigt - Lk 2,  St.Matthäus 4.Jan 2015
11. Gleichnis vom Weinberg – Predigt - März 2015
12. Nikodemus-Neugeboren – Predigt - Joh.3-1-18, Mai 2015
13. Impulsfreizeit 2014: Vom Gebet:"Vater unser" inspiriert!
14. Rede an die neuen Kofirmanden: "Bringt Farbe in die eure Konfirmation"
15. Der barmherige Flüchtlingshelfer-Predigt-August 2015
16. Predigt vom Reich Gottes- Lukas 17- Nov 2015
17. Gedanken zum Höchstwert- Comedy- Nov 2015
18. Abschiedsrede Pfarrerehepaaar-U.Stenglein Hektor und C. Hektor 2014


 

01 
  Ist Gott gerecht? Ein Segen für den Betrüger 
Hauptgottesdienst Sept 2013

Gott tut sein Werk trotz uns  –       8 Erfahrungen

1. Mose 28, 10-19a

Jakob zog aus von Beerscheba und machte sich auf den Weg nach Haran und kam an eine Stätte, da blieb er über Nacht, denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm einen Stein von der Stätte und legte ihn zu seinen Häupten und legte sich an der Stätte schlafen. Und ihm träumte, und siehe, eine Leiter stand auf Erden, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder. 
Und der Herr stand oben darauf und sprach: 
„Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott; das Land, darauf du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben. Und dein Geschlecht soll werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen Westen und Osten, Norden und Süden, und durch dich und deine Nachkommen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden. Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.“
Als nun Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: 
Fürwahr, der Herr ist an dieser Stätte, und ich wusste es nicht!“ 
Und er fürchtete sich und sprach: „Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels.“ 
Und Jakob stand früh am Morgen auf und nahm den Stein, den er zu seinen Häupten gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Steinmal und goss Öl oben darauf und nannte die Stätte Bethel.


Herr, segne unser Reden und Hören durch deinen Heiligen Geist. Amen.

Liebe Gemeinde!

Wir hören eine Begegnung aus der Bibel, die mich immer berührt und gleichzeitig erschüttert. Nicht nur, weil ich mich selbst als Zwillingsbruder über die Intrige und Falschheit eines Zwillingsbruders mit dem Namen Jakob empöre, der seinen Bruder kaltstellt, sondern weil auch mein Gottesbild von Gerechtigkeit in Frage gestellt wird.

Gottes Wege gehen anders oder Gott schreibt auf krummen Linien gerade


Die Bibel  leistet sich etwas, was wir so nicht kennen: Sie vertuscht die Schwächen und Fehler der großen Persönlichkeiten nicht, - während hochgestellte Persönlichkeiten bei uns oft alles unter den Teppich kehren
wollen.
Jakob, der Stammvater Israels, neigt zu Betrug und Hinterlist. Die Bibel verschweigt nichts. Diese Ehrlichkeit der Bibel überzeugt viele Menschen: Wenn die Bibel die Menschen schildert, wie sie sind, dann wird sie wohl auch von Gott erzählen, wie er ist. Die Schreiber der Bibel wussten eben: Gott schreibt auch auf krummen Linien gerade.
Das heißt aber auch: mit ganz normalen Menschen baut Gott sein Reich. Also auch mit uns. Mit Menschen, die ihre Stärken, aber auch ihre Schwächen und Grenzen haben, Fehler machen, sündigen. Denn es kommt nicht auf uns, auf die Menschen an. Das Entscheidende für die Gemeinde, für die Kirche, für die Welt- tut Gott. Er wirkt mit und durch fehlerhafte Menschen. Gott tut trotz uns sein Werk (Hedisatz)


In den Geschichten von Jakob und Esau geht es um zwei Themen: Rivalität und Segen. Zuerst zur Rivalität: Jakob und Esau sind Brüder (Zwillingsbrüder) und damit geborene Rivalen. Dem Wortsinn nach heißt Rivale: der aus demselben Fluss schöpft. Brüder - und Schwestern - wachsen im gleichen Lebensraum auf, und da ergibt sich Rivalität. Denken Sie an Kain und Abel.

Dabei ist es gar nicht schlimm, dass es Rivalität gibt, entscheidend ist, wie sie ausgetragen wird. Führen Unterschiede in den Chancen und Gaben zu Neid und Konkurrenz? Bei Jakob und Esau sehen wir, dass es auch im auserwählten Volk Gottes geschieht; Entscheidend ist, wie sie ausgetragen wird. Mit fairen Mitteln oder mit Intrige und Hinterlist. Jakob greift mit Hilfe der Mutter zu Betrug und Hinterlist, ergaunert sich so den väterlichen Segen

Jakob kauft dem naiven Esau das Erstgeburtsrecht für ein Linsengericht ab. Unfassbar dumm von Esau. Dann überlistet er den fast blinden Vater mit seinem Lieblingsgericht, das die Mutter gekocht hat, dann täuscht er den Vater mit einem Ziegenfell. So ergaunert er sich den väterlichen Segen. Wie gesagt: Dieser väterliche Segen bedeutet: Du bekommst alles, den Hof, die Felder, die Jagd und das mit meinem Segen. Und weil man den Hof nicht zweimal vergeben kann, hat Isaak, der Vater, auch keinen Segen mehr für Esau, als der kommt und danach bettelt: Hast du nicht wenigstens einen kleinen Segen für mich. Kein Wunder, dass Esau vor Wut schäumt und offen sagt: Wenn erst mein Vater begraben ist, bringe ich Jakob um. Das erfährt die Mutter und rät Jakob zur Flucht. Sie schickt ihn weg zu Laban, seinem Onkel, ca. 630 km zu Fuß. 


Am ersten Abend der Flucht legt sich Jakob nieder zum Schlafen

Und dann geschieht das völlig Unerwartete, alles wird auf den Kopf gestellt: Der Böse wird nicht bestraft, sondern gesegnet!!!! Gott schreibt auf krummen Linien: Moment Mal – Gott das kannst du doch nicht tun!! Das ist schlechthin ungerecht, was hier passiert:

Ein Wahnsinntraum: Gott gibt sich zu erkennen an der Spitze einer Himmelsleiter und seine Worte wirken wie ein Donnerschlag:

...durch dich und deine Nachkommen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden. Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.“ 

Wie von selbst kommen uns da doch solche Fragen in den Sinn: Womit hat Jakob diese Gnade Gottes verdient? Warum weist Gott ihn nicht zurecht? Wie kann Gott so freundlich mit einem umgehen, der sich mit List und Betrug den väterlichen Segen erschlichen hat? Aber wir wollen das einfach stehen lassen: Gottes Gedanken sind nicht unsere Gedanken. Er tut, was er will und verfolgt seine eigenen Pläne - auch wo sie uns manchmal fragwürdig oder sogar ungerecht erscheinen.

Aber vielleicht haben wir da doch auch schon eine erste Antwort auf die Frage, was wir von dieser Geschichte mitnehmen können - und das ist gar nicht so wenig: Gott sucht nicht wie ein unbarmherziger Richter alle Schlechtigkeit und Bosheit heim, die von uns ausgeht. Gottes Güte ist größer als unsere Fehler. Er verlässt uns auch nicht, wenn wir Schuld auf uns geladen haben. Sein Segen bleibt auch dann über uns. ER sieht weiter, schon das Ziel. Er sieht tiefer und weiter, wir sehen nur das Oberflächliche 

1. Erfahrung: Gott lässt regnen für Ungerechte und gerechte Menschen. Gott denkt anders

2. Erfahrung: Gott wird ihn nicht verlassen, trotz allem!!

3. Erfahrung: Gott ist ein segnender Gott. Das ist sein Wesen!!!                          
Segen” und „segnen” 341 mal in der Bibel. Der Segen spielt eine zentrale Rolle, in der Bibel-nicht der Fluch,
Die Geschichte mit Gott und dem Menschen ist eine Segensgeschichte

Er vergibt uns und bestraft uns nicht. Hier erkennen wir schon in einer Geschichte aus dem Alten Testament den Gott, den uns viel später in Jesus Christus begegnen wird.

Aber mir ist doch noch ein ganz anderer Gedanke über dieser Geschichte eingefallen. Er hat mit diesen Worten zu tun: „Als nun Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Fürwahr, der HERR ist an dieser Stätte, und ich wusste es nicht! Und er fürchtete sich und sprach: Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels.“

Ist es nicht so, dass wir meist sehr gut unterscheiden zwischen Orten, an denen wir Gott treffen und finden können und solchen, die eher als gottfern gelten und an denen wir IHN nicht vermuten? Denken wir an diese Kirche, in der wir heute versammelt sind. Hier sagen wir doch - und sicher mit Recht: Dies ist Gottes Haus! Hier - wie in allen Kirchen - ist ein besonders heiliger Ort, an dem Gott wohnt.

Aber es ist gar nicht so, dass Gott nur an den heiligen Orten wohnt: „Fürwahr, der HERR ist an dieser Stätte, und ich wusste es nicht!“, sagt Jakob zu sich selbst.  Ich habe ihn hier gar nicht vermutet. Ich finde diese Aussage sehr bemerkenswert! Denn:
Es ist Jakobs 4. Erfahrung: Ich habe mit Gott gar nicht gerechnet! Aber Gott mit mir!!               
Ach ,wir wissen so wenig über Gott. Wie oft rechnen wir nicht mit Gott!

ER fürchtete sich:  Hier sieht man jetzt die Reaktion auf diesen Traum. Da ist keine Gelassenheit mehr oder Übermut. Nein Ahnung, Schrecken und Lähmung: Furcht vor Strafe!    
Die er auch verdient hat. Er ist auch über seine Tat erschüttert. Auch wird er an den Zwillingsbruder denken, der ihn hasst und ihn vielleicht töten will. Er hat ihn schlimm verletzt. (Wie viel Erbstreitigkeiten gibt es auch heute noch unter Geschwister) Vor Gott , an diesem Ort , durch diesem Traum wird es ihm bewusst und er bereut es sicher.
5. Erfahrung: Begnadigung, obwohl ich Strafe verdient hätte.                    
Gott verschiebt Komma

Unmöglich, ins Gefängnis
werfen!                                                   
Unmöglich ins Gefängnis werfen!                                
Bei Gott sind alle Dinge möglich!!

Noch eine 6. Erfahrung:  Gott kann überall sein.      
Ja, er ist überall! Unsere Unterscheidung, hier wohnt Gott, hier aber nicht, ist falsch! Wir müssen - oder sagen wir besser: dürfen - überall und an jedem Ort mit ihm rechnen. Er meldet sich nicht erst an oder lässt sich einen Termin bei unserer wenigen Zeit geben. Nein Gott kommt ungefragt. Vielleicht hätten wir das ja manchmal gern, wenn Er nicht dort wäre, wo wir gerade sind und Dinge tun oder Worte sagen, die er nicht sehen oder hören sollte. Aber er ist auch da - ob wir es wollen oder nicht. 

Andererseits ist das ja auch sehr tröstlich und hilfreich. Vielleicht schützt uns der Gedanke, dass Gott überall da ist, wo wir sind, ja auch davor, Böses zu tun oder durch unsere Worte zu verletzen, Gerüchte zu verbreiten oder andere herabzusetzen? Und es gibt keine Stätte, an der er nicht wäre.
Da ist aber noch eine Sache an dieser alten Geschichte, die weist in eine ähnliche Richtung: „Und Jakob nahm einen Stein von der Stätte und legte ihn zu seinen Häuptern und legte sich an der Stätte schlafen. Und ihm träumte, und siehe, eine Leiter stand auf Erden, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder.“ Das hatte Jakob gewiss ganz und gar nicht erwartet, dass Gott ihn in der Nacht mit einem Traumbild besucht und ihn anspricht: „Und der HERR stand oben darauf und sprach: Ich bin der HERR, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott; das Land, darauf du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben.“ 

Aber Jakob macht die 7. Erfahrung, dass Gott auch keine Zeiten kennt, an denen er seinen Menschen gegenüber tritt und ihnen sein Wort sagt. Das kann bei Tag und bei Nacht geschehen. Während der Arbeit oder wenn wir uns der Ruhe hingeben. Wenn wir wachen oder auch, wenn wir schlafen.


8. Jakobs  größte tiefste Erfahrung und eine Befreiung: Das ist Gottes Absicht mit ihm: Er soll selbst ein Segnender werden

durch ihn soll alle Geschlechter gesegnet werden!!

Das ist auch Gottes Absicht mit uns- wir sollen auch Segnende werden! Das ist der tiefste Sinn des Segens. Weiterschenken was wir geschenkt bekommen haben.
Und wo wir Gott im Wege stehen, da gilt wieder Hedis Lieblingssatz:
Gott tut sein Werk trotz uns    Gott sei Dank

AMEN

Fürbitten:

Du rechnest anders  und wirkst trotz uns in der Welt.

Wir bitten dich für die Krisen- und Kriegsorte indieser Welt. Die Führer und falschen Herren  rechnen nicht mit Dir und treiben ihren Mutwillen. Stopp du den Wahnsinn in auch Syrien und gib allen Beteiligten und Entscheidungsträger den Willen endlich dieses Töten zu beenden.  
Gib den Flüchtlingen und Kriegsopfer Gerechtigkeit, Trost, Unterkunft und viele helfende  Hände.                                                                                                                                                                                                                                                          
Wir bitten dich für alle Menschen,
die voller Zweifel und Einschränkungen stecken.
Rühre sie an durch deine Liebe
und wecke in ihnen das Vertrauen in deine Güte.                                                                                 
Zeige du, dass sie nicht von dir verlassen sind                                                                                                                           
Wir bitten dich für alle Menschen,
die Schweres zu tragen haben
und in Angst und Trauer leben.
Gib ihnen Kraft und deinen Trost,
damit sie an ihrer Last nicht zerbrechen.                                                                        
Zeige du, dass du überall bist


Wir bitten dich für alle Menschen,
die um ihres Glaubens willen verfolgt werden.
Gib, dass sie nicht müde werden und 
an der Hoffnung für die Welt festhalten.                                                                                                
Zeige du, dass du Gerechtigkeit schaffst.


Wir bitten dich für alle Menschen, die nicht mehr mit dir rechnen.
die in Sünde verstrickt sind und auf Befreiung hoffen,                                                                            
die nach Halt und Orientierung suchen.
Hilf, dass sie bei dir den Weg zum Leben
und in deiner Gemeinde Heimat finden.                                                                                              
Lass sie die Erfahrung machen, dass du in krumme  Linien gerade schreiben  kannst

Segne auch die Freizeit für Jugendliche ab 18 Jahre in Italien. Lass diese 10 Tage  eine segensreiche Zeit werden und gib du Impulse und eine tolle Gemeinschaft. Behüte alle und lass sie fröhlich und gestärkt zurückkehren.

Herr Jesus Christus,.
als Kinder Gottes bitten wir: Vater unser im Himmel

 

Segen

Herr, gib uns deinen Segen

Herr, gib uns deinen Segen,

wie man ein Glas Wasser reicht

dem Durstigen in der Wüste.

Herr, gib uns deinen Segen,

wie man das Feuer schenkt

dem Frierenden in der Nacht.

Herr, gib uns deinen Segen,

wie man den Deich aufrichtet

gegen das wütende Meer.

Herr, gib uns deinen Segen,

wie man das Öl in die

schmerzenden Wunden träufelt.

Herr, gib uns deinen Segen,

wie man den Arm reicht

dem Blinden auf dem Weg.

Herr, gib uns deinen Segen,

damit wir ihn weitergeben

in unseren Häusern und Familien.

Herr, lege deinen Segen auf uns. Amen.

 

 

 





02  Jesus Freak 
Freaks for Jesus  JUGO 2013

 

Ein Freak [fɹi:k] (aus dem Englischen freak: „Krüppel, Verrückter, Unnormaler“( nicht der Norm entsprechend) aber auch „Begeisterter“) ist in der heutigen Umgangssprache meist eine Person, die eine bestimmte Sache, zum Beispiel ihr Hobby, exzessiv bzw. über ein „normales“ Maß hinaus betreibt,(Iris sagt: der komische Hobbys hat) - diese Sache zum Lebensinhalt macht oder sich zumindest mehr als andere darin auskennt (beispielsweise ein Computerfreak, Autofreaks, Fußballfreaks).

Lebensweise bzw. Lebensstil und Lebensführung eines Freaks können sich von der eines Durchschnittsbürgers unterscheiden und bewusst individuell, unangepasst, anders oder „flippig“ sein. KREATIV  Das dazugehörige Adjektiv ist freakig, weit verbreitet ist auch freaky

Im Englischen bedeutet der Begriff ursprünglich „
Laune“. Besonders in den USA engte sich die Bedeutung im 19. Jahrhundert ein zu „Laune der Natur“ (freak of nature) ein; im 19. Jahrhundert zogen oft sogenannte „Freak Shows“ über die Jahrmärkte, in denen Menschen wie z. B. Kleinwüchsige bzw. „Zwerge“, oder„der stärkste Mensch der Welt“ u. a. ausgestellt wurden.

Ab etwa den 1960er Jahren bezeichnete man so auch gesellschaftliche Aussteiger und Anhänger einer alternativen Lebensweise, In Los Angeles wurden die frühen Hippies als Freaks bezeichnet[1] „.

Freak muss nicht negativ bestzt sein und wird auch positiv gewertet: beispielsweise als Kürzel für Computerfreak, wird der Begriff auch im Deutschen heute wohlwollend anerkennend verwendet.

Weitere Beispiele:

·         Als Freak-Staaten bezeichnen die Amerikaner die US-Bundesstaaten Hawaii und Alaska.

 
Der JUGO-Titel heißt Freaks for Jesus?

Ist das jetzt eine freundliche Beschreibung?  Die Frage von Hassi fand ich sehr interessant: Ist Jesus ein Freak? Ich habe mir diese Frage noch nie gestellt!!! Würde sich Jesus als Freak bezeichnen?Stimmt er  war ein Sonderling!  Schon als Jugendlicher lehrte vor verblüfften Zuhören im Tempel von Gottes großen Geheimnisse.  Woher wusste er solche Dinge??

ER  ist ein Freak!!!   Er muss verrückt sein? Dachten viele, als er anfing  von Gott als seinen Vater zu reden und sich als Sohn Gottes outete.  Er forderte Menschen heraus, ihm nachzufolgen und Gott zu lieben. Mit welchem Recht? Woher dieser Amspruch?

Er ist ein Freak!  Dachten viele, als er als Wanderprediger  mit 12 Männer aus allen sozialen Schichten drei Jahre umherzog und Menschen berührte mit seiner Liebe, Blinde und Lahme heilte und aufrichtete. Es  zog ihn mit Macht den zu Außenseitern und zu Menschen am Rand der Gesellschaft. Er stellte die Welt auf den Kopf und brachte den Himmel auf Erden.

Dabei stimmt dieser Ausdruck 100%  Er ist verrückt!!  Ganz Mensch und ganz Gott! Er ist "herruntergerückt“  verrückt um eine Stufe- Nicht im Himmel sondern ganz Mensch auf Erden.

Ist Jesus ein Freak?  Da steckt das Wort Begeisterung drin! Ja, er ist begeistert. Begeistert von seinem Vater im Himmel. Gott, den er als Papi bezeichnet. Er stellt die alten Sichtweisen von Gott auf den Kopf. Gott ist nicht weit weg, sondern ganz nah, Gott ist die Liebe. Das hat man so noch nie gehört.

Ist Jesus ein Freak? Ich glaube, da tut man Jesus etwas unrecht.  Oder reduziert Jesus auf  eine bestimmte Größe. Ist das Jesus gegenüber nicht etwas respektlos?

Er muss verrückt sein, sich unschuldig kreuzigen zu lassen und dann am Kreuz hängend  zu seinen Gegnern zusagen: „Vater, vergib ihnen denn sie wissen nicht was sie tun!“ Unfassbar- Er vergibt seinen Henkern!! Wie kann man so lieben?  Kann das ein Freak?

Oder einfach wieder nach 3 Tagen aufzustehen von den Toten. Dieser Mann ist nicht tot zu kriegen. Er ist entweder ein ganz einzigartiger außergewöhnlicher Freak hier auf Erden gewesen oder ganz einfach: Gottes Sohn. Weniger geht nicht!                                                             
Jetzt suchen wir Jesusfreaks? Menschen, die sich von Jesus begeistern lassen. Für ihn verrückte Sachen machen und aus der Norm fallen wollen. Kirche und Glaube anders leben. Ansteckend und lebendig sein. Abhänggottesdienste feiern. Pommes und Cola zum Abendmahl alternativ essen. Und es gibt sie!!! Es gibt eine Jugendbewegung seit 1992,die sich Jesusfreaks nennen, Was steckt dahinter?

Dazu haben wir Jesusfreak Silas eingeladen. Er hat in Augsburg 2012 eine Gruppe neu gegründet.

 



03  Begrüßungsrede als Vertrauensmann des KV
Sept 2013

 Lieber Herr PFARRER Benjamin Lorenz

"Spitze, dass du da bist !!", haben die Kinder gesungen und wir können das als Erwachsene gleich mitsingen. 

Denn nichts passt besser, als dieses Lied. Spitze das Sie, lieber Pfarrer Benjamin Lorenz da sind!!!  Wir heißen Sie und ihre liebe Frau Christine herzlich willkommen in unserer Kirchengemeinde!!! 

Jetzt hat die Gemeinde wieder einen Steuermann.
Ihre Idee war es, den Wochenspruch für diesen Sonntag in die Einladungskarte aufzunehmen:

„Alle eure Sorge werft auf Gott; denn Gott sorgt für euch.“ 1. Petrus 5,7

Ich finde dieses Wort passt absolut, denn wir sind eine große Sorge los!!! Gott hat sich für uns gesorgt und uns wieder eine Pfarrer geschenkt.                                         
Aber
noch etwas ist mir überraschend aufgefallen:                                                                                                                                     
Darüber bin ich bin sehr erleichtert, das da in der Bibel nicht steht: Werft eure Sorgen auf Pfarrer Benjamin Lorenz, denn Pfarrer Benjamin Lorenz sorgt für Euch.

Ich bin mir sicher, dass Sie lieber Herr Lorenz  auch darüber auch erleichtert sind J Das wäre unmenschlich!!! Unerträglich!!
Sich Sorgen für eine Gemeinde ist eine gewaltige Aufgabe.  Es ist großartig, dass sie sich in diese Verantwortung stellen und für diese Gemeinde Sorge übernehmen, denn damit  werden Sie auch Teilhaber und Mitwisser von „besorgten“ Menschen in dieser Gemeinde und im Stadtteil Hochzoll.  
Sie werden in manche sorgenvolle junge oder ältere Gesichter blicken und ihre Zeit, Ihre Energie, ihr Rat, ihr Trost oder ihr Gebet wird gefragt sein.   Sie werden gebraucht werden. Es gibt sie nicht, die sorgenfreien Zonen
!!!

Ich habe in unseren ersten Arbeit-und Kennenlern-gesprächen drei  bestimmte Eigenschaften  von Ihnen schon mitbekommen:

1.   Sie sind sehr humorvoll

2.  Sie sind sehr  kontaktfreudig

3.   Das ist Ihnen sehr wichtig:  Sie wollen verantwortungsvoll und behutsam Sorge tragen,  für die Ihnen anvertraute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für die Gemeindeglieder und  für die Menschen in unserem Stadtviertel Hochzoll.  Das tut den Menschen und uns hier einfach gut.

Gott sei Dank sorgt sich Gott für unsLieber Pfarrer Herr Lorenz, wenn wir Ihnen als Kirchenvorstand zu viel Grund zur  Besorgnis  geben, dann gilt auch das Petrus-Wort:   „Alle eure Sorge werft auf Gott; denn Gott sorgt für euch.“ 1. Petrus 5,7

Aber liebe Gemeinde auch wir stehen in Verantwortung gegenüber unseres Pfarrers. Auch wir als Kirchenvorstand  und Mitarbeiter/In wollen ebenso dafür sorgen, dass es Ihnen und Ihrer Frau bei uns hier gut geht. Das muss unsere erste Sorge sein.

Wir werden alle zusammen dafür sorgen müssen, dass es in unserer Gemeinde menschlich zugeht und Gott in unserer Mitte erfahrbar bleibt.

Lieber Pfarrer Lorenz zum Beginn wollen wir Ihnen ein Bild mit einer großen Lebensweisheit von Corrie ten Boom schenken, das wir besorgt haben. Es soll sie daran erinnern, dass Jesus für Sie sorgen wird und sie nicht alles allein schaffen müssen.

Sie sagt:  Sich Sorgen zu machen - nimmt dem morgigen Tag nicht seinen Kummer.  - Es nimmt dem heutigen Tag die Stärke.

Solches sagte Corrie ten Boom, die das KZ Ravensbrück überlebte und als überzeugte Christin sogar ihren SS-Aufsehern vergeben konnte.  Sie hatte allen Grund in einem Sorgenmeer unterzugehen, aber sie lernte ihre Sorgen auf ihren Gott zu werfen. Das machte sie stark!! Und zu einer großen christlichen außergewöhnlichen Zeitzeugin.                                      

Vielleicht ein Geheimnis stark zu bleiben. Bei Gott sind unsere und Ihre Sorgen in guten Händen.

Vielleicht findet dieses Bild noch einen Platz in ihrem Büro
-das Bild übergeben-

Einfach spitze, dass Sie da sind. Wir freuen uns sehr darüber!!

 

 

 


04 Gottes große Gelassenheit in unseren Sorgen und Mühen!! 

Hauskreis Nov.2013

Liebe Katharina, nach einem langen Tag sitze ich bei einem Maß Bier und denke mir, der liebe Gott wird es schon machen!”, schrieb einst Dr. Martin Luther an seine Frau.

Ein langer Tag, harte Arbeit, viel Mühe, schwierige Aufgaben, aber dann ist Feierabend oder Hauskreis. Ruhe kehrt ein, Freude kommt auf. Entspannen und Genießen wollen ebenso gelernt sein wie Schaffen und Wirken. Den Feierabend und seine Ruhe, den Feiertag und seine Freiheit können nur die genießen, die ihre Arbeit wirklich getan und Gott vertraut haben. Wir wissen: Gott ist immer der Wirkende, Schaffende, Handelnde und Vollendende, ob wir rackern oder ruhen. Mitten im Lärm und der Beschäftigung des Lebens, deckt Gott plötzlich unerwartet den Tisch, lädt uns ein Gemeinschaft mit ihm zu haben, vor der Tür bleibt die Bedrohung, die Sorgen. Gott ist ganz gelassen.

Psalm 23 drückt das so aus:

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde (Menschen, die mich nicht wertschätzen, mich klein denken und machen wollen) Feinde = Alles was  mich bedroht, was mir Angst macht: Im Angesicht: Ich sehe das Problem vor mir und dennoch….Jedes Problem hat ein Gesicht!!

Erfahrung: Gott wird sich nicht einfach aus dem Staub machen, sondern er lädt sich selbst ein und  bleibt. Er verlässt mich nicht!!! Gott tut etwas ganz Überraschendes!! Unerwartet!!! 

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner eigenen Unzulänglichkeit                                 
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meines übervollen Terminkalenders                            
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meines Perfektionismus, der mir sagt, es ist nicht gut genug                                                                                                                                                                                  
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Schuld, die mich fast verzweifeln lässt                                    
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht einer großen Aufgabe, die mir sagt, du kannst es nicht  schaffen.     
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht mancher Probleme, die mich hoffnungslos machen.

Vielleicht sehe ich das Problem durch das Fenster mich grinsend anschauen, es ist noch da, gegenwärtig und doch scheint es für Gott kein Problem zu sein. Er bleibt scheinbar gelassen und deckt den Tisch. 

2.…… Du salbest mein Haupt mit Öl ( ich bleibe ein Gesegneter und werde getröstet )und  schenkest mir voll  ein. Gutes (keine Vorwürfe!) und Barmherzigkeit (keine Belehrungen, Strafen) werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.                

Gott wird es machen!!! Gott sagt: "Jes, i can!!"    Warum?

Weil er mich kennt, liebt und meine Grenzen aushält. Er hat den Überblick. Er will nicht, dass ich mich innerlich aufreibe und mich dabei selbst verliere.  Das heißt: Das Leben lebt mich- ich bin nicht mehr Hauptdarsteller, sondern in meinen eigenem  Leben nur Statist. Er will nicht, dass ich in Angst lebe. Er will mir Sicherheit geben!!!

Zwischen Bequemlichkeit,  - „Der liebe Gott wird es schon richten!” - und Überheblichkeit - „Ich  werde es alleine schon packen!” - gibt es den Weg der Freiheit des Glaubens.

Der Glaube an Jesus macht frei. Er macht nicht lässig, aber gelassen, nicht übermütig, aber mutig, nicht träge, aber tragfähig, nicht ängstlich, aber engagiert.

 

Ein letztes Wort:

Wenn der Herr nicht das Haus baut (Auferstehungskirche, Familie, Arbeit), so arbeiten umsonst, die  daran bauen. Wenn der Herr nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst. Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und hernach lange sitzt und esset euer Brot mit Sorgen; denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf!  Psalm 127,1    Das ist Gottes Gelassenheit.

Ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.    1.Mose 28,15

Alle eure Sorge werft auf Gott; denn Gott sorgt für euch.“ 1. Petrus 5,7

Sich Sorgen zu machen - nimmt dem morgigen Tag nicht seinen Kummer.                             
Es nimmt dem heutigen Tag die Stärke
.

Das sagte Corrie ten Boom, die das KZ Ravensbrück überlebte und als überzeugte Christin sogar ihren SS-Aufsehern vergeben konnte.  Sie hatte allen Grund in einem Sorgenmeer unterzugehen, aber sie lernte ihre Sorgen auf ihren Gott zu werfen. Das machte sie stark!! Und zu einer großen christlichen außergewöhnlichen Zeitzeugin.                                     

Vielleicht ein Geheimnis stark zu bleiben. Bei Gott sind unsere und Ihre Sorgen und Bedrohungen in guten Händen

Liebe Katharina, nach einem langen Tag sitze ich bei einem Maß Bier und denke mir, der liebe Gott wird es schon machen!”,
...und ich trinke jetzt auch mein Bier für heute soll es gut sein. Danke Jesus.

 

 


 05 Weihnachten 2013 -Unerträglich hoffnungsvoll- Impulsfreizeit

Tolle Freizeit mit über 50 Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Bliensbach. 

Unerträgliches Weihnachten

ES ist unerträglich:

Weihnachten – keine Stille, laut, hektisch, Weihnachtsmarkts Rummel, Konsumrausch, gezwungene Idylle, Gefühle um jeden Preis, Firmenfeier,

ES ist unerträglich: Es ist nicht auszu“halten“- es ist nicht tragbar

Kaum auszuhalten, Umstände sind nicht weihnachtlich, Flüchtlingsdramen- Lampedusa Flüchtlingslager; Krieg und Sterben in Syrien, Taifun auf den Philippinen. Religiöse Auseinandersetzungen, eine unruhige Welt und mit scheinbar unlösbaren Aufgaben

ES ist unerträglich:

Gerade in unerträglichen Zeiten und Stunden spüren wir ein Geheimnis auf. Gott ist Mensch geworden. Er kommt in eine unerträgliche Situation. Er konnte nicht mehr zusehen, wie unerträglich ist für uns geworden ist.

Er ändert nicht plötzlich das Unerträgliche, die Umstände, das Leid, die Lasten. ER will aber  ein Gegenüber sein. Er will uns tragen, dass wir das alles ertragen.  

Es wird den Hirten in unerträglichen Zuständen zugerufen: Fürchte euch nicht (mehr), denn euch ist der Heiland geboren! Die Umstände ändern sich nicht, aber dennoch ändert sich alles. Es wird erträglich, weil Gott da ist!!!! Da wo es am dunkelsten ist, scheint jetzt ein Licht. Es bleibt nicht finster.

ES ist unerträglich:

Wie klein und zerbrechlich sich dieser Gott macht. Wo ist seine Königswürde? Nicht in einem Palast, sondern in einem Stall wird er unehelich geboren, als Flüchtlingskind. Eine unerträgliche Situation für Maria und Josef.  Schwierige Umstände mit unklarer Zukunft.

So ist Gott: Er will dich aushalten, festhalten, durchhalten,

Ein Gott für uns!! Ein Gott mit uns! Immanuel ist ein hebräischer Name (עִמָּנוּ אֵל „Gott (ist/sei) mit uns“), 

 

Dietrich Bonhoeffer:

Pfarrer Dietrich Bonhoeffer ist schon zum zweiten Mal Weihnachten im Gefängnis. Er war Mitglied der bekennenden Kirche, die sich im deutschen Widerstand gegen Hitler und den Nationalismus stellten.  1940 erhielt er Predigtverbot und 1941 Schreibverbot. Was ihn nicht hinderte heimlich zu predigen und zu schreiben.

Er wurde am 5.4.43 von der Gestapo verhaftet und musste unerträgliche Zeiten im Gefängnis aushalten. Seine Familie, seine Verlobte, seine Studenten bangten um sein Leben.

Am 13.Januar 1943 hatten sich DB und  Maria von Wedemeyer verlobt. Seit April war er jetzt im Gefängnis Tegel. Die Besuche waren reglementiert und selten, aber dennoch schmiedeten sie Hochzeitspläne

Juli 1944 Deine militärische Führungsriege überlegte Hitler zu beseitigen. DB war als Vertrauensmann eingeweiht und so wurde er nach dem missglückten Attentat auf Hitler in der Wolfschanze durch Graf Stauffenberg Hitlers persönlicher Gefangener. Was das hieß war klar!!

Die Stillung des Sturmes war DB liebste biblische Geschichte aus der Bibel. Auch die Bergpredigt wurde ihm eine eine wichtige Quelle und Ermutigung.1]

Weihnachten 1944 wurde die Bombenangriffe über Berlin immer bedrohlicher. Es war sein letztes Weihnachten. Er schrieb aus seiner Zelle ein wundervolles Adventslied.

Es ist ein Vermächtnis und Zeugnis von dem Glauben DB von der Tröstung von Gott in unerträglichen Zuständen. Er ahnte und rechnete  mit seinem Tod durch Hinrichtung und widmete dieses Gedicht seiner Mutter und Verlobten:

Unerträglich hoffnungsvoll

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das du uns geschaffen hast.

Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört dir unser Leben ganz.

Lass warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so lass uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all deiner Kinder hohen Lobgesang.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Text: Dietrich Bonhoeffer (1944)

Er war immer freundlich, würdevoll und aufrecht zu seinen Peinigern. Viele Mitgefangenen wurde er ein Segen. Wie oft wurde er zu Gefangenen gerufen, zu Sterbenden, zu Zerbrochenen und spendete Trost und Sakramente als Pfarrer. Später haben das sogar seine Bewacher respektvoll geäußert. Er war nie gebrochen worden. 

 

Dietrich Bonhoeffer wurde Im KZ Flossenbürg  in der Morgendämmerung des 9. April 1945 zum Tod durch Erhängen geführt.
Er musste sich völlig entkleiden und nackt zum Galgen gehen. Der Lagerarzt beobachtete die Szene und berichtete 1955 schriftlich darüber: Bonhoeffer, den er damals nicht gekannt habe, habe ruhig und gesammelt gewirkt, sich von allen Mithäftlingen verabschiedet, an der Richtstätte ein kurzes Gebet gesprochen, sei gefasst zum Galgen gegangen und in wenigen Sekunden gestorben.


  06   
Ist Gott vergesslich? ( 1. Sonntag nach Weihnachten)

Jesaja 49,13-16 Predigttext 

Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde! 
Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen! 
Denn der Herr hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden.
Zion aber sprach: Der Herr hat mich verlassen, der Herr hat meiner vergessen.
15 Doch der Herr sagt: »Bringt eine Mutter es fertig, ihren Säugling zu vergessen? Hat sie nicht Mitleid mit dem Kind, das sie in ihrem Leib getragen hat? Und selbst wenn sie es vergessen könnte, ich vergesse euch nicht!  Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet; deine Mauern sind immerdar vor mir.


Herr, segne unser Reden und Hören durch deinen Heiligen Geist. Amen.

Ich liebe Weihnachten. Manchmal ist es unerträglich, wegen all dem Stress, Glitzerwelt, Möchtegernfrieden, Weihnachtsrummel;aber wer zu der Krippe gekommen ist, dem Sinn von Weihnachten auf die Spur gekommen ist, der wird hoffnungsvoll- fast unerträglich hoffnungsvoll! Der kann innerlich staunen und jubeln: Gott ist Mensch geworden. Seit Weihnachten ist Gott vorstellbar, hat Gott ein Gesicht, Hände, einen Bauchnabel- Dieser grenzenlose Gott hat sich begrenzt in unser Mensch-Sein, in unsere Existenz mit all seinen Schmerzen, Nöten, Sorgen, Leiden, Freuden, Fragen und Sterben.    

Ist das mir immer so bewusst? Gott soll so uns nahe sein? Lied von Donnerstag: Der Himmel hat die Erde geküsst….

Aber hat sich etwas verändert? Wir stehen vielleicht wieder genau vor denselben Ängsten und Probleme wie vor Weihnachten.

Gerade in Krisenzeiten- und Anfechtungen erhebt mancher einen Einspruch: Wo ist denn Gott? Wo ist Gott jetzt 2000 Jahre später. Ist er heute noch erfahrbar? Kann ich mit Ihm in meiner schwierigen Situation heute noch rechnen. Ich fühle mich verlassen und vergessen!

Rolf Dobelli hat den Bestzeller „Die Kunst des klaren Denkens“ geschrieben. Einer der 52 Denkfehler ist, seiner Meinung nach, auf einen unbekannten weltfernen Gott zu vertrauen. Glauben ist eine tückische Denkfalle, eine Illusion, die uns um unser Glück bringt. Hat er Recht? Vergessen sie Religion und Gott!!! Denn Gott hat sie auch vergessen!! Das ist sein Appell an kluge Menschen oder die sich dafür halten.

 

Das Problem kennt auch Jesaja:  

14 Die Zionsstadt klagt: »Der Herr hat mich verlassen, mein Gott hat mich vergessen! «

Was ist der Rat von Jesaja: wie der von Rolf Dobelli ? „Vergisst Gott, er hat euch auch vergessen?“

Nein ! Er lässt Gott selbst antworteten.  Es hört sich fast an wie ein Bewerbungsschreiben und Absichtserklärung. Mehr noch, es ist außerordentlich persönlich geschrieben.                                 
15 Doch der Herr sagt: »Bringt eine Mutter es fertig, ihren Säugling zu vergessen? Hat sie nicht Mitleid mit dem Kind, das sie in ihrem Leib getragen hat? Und selbst wenn sie es vergessen könnte, ich vergesse euch niemals!!

Liebe Gemeinde,    
bevor wir die Worte des Propheten auf uns beziehen, sollten wir einen Augenblick innehalten und darauf achten, zu wem sie ursprünglich gesagt sind und wem sie in erster Linie gelten. Zu Zion sind sie gesagt, zu Jerusalem, zu Juda und Israel. Gesagt sind sie in einer Zeit und Situation, als Israel allen Grund hatte, sich von seinem Gott verlassen und vergessen zu fühlen.                                                                          
Jerusalem war von der babylonischen Weltmacht erobert, seine Mauern geschleift und der Tempel, das Wahrzeichen von Gottes schützender Gegenwart, zerstört worden. Ein Teil seiner Bewohner war nach Babylon ins Exil deportiert worden. Es schien wirklich definitiv zu Ende zu sein mit dem Volk Gottes; die ihm gegebenen Verheißungen schienen sich ins Nichts aufgelöst zu haben.
Zion aber hat gesagt: Der HERR hat mich verlassen, und vergessen hat mich der HERR."

In dieses Elend, diese zukunfts- und aussichtslose Situation hinein spricht Gott durch den Propheten sein Wort des Trostes, lässt Israel wissen, ihr Exil wird zu Ende gehen; sie werden zurückkehren in ihre Heimat, die zerstörten Mauern wieder aufrichten, die Stadt und den Tempel neu bauen. Gott sagt durch Jesaja seinem Volk: Ich vergesse euch nicht!“ und er sagt zu Ihnen heute morgen: „Ich vergesse euch nicht!“

1.     Gott liebt mehr als eine Mutter!  

München: Mutter vergisst Baby 12. Dez. 2013

Der Fußball war ihr wichtiger als ihr Säugling: Eine 30 Jahre alte Mutter hat am Sonntag ihr acht Wochen altes Mädchen bei Bekannten abgegeben, um zusammen mit einem Freund die Partie TSV 1860 München gegen Dynamo Dresden in der Fröttmaninger Arena anschauen zu können - weil sie ihr Kind aber bis Mitternacht nicht abgeholt hat, geriet ihre Bekannte in Panik.In ihrer Not verständigten sie die Polizei, die die Mutter am frühen Morgen angetrunken bei Freunden fand. Unfassbar!! Die Mutter hatte ihr Baby glatt vergessen!

 

Wir wissen aber: Die Liebe der Mutter zu ihrem kleinen Kind ist wohl die bedeutendste, innigste, stärkste Beziehung, die es unter Menschen gibt. Und doch kann es vorkommen, dass Mütter in verzweifelten Situationen ihr neu geborenes Kind aussetzen, zur Adoption freigeben oder es schlimm vernachlässigen. Unsere als Baby adoptierte Tochter Steffi traf vor 4 Jahren zum ersten Mal ihre echte leibliche Mutter. Das Erste was ihre Mutter in diesem ergreifenden  Augenblick zu ihr sagte: Ich habe dich nie vergessen und jeden Tag an dich gedacht!!! Es  war ihr nicht möglich Steffi groß zuziehen. Die Sehnsucht der Mutter nach ihrem Kind aber blieb.

Steffi war nie vergessen gewesen.

Wer vergessen wird, leidet!!!  

Die Angst vor dem Vergessen ist gegenwärtig:

·         Bei Krankheit wenden sich Freunde ab 

·         Arbeitssuchende die auf dem Arbeitsmarkt vergessen werden

·         Alten Menschen in Altenheimen, die von ihren Kindern vergessen werden,

·         in Gefängnissen, wo Angehörige sich aus Scham zurückziehen

·         in Kriegsgebieten und in Krisengebieten ist die große Frage: Kommt Hilfe oder werden wir von der restlichen Weltgemeinschaft vergessen?

Sprichwort: Aus dem Blick aus dem Sinn ?

Nicht bei Gott „Ich will dich nicht vergessen!!! und dich trösten!!“

Das haben die Israeliten erlebt. Gott hat sie später wieder zurück gebracht aus der Gefangenschaft in das Land der Verheißungen. Er hat die Israeliten damals nicht vergessen.

Diese Liebe und diese Bindung ist nicht von dieser Welt!!!

Und ob sie seiner vergäße, so will ich doch deiner nicht vergessen. Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet; deine Mauern sind immerdar vor mir

2. Gott hat sich ein Erinnerungszeichen gemacht.

Bei Gott sind wir nicht abgeschrieben, sondern eingeschrieben.

„Jerusalem, ich habe dich unauslöschlich in meine Hände eingezeichnet; deine Mauern sind mir stets vor Augen.“

Ihr und mein Name sind in seiner Hand eingraviert, eintätowiert.
Der Name gibt Identität. wir sind keine Nummer bei Gott.
Manche lassen sich irgendwo auf ihren Körper den Namen des geliebten Partners tätowieren. Ich kenne einen Sportler Stefan Kretschmer (Bild), der sich den Namen seiner Tochter auf den Unterarm tätowieren ließ. So begeistert war er von deiner Tochter!

Es ist ja sowieso erstaunlich, dass Gott der Herr sich überhaupt den Namen seiner Diener tätowieren ließ. In der Zeit Jesajas hatten Sklaven oder Diener teilweise den Namen ihres Herrn und Meisters auf Ihren Händen tätowiert bekommen. Aber niemals fand sich der Name der Diener auf der Hand eines der Herrn und Meister. Gott aber, der Herr  hat sich unseren Namen unauslöschlich eingravieren lassen. Denn wir sind für ihn mehr, als ein Sklave oder als ein Diener.  Wir  seine geliebte Kinder, die er liebt und er will sich an uns erinnern.   

Er kennt meinen Namen: Siehe ich habe dich bei deinen Namen gerufen du bist mein Kind.

Und noch mehr: Dein Bild habe ich  immer vor Augen!!!

Ich habe selbst ein Bild von meinen Kindern und dem Enkelkind auf meinem Schreibtisch stehen. Es erinnert mich täglich an meine Familie, die ich liebe. Gott hat unser Bild ebenso vor sich.  Er hat ein Foto mit meinem Gesicht auf seinen Schreibtisch!! Das ihn an mich erinnert. Mehr noch, er trägt dieses Bild von mir in seinem Herzen.

Abschluss:

Gott verspricht Ihnen heute wie den Israeliten damals: 
Ich vergesse euch nicht! Ich habe dich unauslöschlich in meine Hände eingezeichnet.“ Selbst wenn ich ihn  vergesse, er vergisst mich niemals!
Trotz dieser Zusage werden jetzt nicht alle unsere Probleme gelöst sein. 
- Vielleicht werden Sie Ihren beruflichen Alltag noch immer als belastend empfinden.
- Vielleicht werden Sie einen schweren Weg vor sich haben, um eine Beziehung, die angeschlagen ist, wieder aufbauen zu können.
- Vielleicht werden Sie weiter trauern um einen geliebten Menschen, den Sie haben hergeben müssen.   

Aber Sie dürfen gewiss sein, dass Sie dabei nicht mehr allein sind. Gott, der Herr, der Himmel und Erde geschaffen hat, dem nichts unmöglich ist, der Sie so sehr liebt, wie eine Mutter Ihr Kind, dass er Ihren Namen in seine Hand, in den Wundmalen von Jesus, dem gekreuzigten gezeichnet hat, der wird bei Ihnen sein. Er sagt zu Ihnen: „Ich vergesse Dich nicht! Ich habe dich unauslöschlich in meine Hände eingezeichnet.“ Dein Bild (Gesicht) habe ich  immer vor Augen!!!

Deswegen bleibt am Schluss der Aufruf Jesaja:   

Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde! 
Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen! 
Denn der Herr hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden.

Das ist Weihnachten!

  

Fürbitte
Guter Herr, wir danken dir, dass du uns so unbegreiflich und leidenschaftlich liebst. Du kennst jeden Menschen auf dieser Erde bei seinem Namen und er ist Dir wichtig. Unsere Namen hast du in Deine Hand geschrieben und unser Gesicht ist vor Deinem Augen. Es gibt bei dir keinen vergessenen Menschen und niemals wirst du uns verlassen. 

Wir bitten dich für die scheinbar vergessenen Menschen in den Krisen- und Kriegsgebieten in dieser Welt. Die Führer und falschen Herren treiben ihren Mutwillen. Stopp du den Wahnsinn in Syrien und im Sudan und gib allen Beteiligten und Entscheidungsträger den Willen endlich dieses Töten zu beenden.   
Gib den Flüchtlingen und Kriegsopfer Gerechtigkeit, Hoffnung, Unterkunft, auch bei uns in Deutschland und viele helfende Hände.

Wir bitten dich für alle vergessenen Menschen, 
die voller Zweifel und mit Einschränkungen leben müssen.
Rühre sie an durch deine Liebe
und wecke in ihnen das Vertrauen in deine Güte.                                                                   
Zeige du, dass sie nicht von dir vergessen und verlassen..    

Wir bitten dich für alle vergessenen Menschen,  
die Schweres zu tragen haben
und in Angst, in Schmerzen und Trauer leben.
Gib ihnen Kraft und deinen Trost,
damit sie an ihrer Last nicht zerbrechen.                                                                                     
Zeige du, dass du da bist

Wir bitten dich für alle Menschen, die dich vegessen haben, weil sie denken, du wärst eine Illusion und Erfindung, die aber nach Halt und Orientierung suchen.
Hilf, dass sie sich auf den Weg zur Krippe aufbrechen und
dort die Wirklichkeit und die Herrlichkeit von Weihnachten entdecken.

Amen

 


 

 Weihnachtsgedanke  
H. hatte unheimlich große Angst vor den kommenden Weihnachten. Seit einem Jahr lebt er in Trennung. "Ich sehe eine große bedrohliche Wand auf mich zukommen", sagt er. Im Gespräch geben wir dieser Wand oder diesem Schreckgespenst einen Namen: Einsamkeit. Da ist es wieder dieses unerträgliche Weihnachten. Fliehen, aber wohin?   Aber H. hat ein Wort bekommen gegen die Angst. "Freut euch, denn heute ist der Heiland geboren, der Retter der Welt!" Es wird gesagt von Engelsboten zu allen verängstigten und haltlosen Menschen. H. ist nicht allein in seiner dunklen Nacht, sondern das Licht von Weihnachten erhellt alle Nacht auch in ihm. Aus diesem Grund wird plötzlich Weihnachten zur Sehnsucht. H. ist an diesem Abend unerträglich hoffnungsvoll geworden.             22.Dez. 2013 Herbert Niedermirtl


   07  Gott wird nicht müde zu helfen
        Predigt-St.Matthäus  Jes 40.26-31   April 2014
 Herr, segne unser Reden und Hören durch deinen Heiligen Geist. Amen

 
Was ist von Ostern übrig geblieben?  Letzte Woche feierten wir die Auferstehung  unseres Herrn Jesus. Es gab eine richtige „Auferstehungsstimmung“ im Ostergottesdienst. Jesus ist nicht tot zukriegen, er hat  den Tod besiegt!! Der Tod machtlos!!

Auferstehungsstimmung!! Auferstehungsfeier- Fast wie eine Aufstiegsfeier wenn eine Mannschaft den Aufstieg in die erste Bundesliga endlich geschafft hat. Christen steigen in den Himmel auf- es gibt keinen Abstieg mehr!! Das ist ein Grund zu feiern (Heilsgewissheit nennen es die Theologen)

Der heutige Predigttext nimmt uns ein bisschen die gute Partystimmung und die Aufstiegsfeierlaune. 
Der Predigttext führt uns in eine Zeit, in der das Volk Israel im Exil leben musste. Im Jahr 587 vor Christus war die Stadt Jerusalem samt Tempel von den babylonischen Truppen in Schutt und Asche gelegt worden. Babylon lag im heutigen Irak.  Und jetzt hocken sie da mit einer unstillbaren Sehnsucht nach der Heimat im Herzen.
In dieser fremden Kultur und fremder Sprache mit fremden Königen hielten sie noch an ihren Überzeugungen fest. Diese Gefühle kennen ja noch viele aus der älteren Generation. Wie oft hat meine Mutter über den Verlust ihrer Heimat in Böhmen mit uns als Söhne gesprochen. Erst gestern zeigte sie ein Bild von ihrem Elternhaus, ohne zu wissen, das es heute mein Thema sein wird.  Es war eben so schmerzlich Vertreibung und Flucht mitzuerleben und ein schwieriger Neuanfang in einem zerstörten Deutschland. Und dann noch Trennung der Geschwister, die in der DDR lebten.  Aber eines hat meine Mutter nie verloren: Ihre Überzeugung: Ihr Gottvertrauen!!! 
Die Israeliten deuten ihr Schicksal als Gericht und Strafe Gottes über ihren Unglauben, denn sie wissen nur zu gut: Wie sehr hatte der Prophet Hesekiel sie gewarnt, und auch der Prophet Jeremia – aber sie hatten nicht auf Gottes Warnungen gehört. Statt Frieden zu suchen, hatten sie sich der Gewaltpolitik verschrieben, hatten gemeint, Babylon militärisch standhalten oder es gar besiegen zu können, sie hatten Gott verlassen und  hatten die Quittung dafür bekommen. Eine aussichtslose Situation.
Menschen in einer „Nullpunktsituation“ Sie sind auf dem Nullpunkt.  Nicht nur, das sie die Heimat verloren haben, auch Gott hat sich offenbar von ihnen abgekehrt,  ist nicht  mehr für sie da. Sie erkennen ihre Schuld, sie weinen und finden nirgendwo Trost.
Keine Auferstehungsfeier!! Abstiegsstrauer
In dieser Situation beruft Gott dort in Babylon einen Propheten, dessen Namen wir nicht kennen und dessen Worte im Jesajabuch in den Kapiteln 40 - 55 aufbewahrt worden sind. Von Luther sind diese Kapitel treffend überschrieben worden: Das Trostbuch von der Erlösung Israels. In der Tat: Nirgendwo im Alten Testament  finden wir Worte von solch tröstender Kraft, Worte reinen Evangeliums.

Es ist der heutige Predigttext: Er tritt in den Kreis der Sklavinnen und  Sklaven, die da im tiefen Dunkel der Nacht verzagt am Flussufer am Rande der Großstadt Babylon hocken und sagt ihnen
Jesaja 40, 26 – 31

Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat dies geschaffen?
Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; 
seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt. Warum sprichst du denn, Jakob, und du, sagst: 
„Mein Weg ist dem Herrn verborgen, 
und mein Recht geht vor meinem Gott vorüber“? 
Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? 
Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. 
Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, 
dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, 
dass sie laufen und nicht matt werden, 
dass sie wandeln und nicht müde werden.
Herr, segne unser Reden und Hören durch deinen Heiligen Geist. Amen.

 „Hebet eure Augen in die Höhe und seht!
Richtet den Blick nicht länger trostlos und bekümmert zu Boden“, sagt der Prophet. Steht doch einfach nicht so herum und starrt den Boden!! „Kreist auch nicht in Gedanken nur um euer Schicksal, denkt nicht immerzu an eure Herren, blickt auf, blickt auf zum Himmel! Seht das Leuchten der Sterne! Gott kennt jeden einzelnen von ihnen mit Namen“!

Was starrt ihr so auf den Boden? Moment mal, diese Worte kommen mir doch seit Ostern bekannt vor.                                                                                                  
Den Frauen am Grab Jesus geht es nicht besser, sie blicken (starren) verzweifelt, unglücklich, wütend, trauend auf den Boden!!! Starren in das Grab Jesus–starren, wie festverwurzelt- innerlich gelähmt!!!

Beerdigt die Hoffnung
Ein Engel löst die Fesseln: Was sucht ihr hier?  Fragt er die Frauen–„was starrt ihr ins Grab?“- Was starrt ihr nur auf dieses Problem? Jesus ist doch nicht hier. Er ist auferstanden. Blickt auf zum Himmel-  Blickt zum auferstandenen Herrn!!! 
Viele Menschen und auch Christen blicken immer noch in das Grab und leben so, als wäre  Jesus beerdigt worden und auch dort geblieben.
Sie blicken nur auf das Kreuz und es muss ihnen wie den Frauen gesagt werden –Er ist nicht machtlos, er hat den Himmel geschaffen; Der Tod ist machtlos!! Ist seine  Macht los!!  Jesus lebt. Unsere Hoffnung ist nicht beerdigt!!! Blickt auf
Warum? Sagt du Israel-(Mensch)-Mein Weg ist verborgen  (unerkennbar-geheim) vor dem Herrn und meinen Gott entgeht (entkommt ) mein Recht?   
Hauptvorwurf und Anklage: Ich bin Gott egal!!!!!Gott sieht mich nicht und meine Probleme erst recht nicht- Schwere Anschuldigung und größte Angst des Menschen:  
Ich bin allein gelassen!!!!!
Gefangen in meinen schweren Stunden- Ich halte es so nicht aus! Gott sieht mich nicht und meine Probleme erst recht nicht-  Er hat Kein Interesse an mir –

Er ist nicht mitten in meinem Leben!
Desinteresse ist der Tod jeder Beziehung. Wenn der Partner sich nicht mehr für mein Leben interessiert, ist das das Ende der Beziehung. Wenn Eltern sich nicht mehr interessieren für ihre Kinder, werden sie ihre eigenen Wege gehen. 

Die Antwort gibt Vers 28: Hast du nicht erkannt?  Hast du es nicht gehört!! Wieder geht es um den Blickwinkel und die Frage sehe ich deutlich oder verschwommen- Sehe ich falsch? - Ein falsches Bild von Gott, blinden Fleck- bin ich ein Blindgänger? Höre ich richtig?
Es muss vielleicht auch uns heute, wie den damaligen Israeliten zugesagt werden:     
Ein ewiger Gott ist der HERR, der Schöpfer der Enden der Erde. Er ermüdet nicht und ermattet nicht, unergründlich ist seine Einsicht.
(29) Er gibt dem Müden Kraft und dem Ohnmächtigen mehrt er die Stärke. 2x lesen

Unser Gott  ist ein ewiger, schöpferisch– bleibender-zeitloser Gott! Die Worte des Propheten verkündigen keinen passiven, sondern aktiven Gott

-         Er wird nicht müde um dich und für dich zu kämpfen, es wird ihn niemals zu viel,   er ermattet nicht in seiner Leidenschaft zu Dir- aber er hat  auch aber andere bessere Gedanken und ich kann sie nicht erfahren,

-         aber er gibt den Müden Kraft        
Oh, diese WortMüde“ hat mich beschäftigt:
Ich kenne so viele Menschen, die müde geworden sind. Meine Mutter ist lebensmüde
geworden mit ihren 87 Jahren.  Viele alte hochbetagte Menschen sind müde geworden durch Krankheiten und Verluste. Ich kenne viele!  Sie sind mitten uns und vielleicht gehöre ich dazu: Die Erschöpften,  Die Abgehetzten,   Die Entkräfteten, die Gestressten-  die Müde geworden sind vom vielen Arbeiten und Sorgen und mit ihrer Kraft zu Ende sind. 
Viele sind auch müde geworden im Glauben, weil sich nichts verändert. Sie erleben ihren Glauben als eine große Anstrengung und erwarten nichts mehr. Irgendwann dann bleibt der Kirchenplatz plötzlich leer. Rückzug

 Ihnen alle wird zugesagt- Gott gibt seine Stärke! Er gibt mir Auswege! Er schenkt Lösungen.  Gott wird nicht müde mit uns. Er ist hellwach und motiviert uns zu helfen und zu stärken!!  Er ist nicht müde genug, um mit uns fertig zu werden. Er macht uns fertig. Er macht uns echt und menschlich.

     Und ob auch unser äußerlicher Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert“, schreibt der Apostel Paulus (2. Kor. 4, 16). Das schafft der Geist Jesu Christi in  uns - ihn  brauchen wir, ihn schenkt Gott uns, wann immer wir um ihn bitten.

        Und den Ohnmächtigen vermehrt er Stärke

      Ohnmächtig ? Wie viele sind angegriffen, werden gemopt, sind bedrängt, leben bedrückt?  und zu Ihnen wird gesagt: Ich, Gott vermehre die Stärke
Das bedeutet – Du brauchst nicht ohnmächtig bleiben- du bekommst  wieder einen neuen Wert=-Mehrwert, neuen Sinn dafür, eine neue Bedeutung,  neues Verständnis, neues Selbstvertrauen, Fassung, Mut

Jünglinge ermüden und ermatten, und junge Männer straucheln [und] stürzen, aber die auf den HERRN hoffen(herbeisehnen, herbeiwünschen), gewinnen neue Kraft: Sie heben die Flügel empor wie die Adler, sie laufen und ermatten nicht, sie gehen und ermüden nicht

Was mich an diesen Aussagen des Propheten begeistertDas ist fast wie eine Auferstehungspredigt: Es ist Ostern geworden. Gott  sieht und erkennt meine Lage, in der ich mich befinde!!! Er reißt alle Grenzen und falsche Vermutungen weg: 
Gott ist nicht weg, sondern mittendrin in meinen leben  
Interesse bedeutet „mitten drin“. „Dazwischen sein“
Gott ist mitten in meinen Leben
Damit bekommt unser Glaube eine neue Dimension:
Was der Prophet hier erkannt und verkündigt hat, war die Voraussetzung für die Botschaft am Osternmorgen: (600 Jahre später)
"Er ist nicht hier, er ist auferstanden!!!!" hören die Frauen am Grab. 

Gott macht ernst mit seinem Versprechen: 
Er ist auch für mich auferstanden
Sie heben die Schwingen empor wie die Adler, sie laufen und ermatten nicht, sie gehen und ermüden nicht.
Wissen Sie/ Ihr wie das klingt, es klingt wie Auferstehung! Wir werden die Flügel schwingen und wie die Adler auffahren, wir werden plötzlich aufgerichtet, bekommen neuen Atem (unsere Seele darf aufatmen), laufen, rennen und werden nicht müde-

Das klingt nach  Wiederbelebung! Über den Wolken bekomme ich einen Überblick- einen neuen Blick. "auffahren" Ein Adler auf dem Boden ist hilflos. Ein Adler am Himmel ist in seinem Element und fliegt mayestätisch daher. Das ist Auferstehung, wie Gott sie auch meint. Neue Wege, neuen Mehrwert, neue Lösungen, neue Erfahrungen, neue Freiheit.
Jes 26. Und man wird sagen: Siehe das ist unser Gott, auf den wir hofften, dass er uns helfe. Das ist der Herr, auf den wir hofften, lasst uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil.
"Meine Augen haben dein Heil gesehen", wird Simeon sagen, als er Jesus das erste Mal sieht. Das sagt Simon, hochbetagt, wie oft hat er vergeblich gehofft, auf den Boden des Tempels gestarrt und nun sieht er Maria mit dem Jesuskind in den Tempel kommen. Er blickt auf und in diesen alten lebensmüden,gebrechlichen Menschen kommt Leben: Meine Augen haben Dein Heil gesehen!

Die Verschleppten in Babylon erlebten Gottes Hilfe. Sie konnten  nach vielen Jahren später zurückkehren und das zerstörte Jerusalem wieder aufbauen.  Meine Mutter ist versöhnt mit ihrer Geschichte, als sie noch einmal in ihre alte Heimat besuchen konnte.  Sie hat in Augsburg ihre Heimat gefunden.

Ich habe Gott schon so oft erlebt und kann sagen, wie viele von uns: Gott ist da –Er ist mitten in meinem Leben!!
Abschluss: Was bedeutet Auferstehung konkret: Gott ist ab jetzt mittendrin in meinen Leben.
Die Weltkirchenkonferenz in Vancouver 1984 hat über die Feier des Lebens einige wichtige Überlegungen angestellt:
Wenn Gott mittendrin ist; dann passiert unglaubliches:                                                                                                                                                   
Mitten in Hunger und Krieg
feiern wir, was verheißen ist: Fülle und Frieden.
Mitten in Drangsal und Tyrannei
feiern wir, was verheißen ist: Hilfe und Freiheit.
Mitten in Zweifel und Verzweiflung
feiern wir, was verheißen ist: Glauben und Hoffnung.
Mitten in Furcht und Verrat
feiern wir, was verheißen ist: Freude und Treue.
Mitten in Hass und Tod
feiern wir, was verheißen ist: Liebe und Leben.
Mitten in Sünde und Hinfälligkeit
feiern wir, was verheißen ist: Rettung und Neubeginn.
Mitten im Tod, der uns von allen Seiten umgibt,
feiern wir, was verheißen ist
Auferstehung durch den lebendigen Christus.
Kyrie eleison.

Wir feiern Ostern nicht nur die Auferstehung Jesu,                                   sondern auch unsere Eigene - Amen

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, der bewahre dein Herz und all deine Sinne in Christus Jesus unserm Herrn. Amen.

Gebet

Danke guter Herr, dass du nicht gleichgültig neben uns stehst und unser Schicksal dich nicht gefühlslos lässt. Du hast den Himmel verlassen, um uns nahe zu sein. Du willst mitten in unseren Leben dabei sein. Wir dürfen dir vertrauen und unsere Freuden, Sorgen und das Schwere sagen.
Du hast uns daran erinnert, dass dein Wort für uns gilt. Zu jeder Zeit und für alle, keiner ist zu schuldig oder zu gut, zu jung oder zu alt.
Lass uns die Erfahrung Simeons machen, der Trost gefunden hat.  Lass uns dein Heil sehen-  Lass es uns schmecken  und erfahren, wie es ist wenn wir plötzlich die Flügel wachsen, langsam schwingen und aufsteigen wie die Adler. Wenn uns der Atem nicht mehr ausgeht und wir losgelöst loslaufen können, ohne zu ermüden, weil wir dir vertrauen. Das schenke uns guter Herr

Amen

      Fürbitten                                 
Lasst uns unsere Blicke erheben  zu dir an diesem Sonntagmorgen und        
mache uns sehend für Dein Wirken mitten unter uns.           
Gott des Lebens rufe uns heraus,                                                                     
wo wir müde und kraftlos geworden 
sind
wo wir unsere Hoffnung verloren haben,                                                   
wo wir unsere Liebe vergebens war
wo wir durch Verletzungen Beziehungen begraben haben
Wo wir durch Verlust von Menschen unsere Zukunft nicht mehr sehen,                       
wo aus Ungewissheit, auch der Glaube scheinbar nicht mehr trägt                                   
Rufe du uns in das Leben und lenke unseren Blick auf den Auferstandenen

Gott des Lebens wir bitten dich,                                               
Bleibe bei den Alten, die lebensmüde geworden sind mit Deiner Liebe,                 
Bleibe bei den Trauernden mit deinem Trost,                                           
bleibe bei den Verlassenen mit Deiner Kraft,                                 
bleibe bei den Weinenden mit deiner Wärme,                                                                 
bleibe bei den Verzagten mit deinem Mut,                                              
bleibe bei den Schuldigen mit Deiner Vergebung                                         
Bleibe bei bei uns, wenn der Weg im Dunkeln liegt.

Gott des Lebens, wir bitten dich                                           
Erbarme dich über allen Krisenorten auf unserer Welt, besonders in der Ukraine, Nigeria, Sudan und Syrien. Überall herrschen Konflikte und brutales Machtgehabe und verursachen damit unzähliges Leiden. Viele Menschen werden Opfer willkürlicher Gewalt und die Flüchtlingsströme nehmen kein Ende.                                  
Komm mit Deinem Licht in diese Welt. Lass uns mit deiner Auferstehungskraft dem Leiden der Menschen gegenüber nicht gleichgültig werden.                                 
Lass uns  widersprechen und alles dafür tun die Verhältnisse zu verbessern, wo wir es können.    

Gott des Lebens, wir bitten dich                                                
Bleibe auch bei deiner Kirche. Erneuere sie und stärke sie durch deinen Geist.         
Lass sie ein starkes Zeugnis in der Welt sein und Deine befreiende Botschaft nicht überhören. 

 

 

 


08  Predigt     2. Mose 32,7-14

Gebet bewegt Mensch und Gott                                         25. Mai 2014 Gottesdienst                                                                                Herbert Niedermirtl

Liebe Gemeinde 

Wann haben Sie, hast Du, zuletzt gebetet? War es ein Stoßgebet zum Himmel, ein Dankgebet, ein Zwiegespräch,  ein verzagtes Gebet. Ein Gemeinschaftsgebet oder ganz persönliches Gebet. Ein Abendgebet, ein Krankengebet, ein Gebet in  einer schwierigen Situation, vor eine Prüfung oder einem  Arztbesuch mit der Angst vor einer bestimmten Diagnose. Das kürzeste Gebet?  ­-> Herr hilf mir!!

Ich denke zurück an unsere Israelreise. Die orthodoxen Juden beten dreimal am Tag. Beim Gebet bedecken sich die frommen Juden den Kopf mit einer Kippa und benutzen beim werktäglichen Morgengebet  einen Gebetsriemen (Tefillin) und einen Tallit (Gebetsschal)                                  

Die Klagemauer in Jerusalem war der Höhepunkt dieser Reise. Ich stand vor dieser hohen denkwürdigen Mauer und war umringt von unzähligen männlichen Juden, die andächtig oder laut, oder singend und in Bewegung beteten. In jeder noch so kleinsten Ritze dieses Mauerwerkes, fanden sich kleine Zettel: Gebete! Auch ich habe meinen Zettel dazu gesteckt.

Gebet setzt etwas Großes voraus: Es setzt voraus, dass da einer da ist der uns hört. Ein Gott, der mit uns im Dialog steht, der uns wahrnimmt, dem wir uns anvertrauen dürfen.

Beten setzt eine Beziehung voraus. Beten ist Gespräch sein mit dem großem Schöpfer. Gott wird damit angesprochen. Beziehung- Nie einseitig, und schon gar nicht endet das Gebet an der Decke. Da ist einer der hört!!!!!!Wie sagte Fussball-Star Cacau: Gott ist nur ein Gebet weit weg. Wir haben vor 4 Wochen im Hauskreis für unseren Sohn um ein Stellenangebot gebetet. Er wird mit der Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann fertig und am nächsten Tag erzählte unser Sohn, dass ihn sein Abteilungsleiter völlig überraschend ein Stellenangebot gegeben hat.  Zufall? 

Das berühmteste Gebet der Bibel ist sicher das Vaterunser, dass uns Jesus gelehrt hat. Jesus ist ein Beter!

Trotzdem: Nicht jedem fällt das Beten leicht. Lohnt es sich überhaupt? Hat es das letzte Mal überhaupt etwas gebracht? 
Und: Ist da wirklich jemand, der mich hört? – 
Jede Menge Fragen, auf die man nicht gleich eine Antwort hat. 
Und selbst wenn. Für viele von uns sind die Tage oft so vollgestopft mit Arbeit und Ablenkungen, dass fürs Beten wenig Platz bleibt. Am Morgen fehlt die Ruhe, und am Abend sind wir müde. 

 

Mit all diesen unterschiedlichen Erfahrungen wenden wir uns heute Morgen an die Bibel. Denn die Bibel macht uns mit Menschen bekannt, die beten. Sie stellt uns sozusagen neben sie, damit wir ihnen über die Schulter schauen können. Wir erleben diese Menschen beim Beten und sehen, wie sie es machen. 
In unserem Predigttext heute Morgen ist es Mose, den wir auf dem Berg Sinai treffen. Und es ist, wie Sie gleich merken werden, auch für ihn eine echte Grenzsituation, in der er mit Gott spricht.                             
 
Ich lese aus dem 2. Buch Mose, Kapitel 32, Vers 7 bis 14:
Der Herr sprach zu Mose: 
Geh, steig hinab; denn dein Volk, das du aus Ägyptenland geführt hast, hat schändlich gehandelt. 
Sie sind schnell von dem Wege gewichen, den ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und haben's angebetet und ihm geopfert und gesagt: Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat. 
Und der Herr sprach zu Mose: 
Ich sehe, dass es ein halsstarriges Volk ist. Und nun lass mich, dass mein Zorn über sie entbrenne und sie vertilge; dafür will ich dich zum großen Volk machen. 
Mose aber flehte vor dem Herrn, seinem Gott, und sprach: 
Ach Herr, warum will dein Zorn entbrennen über dein Volk, das du mit großer Kraft und starker Hand aus Ägyptenland geführt hast? Warum sollen die Ägypter sagen: Er hat sie zu ihrem Unglück herausgeführt, dass er sie umbrächte im Gebirge und vertilgte sie von dem Erdboden? Kehre dich ab von deinem grimmigen Zorn und lass dich des Unheils gereuen, das du über dein Volk bringen willst. Gedenke an deine Knechte Abraham, Isaak und Israel, denen du bei dir selbst geschworen und verheißen hast: Ich will eure Nachkommen mehren wie die Sterne am Himmel, und dies ganze Land, das ich verheißen habe, will ich euren Nachkommen geben, und sie sollen es besitzen für ewig. 
Da gereute den Herrn das Unheil, das er seinem Volk zugedacht hatte.


Es beginnt mit einem Schock: Kaum ist Mose mal länger weg von seinem Volk, das er aus Ägypten geführt hat, geht alles drunter und drüber. Während er auf dem Berg die zehn Gebote empfängt, verliert das Volk unten das Vertrauen in den unsichtbaren Gott. Jetzt, als Mose, ihre direkte Verbindung zu Gott, nicht da ist, suchen sie nach einem Ersatz. 
Ein Bild muss her, obwohl Gott ihnen das Bildermachen verboten hatte. (Ein Gott muss her, den man sehen kann. Anfassen, vor sich hertragen. Ein Stier, golden glitzernd, Zeichen der Stärke und Fruchtbarkeit, eine Verheißung für das Land, nach dem sich alle sehnen).
Nicht, dass wir das missverstehen: Die Israeliten, sie suchen sich nicht einen anderen Gott. Das nicht. Aber im goldenen Kalb wollen sie ihn vorzeigen können: Schau her, Israel, hier ist dein Gott, der dich aus Ägyptenland geführt hat.
Und bevor Mose auch nur den Mund aufmachen kann, kommt es noch schlimmer. Gott ist außer sich , wütend– sehr menschlich wird das hier geschildert – Gott ist außer sich über das, was passiert ist: 
Lass mich, sagt er zu Mose, 
lass mich, dass mein Zorn über sie entbrenne und sie vertilge … 
denn dein Volk (nicht mein Volk), das du, Mose, (nicht ich) aus Ägypten geführt hast, hat charakterlos gehandelt. 

In diesen heftigen Worten wird mehr als deutlich: Gott will nicht, dass wir ihn mit den Wunschbildern verwechseln, die wir uns von ihm machen. Und er lässt sich von niemandem, auch nicht von seinem auserwählten Volk, in ein menschliches Bild pressen. Er allein bestimmt, wann und auf welche Weise er uns Menschen nahe kommt. 

Ausgerechnet an dieser Stelle, mitten in einem solchen Orkan, fängt Mose an zu beten. Und es lohnt sich, ihm dabei über die Schulter zu schauen.
Als Erstes sehen wir: Eigentlich ist es völlig sinnlos, gerade jetzt mit Gott zu reden. Gott hat sich ja festgelegt. Die Situation ist aussichtslos, Beten nützt nichts.
Vielleicht hat Sie das ja befremdet, was in dieser Geschichte vom Zorn Gottes gesagt wird. Aber wer in schwierigen Situationen betet, der macht oft ähnliche Erfahrungen. Gott scheint abweisend. Verborgen. Weit weg. 
Und darum gehört das dazu, wenn wir realistisch über das Beten sprechen. Die Zeiten, in denen wir den Eindruck haben: Beten bringt nichts. Es ist, als ob ich gegen eine Wand spreche. Gott antwortet nicht. Jedenfalls nicht so, wie ich mir das wünsche. Oder nicht gleich.
Zweite Beobachtung: Mose betet trotzdem. Er spricht mit Gott. Einfach, weil die Situation es verlangt. Fast scheint es, als ob Gott ihn mit seiner Reaktion sogar ins Beten treiben will. 

Laut deutlich Pause Dritte Beobachtung: Mose betet konkret. Er bittet Gott, der außer sich geraten ist, wieder zu sich selbst zurückzukehren – und wie Mose ihn bittet! Leidenschaftlich, ohne liturgische Verrenkungen. Dabei akzeptiert er, dass Gott zu Recht verletzt ist. Er beschönigt nichts. 
Aber dann bedrängt er Gott und setzt darauf, dass Gottes Zorn nicht bedeutet, dass man bei ihm kein Gehör mehr findet. Sondern Mose rechnet damit, dass Gottes Ohren immer noch offen sind – trotz aller Enttäuschung.
Und mit einer Direktheit, die man sonst nur bei Kindern durchgehen lässt, hält er Gott vor: Nicht ich, Mose, sondern du, Gott selbst, hast doch dieses Volk mit großer Kraft und starker Hand aus Ägyptenland geführt.
Und sein zweites Argument: Was werden die Ägypter sagen, wenn dieses Volk jetzt in der Wüste untergeht. Werden sie sich nicht die Hände reiben, und sagen: Da habt ihr’s, ihr Gott hat sie zu ihrem Unglück herausgeführt.
Und schließlich nimmt Mose Gott beim Wort. Er hält Gott seine eigenen Zusagen vor, fast wie ein Kind, das seine Mutter drängelt: Du kannst doch dein Versprechen an Abraham, Isaak und Jakob, ihre Nachkommen zu mehren und ihnen das verheißene Land zu geben, nicht einfach zurückziehen.

 
Dann – atemberaubend! – die Reaktion: 
Da gereute den Herrn das Unheil, das er seinem Volk zugedacht hatte. 

Kann also Beten Gott beeinflussen?  JA!!!! 

Hat Jesus auch so gebetet? Schauen wir uns sein Gebet an: …und vergib uns unsere Schuld
(das ist eine eindeutige Bitte an Gott, seine Sichtweise zu ändern- vergib uns) wie auch wir vergeben unsern Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen (auch das wendet sich an Gott, seine Sichtweise zu ändern) War das uns so bewusst?

Das Gebet des Mose kommt an.
Der Gott der Bibel, liebe Gemeinde, ist kein unveränderliches Prinzip, kein unpersönliches Schicksal, dem wir einfach ausgeliefert sind. Keine Macht weit weg von uns, die mit uns macht, was sie will. Sondern unser Gott ist ein Gott, mit dem man reden kann. Ein Gott, der uns liebt uns und hört. Der zuhört. Dessen Wille nicht auf Gedeih und Verderb durchgeführt wird, sondern dessen Herz wir mit unserem Beten bewegen können. Gebet bewegt den Menschen und Gott!!!                              


Vielleicht denken Sie jetzt: Ja, in der Bibel und im Gottesdienst, da geht das natürlich immer glatt auf. Bei Mose, da funktioniert das natürlich mit dem Beten. 
Aber bei mir, im richtigen Leben, da sieht das ganz anders aus. Da bleibt alles beim Alten. Und mein Gebet, das kommt anscheinend nicht an.
Wer betet oder bittet, liebe Gemeinde, wird immer beides erleben: Auf der einen Seite das Wunder des Stellenangebotes bei Johannes.

Aber genauso gibt es auch die anderen Erfahrungen: Die Krankheit, die bleibt. Die schwierige Situation in der Familie, die sich nicht ändern will.
Wenn wir den Betern der Bibel über die Schulter schauen, sehen wir: Auch sie kennen beide Erfahrungen. Paulus zum Beispiel. Dreimal hat er wegen eines schweren Leidens Gott um Hilfe gebeten. Aber er bekommt als Antwort: 
Lass dir an meiner Gnade genügen, 
denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig

Auch in der Bibel werden nicht alle Bitten erfüllt. Gott hilft uns nicht immer am Leid vorbei, aber er hat versprochen, uns auch durch schwere Zeiten ans Ziel zu bringen. 
Welche Erfahrung auch immer Sie gerade machen, eins sollten wir lernen, auch wenn es manchmal schwer fällt:  Ein Gebet ist keine Bestellung, sondern eine Beziehung.                                                                                      
Und lernen können wir’s, mit jedem Mal mehr: Dass beim Beten das Erlebnis noch wichtiger ist als das Ergebnis. Dass die Beziehung, in die ich durch das Beten komme, am Ende das Entscheidende ist. Die Begegnung mit ihm, dem Vater, bei dem ich geborgen bin und der mir Kraft gibt.
Das Gebet verändert vielleicht nichts, aber mich!!

Eine Sache noch zum Schluss. Sicher ist es Ihnen längst aufgefallen: Mose bittet nicht für sich. Er bittet für sein Volk. Er schimpft nicht, er jammert nicht, er bittet für die andern.(klassische Fürbitte)
Und so geht er auch auf das Exklusiv-Angebot, dass Gott ihm macht, nämlich mit ihm anstelle des Volkes seine Geschichte fortzusetzen, gar nicht erst ein
Für andere bitten – das ist übrigens auch ein guter Einstieg ins Beten. Gott einen Namen hinhalten und vielleicht nur hinzufügen:
„Gott, achte doch auf diesen Menschen“ oder „Herr, erbarme dich.“
An Mose können wir sehen, was geschehen kann, wenn wir so füreinander eintreten.
Amen.

 


09 Bartimäus und volle Fahrt voraus mit Jesus

Kinderfreizeit 2014 Markus 10. 18, 35-46

Unsere Kinderfreizeit hat das Thema: „Volle Fahrt voraus

Aber immer noch nur volle Fahrt voraus geht nicht immer. Das sieht man an dem Beispiel des Blinden in der Bibel mit Namen Bartimäus. In seinem Leben heißt es eigentlich: Volle Fahrt zurück. Ein Leben in Einschränkungen und Hindernissen. Volle Fahrt ist unmöglich - ohne seinen Blindenstock und anderen Menschen ist er hilflos. So lebt zurück gezogen und sitzt den ganzen Tag freudlos an einem Tor in der Stadt Jericho. Volle Fahrt geht nicht immer - Denken wir nur an das Schicksal der Titanic. „Volle Fahrt voraus!“ befahl der Kapitän trotz der Gefahr von Eisbergen im Wasser. Volle Fahrt voraus auf der Autobahn - heißt auch Bremsen  bei Gefahr oder Geschwindigkeitsbeschränkungen. Immer volle Fahrt geht nicht. Manchmal bremsen uns Menschen und Schicksale einfach aus.

Da kommt Jesus in die Stadt. Bei Jesus gibt es auch manchmal Stillstand, um sich zurückzuziehen um zu beten. Einen Zwischenstopp einlegen um aufzutanken und nachzudenken. Volle Fahrt aber, wenn es darum geht Menschen zu retten und ihnen Gott nahe zu bringen. Das ist seine Motivation=Bewegung- Motor: Gott liebt den Menschen.

Bartimäus erkennt, ja „sieht“ seine Chance: volle Kraft voraus. Er ruft: „Jesus - Du Sohn Davids erbarme dich
Die Leute: "Sei still, du störst - volle Kraft zurück, sonst gibt es  Ärger mit uns! Sei leise!".

Der Blinde lässt sich nicht mehr stoppen: Noch lauter ruft er, ja er schreit: Jesus erbarme dich über mich! (Volle Kraft voraus)
Jesus hört ihn und sagt nicht: Lasst den Mann sitzen, er ist blind, selbst schuld, Störenfried, Er überhört und übersieht ihn nicht: Jesus verliert niemanden (aus dem Augen)
Volle Kraft voraus: Ruft ihn her! Jesus lässt sich auch nicht stoppen und aufhalten. Er will den Menschen einen Wert zusprechen. Bei den Menschenherzen kennt Jesus keinen Schongang. Da ist er leidenschaftlich.  Geht es um Außenseiter, dann liebt er ohne Rücksicht.                                   
„So geht das nicht Jesu! „ sagen ihm die fromme Leute ins Gesicht- lieber Jesus, volle Fahrt zurück- in das Haus eines Zöllners geht ein Jude nicht!! „ Man redet nicht mit Huren!“ Aber Jesus zeigt den Falschfahrern  die rote Karte und nimmt sie aus dem Spiel.
Wie reagiert der Blinde? Bleibt er sitzen. Wird er doch misstrauisch, als die anderen Menschen ihn zu Jesus rufen. Wenn er geht, wird Jesus ihn abblitzen lassen? Wird er ihn sogar beschimpfen und ihn richten.  Nein, seine Bedenken lässt er zurück und volle Kraft voraus.

Jesus fragt ihn:  Was soll ich für dich tun?

Eine große unglaubliche Frage!! Gott fragt den Menschen: Was kann ich für dich tun?
Haben wir uns das so vorgestellt: Jesu  fragt uns, was kann ich für dich tun? Er fragt nicht: Was kannst du für MICH tun?  Was kannst du für Gott leisten?

Der Blinde sagt:  SEHEN !!! (Kurz und knapp)
Dein Vertrauen, dein Glauben hat dir geholfen, sagt jesus zu ihm: Er wird sehend!!! Und als er sehend war, folgt er Jesus nach. Volle Fahrt voraus.
Jesus stoppt die Leute: Es ist ein hartes Schicksal, aber er  ist nicht schuld daran( Rote Karte für die Vorurteile )

Einmal wollten sie Jesus endgültig stoppen - volle Kraft zurück!! So kann man nicht einfach lieben-

Volle Kraft voraus: Kreuzigung- Jesus mit aller Kraft  festgenagelt; bewegungslos,volle Kraft zurück Jesus!!

Aber Gott lässt sich nicht einfach festnageln!! Der  Tod wird überwunden mit Gottes großer Power!  Etwas Ungeheuerliches: Auferstehung - das heißt: Gott ist weiter im Betriebsmodus. Es gibt keine Löschtaste (Reset),  Gottes Kraft heißt volle Kraft voraus!

Wir wissen nicht, wie es mit Bartimäus weitergegangen ist. Aber diese Begegnung hat sein Leben auf den Kopf gestellt.  Er folgt Jesus nach und wird sicher Zeuge seines Todes und seiner Auferstehung sein.  Auf Jesus kann er sich verlassen.
Volle Fahrt voraus, das heißt für ihn: immer dankbar bleiben und Gott vertrauen. Jesus wird mich an Ziel bringen.
Und wenn uns einmal die Luft ausgeht, dann kann ich mich einfach an Jesus anhängen- (weil wir ja Jesus Anhänger sind)

Kinder haben bei Jesu immer Vorfahrt J

Amen


 


10 Gottes Einfall - Gott versorgt uns in der Wüste  
Predigt: 2.Mose 16,2-3.11-18   Gottesdienst 3. August 2014   Herbert Niedermirtl

Der Herr segne unser Reden und hören Amen   

Der Predigttext für den heutigen Sonntag steht im 2. Buch Mose, im 16. Kapitel. Ich lese die Verse 2-3 und 11-18.
Und es murrte die ganze Gemeinde der Israeliten wider Mose und Aaron in der Wüste. Und sie sprachen: Wollte Gott, wir wären in Ägypten gestorben durch des HERRN Hand, als wir bei den Fleischtöpfen saßen und hatten Brot in Fülle zu essen. Denn ihr habt uns dazu herausgeführt in diese Wüste, daß ihr diese ganze Gemeinde an Hunger sterben lässt. (Pause)   Und der HERR sprach zu Mose: Ich habe das Murren der Israeliten gehört. Sage ihnen: Gegen Abend sollt ihr Fleisch zu essen haben und am Morgen von Brot satt werden und ihr sollt innewerden, dass ich, der HERR, euer Gott bin.                               Und am Abend kamen Wachteln herauf und bedeckten das Lager. Und am Morgen lag Tau rings um das Lager. Und als der Tau weg war, siehe, da lag's in der Wüste rund und klein wie Reif auf der Erde. Und als es die Israeliten sahen, sprachen sie untereinander: Man hu? Denn sie wussten nicht, was es war.  Mose aber sprach zu ihnen: Es ist das Brot, das euch der HERR zu essen gegeben hat. Das ist's aber, was der HERR geboten hat: Ein jeder sammle, soviel er zum Essen braucht, einen Krug voll für jeden nach der Zahl der Leute in seinem Zelte. Und die Israeliten taten's und sammelten, einer viel, der andere wenig. Aber als man's nachmaß, hatte der nicht darüber, der viel gesammelt hatte, und der nicht darunter, der wenig gesammelt hatte. Jeder hatte gesammelt, soviel er zum Essen brauchte.

Hier hört man von einer packenden Geschichte aus dem AT, die viele Mitwirkende an ihre Belastungsgrenzen bringt.                                                                                                                                                  Es ist die Geschichte einer Liebe, die auf eine harte Probe gestellt wird. Ich denke der Satz: „Liebe geht durch den Magen, passt hier ganz gut“. Das Volk hat den Auszug aus Ägypten großartig gemeistert-endlich Freiheit- keiner weiß, wo Moses sie als nächstes hinführen wird. Das Ziel ist klar: das gelobte Land!  Er führt dieses große Volk mitten hinein in die Wüste.    In die WÜSTE ? – Warum ausgerechnet in die Wüste!!  Das bedeutet: Unfruchtbarkeit, Einöde, Hitze, Sand, Trockenheit, Einsamkeit, Dürre, Wassermangel, Sandstürme, Entbehrung, Mangel

Wüste – in die Krise!   Warum?

Antwort:  Lernort – Die Wüste als der Lernort Gott zu vertrauen  40 Jahre Wüstenzeit –Krisenzeit
Ich sehe vor mir in der Wüste plötzlich ein Stoppschild: Nein-Mose, so kann es nicht mehr weitergehen! Alle protestieren. Die ganze Gemeinde- alle !!! Sie sind an ihre Grenzen angekommen. In der Krise.
Wenn Unzufriedenheit und Frustration auftaucht, wenn etwa gegen den Strich läuft, werden Schuldige gesucht. Sündenböcke!! In die Wüste eskaliert die Lage: „Denn ihr habt uns dazu herausgeführt in diese Wüste, das ihr diese ganze Gemeinde an Hunger sterben lasst."   Murren=klagen, kritisieren, beanstanden, Vorwurf, beschuldigen

Harte Worte gegen Moses- Du bist schuld, dass wir verloren sind! Denkfehler- in der ersten Wut ist man blind-Nicht Mose, sondern Gott hat sie doch hineingeführt in diese Situation.

Die Liebesbeziehung zu Gott wird auf eine harte Probe gestellt, nicht allein durch fehlendes Vertrauen oder Kleinglauben auf Seiten Israels, sondern zuallererst doch durch die raue Realität selbst: durch Schmutz und Schweiß, durch wundgelaufene Füße, durch die Hitze und den Hunger. Der Weg durch die Wüste ist keineswegs das Ziel, sondern eine Strapaze. Die Wüste ist wahrlich kein geeigneter Ort für ein romantisches Rendezvous, aber dennoch gibt sie Raum für eine überraschende Begegnung mit Gott.

Wie wird Gott reagieren?  Mit Kritik, mit Unverständnis ?… Ist er beleidigt als Sündenbock abgestempelt zu werden?
Und Gott, der HERR, sprach zu Mose: "Ich habe das Murren der Israeliten
gehört. Sage ihnen: Gegen Abend sollt ihr Fleisch zu essen haben und am Morgen von Brot satt werden und ihr sollt innewerden (merken, wahrnehmen, sehen,  spüren) dass ich, der HERR, euer Gott bin." Ich bin euer Gott!! Ich bin doch da! Nicht: ich der Gott- Ich bin euer Gott,
Mit dieser Erzählung beschreibt der Verfasser  eine Erfahrung von gläubigen Menschen in Krisenzeiten – damals wie heute.
Ist es nicht auch eine Erfahrung von uns?  Wir folgen Jesus nach, bemühen uns als Christ zu leben, suchen ihm im Alltag, beten um Vertrauen, hoffen auf segensreiche Gaben –  und landen doch in der Wüste:  In der Wüste der Krankheit, in der Wüste der Trauer, in der Wüste einer zerbrochenen Ehe, in der Wüste der Einsamkeit, in der Wüste des beruflichen Scheiterns,  in der Wüste der Arbeitslosigkeit, in der Wüste der Kinderlosigkeit, in der Wüste der Enttäuschung- Jeder hat seine Wüste!!!

-> Natürlich beginnst beginnen wir zu zweifeln: Gott, wo bist du? Oder du protestiert: Was soll das, Gott? Willst du mich zugrunde richten? Warum lässt du mich so hängen? Die Grenzen der Belastbarkeit sind erreicht

"Man hu - Was ist das?" Denn sie wussten nicht, was es war. Gottes Einfall!- Geistesblitz- Heiliger Geist-Eingebung-Inspiration

Gott hört das Murren seines Volkes. Und jetzt? Gott macht Israel keine Vorhaltungen. Es gibt keine Strafpredigt, sondern etwas zu essen. Gott sorgt für Wegzehrung, damit es weitergehen kann. Denn der Weg zum Leben führt durch die Wüste. An ihr geht kein Weg vorbei.                       
Wir wissen es! So tut sich jetzt auch kein Schlaraffenland auf, vielmehr findet Israel die karge Kost der Wüste:  1. Wachteln, die im Frühjahr und Herbst auf der Sinaihalbinsel in Scharen anzutreffen sind.                      
Und:
2. Manna, ein tropfenähnliches Gebilde an den Blättern der Tamariske, das durch den Stich einer Schildlaus aus dem Sekret dieses Insekts entsteht. Von den Blättern fällt es zu Boden und wird in der Kühle der Nacht hart und kann dann aufgesammelt werden. So erklären es die Reiseführer zur Region. Eigentlich nichts Besonderes." Kein Wunder.  Eigentlich, ein toller  Einfall von Gott- eine geniale Idee, ganz praktisch.                                                                                                                     Wieso sonst keiner auf die Idee  gekommen?                                                      
Nur die Israeliten haben es nicht gekannt: "Man hu - Was ist das denn?", fragt sich das Volk. Mose antwortet: "Es ist das Brot, das euch der HERR zu essen gegeben hat." Wegzehrung für Gottes Volk in der Wüste. Gott lässt Israel nicht verhungern. Gott kümmert sich aber nicht nur um knurrende Mägen: Israel soll von diesem Brot satt werden und erkennen, dass der HERR Gott ist. Gott im Brot erkennen, - das ist Liebe, die durch den Magen geht. Gott hilft uns.

Man hu- vielleicht entdeckst du in deiner Krise plötzlich eine neue Lebensmöglichkeit, die du noch nicht wahrgenommen hast. Oder eine neue Aufgabe, eröffnet sich plötzlich. Oder plötzlich kommt eine große Unterstützung, ein helfender Rat aus heiterem Himmel, die dir neue Hoffnung gibt.  In solcher inneren Wüstennot will Gott uns stärken, damit wir das Leben nicht aus dem Blick verlieren

Mitten in der Wüste unseres Lebens erfahren wir, dass Gott trotz aller  Zweifel da ist. Er ist nie abwesend gewesen!!!

Drei-Wörter-Sätze ändern alles: Ich bin da.  Wenn  unser 2-jähriger Enkel Benjen weint in der Nacht, weil ihn etwas erschreckt hat oder sich  fürchtet und ich an sein Bettchen trete und sanft sage“ Opa ist da“- wiederholt er „Opa ist da“  
Das heißt–alles ist gut!!
Ich bin da.  
(weitere 3-Wörter-Satze: ich liebe dich, wir sind Papst, ich komme heim, usw.)
So lautet der Name Gottes im Alten Testament. Ich bin da – das ist mehr als ein Name, das ist ein Versprechen. Und Gott löst es ein. Alles wird gut!!                                       Mose sagte: Das ist's aber, was der HERR geboten hat: "Ein jeder sammle, soviel er zum Essen braucht, einen Krug voll für jeden nach der Zahl der Leute in seinem Zelte."
Und die Israeliten taten's und sammelten, einer viel, der andere wenig.
Aber als man's nachmaß, hatte der nicht darüber, der viel gesammelt hatte, und der nicht darunter, der wenig gesammelt hatte. Jeder hatte gesammelt, soviel er zum Essen brauchte.        

Es reicht für jeden-   kein Überfluss, kein Luxus –mancher sammelte zu viel als Vorrat  und musste enttäuscht feststellen, es war am nächsten Tag vergammelt- Lernort- Wir sollen täglich neu Glaube täglich lernen, nicht im Voraus. Täglich bitten- Jesu lehrt es uns: Unser tägliches Brot gib uns heute!!! Nur für heute, nicht monatliches oder jährliches Brot- es gibt keinen Überschuss, kein Überangebot an Vertrauen. Es sind immer nur kleine Schritte, die wir täglich neu lernen zu gehen.

Es gilt  der Satz:“ Ich bin das Brot des Lebens-Ich bin Brot!“, sagt Jesus allen, die ihm gefolgt sind.                                                                                          
Unser Sohn ist arbeitslos geworden.  Er seine Ausbildung als Kaufmann beendet und die ihm zugesagte  Stelle unerwartet nicht erhalten! Die Enttäuschung ist groß= Es hätte so gut gepasst- und jetzt Wüste!!  Das heißt wieder Bewerbungen schreiben-sich beweisen müssen, sich anbieten, suchen, warten, suchen, schreiben, warten, und das nervt- allen kostet es Kraft. Der Sohn frustriert.  Wir als Eltern hoffen und bangen.  ICH HASSE SOLCHE Wüstenerfahrungen- Gott! Warum kann es nicht einmal unkompliziert laufen?
Wir warten auf Gottes Einfall.
Man hu - Was ist das?", mit dieser Möglichkeit haben wir nicht gerechnet oder sie nicht gesehen! Sagen die Israeliten!

Abschluss: Offensichtlich  ist keiner der Israeliten ist in der Wüste verdurstet oder verhungert. Es steht nichts darüber. Aber es steht zu meiner Überraschung auch nichts drüber, dass sie dankbar gegenüber Gott geworden sind.-Fehlanzeige- Man hat schon fast den Eindruck, dass es dann schon zur Gewohnheit wurde, dass sie täglich das Manna und die Wachteln  erhielten. Zumindest steht nichts darüber- Sie haben hoffentlich Frieden mit ihren Gott und seine Plänen geschlossen und haben gelernt, dass Gott ihr Versorger ist. Es bleibt eine komplizierte Liebesgeschichte. In der Wüste und in den Wüstenzeiten lernt Gott uns zu kämpfen, zu beten, zu bestehen, zu vertrauen, durchzuhalten, das Wesentliche und Wichtige zu unterscheiden. Wenn ich so zurück blicke, erkenne ich immer wieder in Wüstenzeiten besonderen Trost und Gottes Einfälle in meinen Leben.                                                   
Wir können uns auf Gott verlassen! Was haben wir heute noch gelernt: Liebe geht durch den Magen-stimmt schon. Es ist so als würde Gott zu sagen: Nimm Platz, sei mein Gast, der Tisch ist schon gedeckt. Ich wünsche Euch und Ihnen in schweren (Wüsten)Zeiten Gottes gute Einfälle

Amen. Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. “




Anruf und Vorbereitungsgebet aus Psalm 23                                      

Herr, du hast uns eingeladen, du willst Gastgeber sein, du bittest uns zum Tisch, aber wir sind nicht die perfekten Gäste
Du bereitest vor uns einen Tisch, obwohl  unsere Hartherzigkeit, dir oft im Weg steht                             
Du bereitest vor uns einen Tisch, auch wenn  unsere eigene Unvollkommenheit uns darin hindert,
an den Schwächen zu arbeiten und Fehler einzugestehen.                                                        
Du bereitest vor uns einen Tisch,  trotz unseres übervollen Terminkalenders, der auch für dich keinen Termin finden lässt..                                                                                                                        
Du bereitest vor uns einen Tisch, trotz unserer Undankbarkeit , die uns sagt, es ist nicht gut genug         
Du bereitest vor uns einen Tisch, trotz mancher Schuld, die uns fast verzweifeln lässt                      
Du bereitest vor uns einen Tisch im Angesicht mancher Probleme, die uns hoffnungslos machen.

Herr erbarme dich über uns!   Die gute Nachricht gilt uns allen:

2. Du salbest unser Haupt mit Öl ( ich bleibe ein Gesegneter und werde getröstet )und  schenkest mir voll  ein. Gutes (keine Vorwürfe!) und Barmherzigkeit (keine Belehrungen, Strafen) werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar

 


11  
Der jugendliche Jesus verwirrt die Verwirrten
Predigt - Lk 2, 41-52 Gottesdienst  St.Matthäus 4.Jan2015

 

 

Weihnachten liegt hinter uns- das neue Jahr liegt vor uns-Noch klingen die Lieder „O du fröhliche“ in unseren Gedanken nach.

Nun sortieren wir die Erinnerungen und Bilder, die wir vom Fest und Weihnachtsbaum gemacht haben. Die ganze Familie war gekommen, aber vielleicht war es gar nicht so idyllisch und harmonisch. Vielleicht war für Euch/Sie
Weihnachten sogar mega-anstrengend, wegen den vielen Besuchen und Essen zubereiten. Vielleicht unerträglich, weil Konflikte in der Familie ausgetragen wurden… und das ausgerechnet an Weihnachten. 

Familienleben bleibt nicht konfliktfrei – auch nicht die Vorzeigefamilie Jesu!!

Jesus und seine Familie – das ist gar nicht so ein leichtes Kapitel.Das Lukasevangelium erzählt im Kapitel 1 die
Weihnachtsereignisse, schon im Kapitel 2 von einem besonderen Konflikt in der Familie Jesu.    
Vor einer Woche feierten wir Weihnachten und die Geburt Jesu. Das Kind in der Krippe. Süß liegt es da, schutzlos und schon müssen wir uns von diesem Bild verabschieden!!

Im nächsten Kapitel nämlich schon kommt es zu einem handfesten Konflikt zwischen dem zwölfjährigen Jesus und seinen Eltern Maria und Josef.

Ich lese aus dem Lukasevangelium Kapitel 2, Vers 41-52: 
Jesu Eltern gingen alle Jahre nach Jerusalem zum Passahfest.
Und als er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf nach dem Brauch des Festes.
Und als die Tage vorüber waren und sie wieder nach Hause gingen, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem, und seine Eltern wussten's nicht.
Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten.
Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wieder nach Jerusalem und suchten ihn.
Und es begab sich nach drei Tagen, da fanden sie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie fragte.
Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich über seinen Verstand und seine Antworten.
Und als sie ihn sahen, entsetzten sie sich.
Und seine Mutter sprach zu ihm: "Mein Sohn, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht."
Und er sprach zu ihnen: "Warum habt ihr mich gesucht? Wisst ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist?"
Und sie verstanden das Wort nicht
, das er zu ihnen sagte.
Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen.
Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.

Es ist eine interessante Frage: Wie war Jesus eigentlich als Kind und Jugendlicher? Immer freundlich, fröhlich, pubertär, oder ernst, auch mal schwierig?  Was für Träume hatte er? Unser Sohn wollte mit 12 Jahren  Fußballstar werden.

Die Bibel erzählt nicht viel darüber, eigentlich gibt es nur diese eine Geschichte. Und die zeigt: Auch Maria und Josef mussten offenbar damit leben, dass ihr Sohn anfing, sich von ihnen abzunabeln. Sie mussten lernen, wie alle Eltern, dass sie ihren Sohn nicht festlegen, festhalten und fremd-bestimmen können. Das müssen alle Eltern lernen und ist nicht leicht und oft schmerzlich. Nicht allen Eltern gelingt es zum Bedauern der Kinder!!!! Wie reagieren Eltern, wenn sich die Kinder vollkommen anders entwickeln, wie sie sich erhofft haben? Wenn Kinder zielstrebig ihre eigenen Interessen verfolgen und nicht den Vorstellungen ihrer Eltern folgen wollen- dann können  diese Wege der Heranwachsenden zu Unverständnis, zu Konflikten, bis sogar  zum Bruch von Beziehungen führen. (Wieviel Familien feiern nicht mehr Weihnachten, weil es nicht zu feiern gibt- Der Bruch von Beziehungen zeigt sich schmerzhaft an Weihnachten!!!!)                                                                               
Aber wie soll man als Elternteil reagieren, wenn sich ein Sprössling einbildet, in einem Vater-Sohn-Verhältnis zu dem allmächtigen Gott zu stehen und dabei völlig unaufgeregt bei dieser Meinung bleibt?

 Was ist passiert?

Die Eltern Maria und Josef  machen sich ja nicht gleich Sorgen, als er beim Aufbruch aus Jerusalem nicht zu sehen ist. Sie denken: Der Junge ist 12 Jahre alt und auch selbstständig genug, der wird mit seinen Freunden irgendwo in der Reisegruppe dabei sein.
                                 
Als er aber am Abend der ersten Tageswanderung immer noch nicht da ist, machen sie sich doch langsam Sorgen. Also geht es wieder zurück, ein Tag Fußmarsch. Die Suche beginnt  in Jerusalem mit dem Ergebnis: Nichts. Kein Jesus! Wo ist Jesus?  Große Aufregung!                            
Heute ist es für Erziehungsberechtigte wesentlich leichter. Es gibt da eine großartige Erfindung: „Ach ich ruf an und frage nach!“!- Handys geben uns immer Zugriff, die Sicherheit und die Kontrolle über unsere Kinder. „Ruf an, wenn du später nachhause kommst!! Meine Tochter hatte immer die besten Ausreden: Akku leer, Kein Empfang usw.

Aber vor 2000 Jahren  ist das noch eine Zeit ohne Handy.

Die Frage ist berechtigt:  Hätte Jesus auch angerufen?-----

Drei Tage sorgenvolle Suche!! Wir kennen Eltern, wo die pubertierende 14 jährige Tochter nach einem Streit 2 Tage verschwunden war.  Ängste, Sorge, Verwirrung, ernste Minen, mehr Wut…wie kann sie uns das antun?

Die verzweifelten Eltern Maria und Josef finden ihren Sohn Jesus dann nach drei Tagen im Tempel, wo er eigentlich als 12Jähriger nicht sein dürfte – Seelenruhig sitzend im Kreis der Schriftgelehrten – und wird von allen bewundert. Aber nicht von Maria!! Die ist mit ihren Nerven völlig am Ende und überwirft Jesus mit Vorwürfen, wie es jeder Elternteil getan hätte:
„Mein Sohn, warum hast du uns das angetan? 
Was ist los, Jesus, warum machst du so etwas? 
Dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht!“


Aber Jesus schaut seine Eltern nur an und antwortet mit einer Selbstverständlichkeit, die mich erstarren lässt: 
"Warum habt ihr mich gesucht? 
Wisst ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist?"
 
DAS sind die ersten gesprochen Worte von Jesus in der Bibel
„Warum habt ihr mich gesucht?“ Diese Frage ist schon frech! Warum suchen wohl Eltern ihre verloren gegangenen Kinder?

„Wisst ihr nicht, dass ich hierher gehöre? Hierher, im Tempel – hier ist mein Platz, wo mein Vater wohnt, wo über ihn gesprochen und in seinem Wort gelesen wird? Hier muss ich sein, hier bin ich zuhause.“

Der Tempel war für Jesus, wie auch für jeden Juden ein wunderbarer – geheimnisvoller faszinierender –aber auch hoch irritierender Ort.

Der Tempel bedeutetet religiöse Identität und Sinnsuche–Gottes Begegnung im Gebet und Studieren der Thora- hier wohnt Gott / hier konnte man Weisheit finden und empfangen!!!HIER GAB ES Herzensbildung.

Hier fand Jesus Gesprächspartner und Erkenntnis!!! Und seinen wahren Vater!!

Wahren Vater?  Moment Mal:  Er spricht von Gott als seinem Vater!!!!  Jesus, wer bist du?  

Maria und Josef  verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte.

Das soll einer verstehen! Hier steht doch der Vater Josef, der aber kein Wort sagt!! Es hat ihm die Stimme verschlagen. Er ist völlig verwirrt!!

Es ist ein Satz, den ich selbst als Adoptiv-Vater von zwei mittlerweilen volljährigen Kindern, am meisten gefürchtet habe, aber nie zu hören bekommen habe:  „Du hast mir nichts zu sagen-Du bist ja gar nicht mein richtiger Vater!“ Diese Anerkennung macht mich als Adoptiv-Vater sehr glücklich.

Wo bleibt Josefs väterliche Anerkennung bei Jesus, auch wenn er nicht der Erzeuger von ihm ist? Schließlich hat er Stärke bewiesen und die schwangere Maria geheiratet und praktisch Jesus adoptiert. Hat dem Kind die Windeln gewechselt. – Er ist bestimmt gefühlsmäßig getroffen-  es ist tragisch, aber auch hier bekommt der arme Josef keine Stimme, er bleibt im Hintergrund!!

Und Maria? Noch bleibt ihr Jesus Geheimnis verschlossen. Hat sie die Jungfrauengeburt verdrängt und die Sätze des Engel, der dieses Kind als den Retter den Welt ankündigt. Hat sie Weihnachten, die Krippe, die Hirten vergessen?

12 Jahre ist das her.

Jesus scheint bisher ein normales Kind gewesen zu sein und dann stellt er alles auf den Kopf mit dieser Selbstoffenbarung!!! Ist das pubertärer Größenwahn? „Ich muss im Haus meines Vaters sein!!“ Ich muss in Verbindung zu meinen Vater bleiben. Die Sehnsucht des Sohnes nach seinem Vater im Himmel.

Wer bist Du Jesus? – Du behautest nichts anderes, als dass Gott dein Vater ist und du Sohn.  Dieses „Ich muss es kommt aus einer Verbundenheit mit Gott, die alles bisher Dagewesene übertrifft. Dieses göttliche „Ich muss“ prägt sein Leben so vollkommen, dass daneben alle Ansprüche von Menschen zurücktreten, auch die seiner Eltern. Die Nähe zum himmlischen Vater, sie ist bei Jesus stärker als alles andere.

Maria ist verwirrt: Ihr eigener Sohn scheint ihr plötzlich fremd und bleibt es auch lange…

Der Höhepunkt der Krise scheint 18 Jahre später zu sein, als Maria ihren Sohn von einer Predigt zurückhalten will und bittet nachhause zu seiner Familie zu kommen. Da antwortet Jesu abweisend:„ Wer ist meine Mutter? Wer sind meine Brüder? Mutter und Brüder sind die, die den Willen Gottes tun!!
Er spricht von einer neuen Familie, die er stiften will - Gottes Familie!!

Das war damals sicher bitter und unverständlich für Maria.

Jesus so unbequem, so konsequent zu erleben!! Und gar nicht freundlich!!

Aber er muss es so tun: Er muss sich abgrenzen, weil er  den Willen Gottes tun will- weil er eine Mission hat.


Wisst ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist? 

Er wird diesen Weg gehen, er liebt diesen Vater im Himmel über alles. Abba- Papi-so betet er zu Gott.

Diese Beziehung ist einzigartig- Gott und Sohn- Wir haben Weihnachten gesungen: Der Himmel hat die Erde geküsst. Gott wird Sohn, wird Mensch in Jesus.

Ein Gedanke:                
In der Mitte dieser Erzählung steht also das griechische Wort meso, „Mitte“. Im Tempel, mitten unter den Lehrern“, hat der Zwölfjährige seinen Platz, seine „Mitte“ gefunden und ist glücklich!!!!

Was ist meine Mitte? Habe ich meine Mitte gefunden? Ist Gott meine Mitte? - oder ist er nur am Rand zu finden. (Randfigur) Bleibt Gott sogar außen vor.

Ich behaupte einfach einmal: Wenn Gott immer mehr die Mitte in meinen Leben sein darf, finde ich auch zu mir.

Wie endet diese Erzählung im Tempel;

Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und war ihnen untertan.

Die gute Nachricht:

Es gibt keinen Bruch in ihrer Beziehung untereinander. Die Beziehung Josef, Maria, Jesus hält!!
Jesus respektiert seinen Vater und seine Mutter und macht sich sofort mit Ihnen auf den Heimweg und war ihnen untertan. Interessanterweise hört man nichts von einer Entschuldigung!
Jesu findet sich im Recht – trotzdem gehorsam.
Er wächst heran in Nazareth, ordnet sich ein in seine Familie und nimmt zu an Weisheit und Gnade bei Gott und den Menschen.                                                                                         
Doch was damals in Jerusalem geschehen war, Maria will nicht vergessen: 
Sie behielt alle diese Worte in ihrem Herzen.

Noch kann sie es nicht wissen!!
Dieser Jesus trägt das größte göttliche Geheimnis der Welt in sich.
Wer zukünftig nach Gott fragt und Gott sucht, kommt an ihn nicht mehr vorbei!
Hier zeigt Gott endlich sein Gesicht.

Wahrer Gott und wahrer Mensch - Herr und doch Bruder.

Sie behielt alle diese Worte in ihrem Herzen -Wir sollten alle diese Worte behalten, wie Maria— an Worte können wir uns festhalten, können sie aufschreiben, darüber nachdenken, daran erinnern und beurteilen.

Ich muss sein in dem, was meines Vaters ist.
Das bedeutet für uns heute: Die Nähe Gottes kannst du und ich auch erfahren. Hier in dieser Kirche, in Gottesdiensten, in Hauskreisen, in Bibelstudium und überall wo es darum geht, Gott zu suchen und ihn anzubeten.

Dann wird Gott sagen: „Ich muss“ da sein, wo du bist- dann ist er nur ein Gebet weit weg.

          
Zum Schluss: 18 Jahre werden wir nichts mehr in der Bibel über Jesus nach dem Ereignis im Tempel hören. Erst mit 30 Jahren wird er in der Öffentlichkeit auftauchen und Gottes Reich verkündigen. Seine einzigartige Sohnschaft und Mission wird ihn direkt ans Kreuz führen.

Dort unter dem Kreuz werden viele Tränen fließen, auch die von seiner Mutter Maria, die aber am Ende alles versteht und glaubt.  Amen



  12  
Gleichnis vom Weinberg
Predigt:  Markus 12,1-12  Gottesdienst März2015
Pastor Dr. Christoph Barnbrock (ev.-luth.), ergänzt durch Herbert Niedermirtl

Der Predigttext für heute steht im Neuen Testament im Evangelium des Markus, Kap. 12, V. 1 – 12:                                                          

1Und er fing an, zu ihnen in Gleichnissen zu reden:

Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und zog einen Zaun darum und grub eine Kelter und baute einen Turm und verpachtete ihn an Weingärtner und ging außer Landes

3Und er sandte, als die Zeit kam, einen Knecht zu den Weingärtnern, damit er von den Weingärtnern seinen Anteil an den Früchten des Weinbergs hole.

4Sie nahmen ihn aber, schlugen ihn und schickten ihn mit leeren Händen fort.

4Abermals sandte er zu ihnen einen anderen Knecht; dem schlugen sie auf den Kopf und schmähten ihn (2.Chr.36, 16).

5Und er sandte noch einen andern, den

töteten sie; und viele andere: die einen schlugen sie, die anderen töteten sie.

6Da hatte er noch einen, seinen geliebten Sohn; den sandte er als letzten auch zu ihnen und sagte sich: Sie werden sich vor meinem Sohn scheuen.

7Sie aber, die Weingärtner, sprachen untereinander: Dies ist der Erbe; kommt, lasst uns ihn töten, so wird das Erbe unser sein!

8Und sie nahmen ihn und töteten ihn und warfen ihn hinaus vor den Weinberg (Hebr. 13, 12). Langsam, laut, deutlich, Pause

9Was wird nun der Herr des Weinbergs tun?

Er wird kommen und die Weingärtner umbringen und den Weinberg andern geben.

10Habt ihr denn nicht dieses Schriftwort gelesen (Ps. 118, 22,23)?:

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. Von dem Herrn ist das geschehen und ein Wunder vor unsern Augen

12Als Jesus fertig geredet hatte,  trachteten sie danach, ihn zu ergreifen. Doch sie fürchteten sich  vor dem Volk; denn sie verstanden, dass er auf sie hin -dieses Gleichnis gesagt hatte. Und sie ließen ihn und gingen davon.

 

Der Herr segne unser Reden und Hören Amen


Liebe Gemeinde,

auf wen wird angespielt in dieser dramatischen Geschichte?  
Es ist schwere Kost - Es geht um Macht-Mordlust, Blutvergießen!
Wer muss sich diesen Schuh anziehen? 
Es dreht sich um böse Weingärtnern, so ist der Abschnitt in unseren Luther-Bibeln überschrieben.
Bleibt es uns überlassen, festzulegen, wer diese bösen Weingärtner sind, oder – noch wichtiger – wer sie nicht sind?

Im Evangelium des Matthäus und Lukas erfahren wir, wer diese Menschen waren: die Hohepriester und Pharisäer, die Schriftgelehrten. Die Theologen also, die religiöse Führungsschicht Israels zurzeit Jesu. Sie haben – von Ausnahmen abgesehen – in Jesus nicht den von Gott gesandten Messias und Retter erkannt und ihn deshalb bis aufs Blut verfolgt.
Damit wäre eigentlich klar, wer sie sind, die bösen Weingärtner – und wir könnten uns in unseren Kirchenstühlen zurücklehnen und aus entspannter  Ferne beobachten, wie Jesus seine Gegner ihrer Bosheit überführt. Das Gleichnis hätte dann eine rein historische Bedeutung: Es würde den Weg Jesu ans Kreuz erklären. Und den Weg Gottes über Israels Grenzen hinaus zu den Heidenvölkern.

Doch können wir es uns wirklich so einfach machen? 

Der Evangelist Johannes ist es, der sozusagen einen großen zusätzlichen Scheinwerfer aufstellt, um Jesu Weg noch deutlicher auszuleuchten. Er sagt von dem Gottessohn: 
Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. 
              „Die Seinen nahmen ihn nicht auf“.
 

Diejenigen, die Gott erwählt hat, die er als seinem Eigentum gemacht hat, – genau die sind es, die ihn abweisen. Diejenigen, die die Zuwendung Gottes am intensivsten erfahren, die wenden sich am schärfsten von ihm ab. 
 - Das ist das Rätselhafte, Unbegreifliche, ja Tragische in der Geschichte Gottes mit den Menschen  zu allen Zeiten! Eine tragische Liebesgeschichte mit Gott und uns!!
Diejenigen, denen er in seiner Liebe begegnet ist, stehen dennoch in der Gefahr, hartherzig zu werden – mitten in aller religiösen Gewohnheit, trotz der festen Überzeugung, auf Gottes Wegen zu gehen.

Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf.
 – Dieser Satz des Johannes ist mehr als die Beschreibung eines Ereignisses der fernen Vergangenheit: er ist unerhört aktuell. 
Gottes Ringen darum, bei uns Aufnahme zu finden, ist nicht beendet, es ereignet sich immer wieder neu.  

„Gott packt die Koffer und verreist“. - Immer wieder irritiert Jesus seine Zuhörer in seinen Gleichnissen mit Vorstellungen wie dieser.

Wo fährt Gott denn hin? Warum bleibt er denn nicht selbst bei seinem Weinberg, um nach dem Rechten zu sehen?, mögen wir fragen.

Ist das nicht auch ein Grunderfahrung von uns: Gott scheint unterwegs zu sein in manchen Situationen, wo wir ihn dringend gebraucht hätten –Er scheint abwesend zu sein.

Jesus erzählt: Gott packt die Koffer und verreist. Er übergibt die Verantwortung für seinem Weinberg den Pächtern.– das heißt übersetzt:  - an Menschen, die dafür Verantwortung tragen. Was für ein großartiges Vorrecht!
Alles ist geregelt. Es ist ein wunderschöner, herrlicher Weinberg. Die Zuständigkeiten sind geklärt. Gott packt die Koffer und verreist.
                   
Und kaum hat Gott die Koffer gepackt und ist verreist, passiert hier im Gleichnis noch ein Zweites: Die Sünde packt die Menschen.  Dass Gott nicht direkt sichtbar und greifbar ist, verleitet Menschen dazu, sich selbst und ihre Interessen in den Mittelpunkt zu stellen. Vielleicht wird der Weinberg als eigene Leistung gesehen und verkauft. Und genau das ist ja Sünde: Dass sich Menschen in den Mittelpunkt stellen – auf Kosten anderer, ohne Rücksicht auf das, was Gott ihnen an Verpflichtungen und Erwartungen mitgegeben hat.

Die Weinbergpächter im Gleichnis sind dabei keineswegs faul, sind keine Versager. Gut möglich, dass sie den Weinberg gut in Schuss haben. Aber in ihrem Arbeiten schauen sie nur noch auf sich selbst. Sie selbst wollen einen größtmöglichen Gewinn machen. Sie vergessen, dass ihnen alles, was sie haben, nur von Gott- geliehen, anvertraut ist!                                                                                                            
Haben Sie es verdrängt, geleugnet oder vergessen?  Erinnern sich nicht mehr?  - Postmoderne Umschreibung:Klaus Volmer sagte einmal: Sie haben vergessen, dass sie Gott vergessen haben- das ist die größte Fehlleistung des Menschen–  

Und wozu Menschen fähig sind, die von der Sünde gepackt sind, zeigt dann der tragische Höhepunkt des Gleichnisses: Immer wieder hat der Weingärtner, also Gott, seine Boten geschickt, um die Menschen daran zu erinnern, dass er der Besitzer des Weinberges ist! Um seinen Willen zu verkündigen und um seine berechtigten Forderungen an die Menschen durchzusetzen. 

Aber das ist unbequem. Es lässt sich leichter leben, wenn ich einen Weinberg bearbeite und den ganzen Ertrag für mich behalten darf. Wer da kommt und sagt, Gott habe auch noch ein Anrecht darauf, ist ein Spielverderber, Spinner oder Fundamentalist.
                                                                                                              
Gott stört: Wir haben uns doch ganz gut ohne ihn eingerichtet:  Und so werden diese Boten weggejagt, geschlagen und getötet. Schließlich sogar der einzige Sohn des Weinbergbesitzers, Gottes Sohn: Jesus Christus. Die Sünde packt Menschen. Und Menschen packen Gottes Sohn und bringen ihn um die Ecke!
Das ist verbrecherisch, brutal und unsinnig. Sinnlos sind die Morde – zuletzt der, an dem einzigen Sohn und Erben des Eigentümers und Verpächters, weil der Vater ja am Ende noch lebt. Ihm bleiben die gierigen Pächter verantwortlich. Nach geltendem Recht hätten sie somit keine Chance gehabt, den Weinberg an sich zu bringen, denn er war eben nicht herrenlos geworden.

Kurzgedacht!!!! Wir Menschen denken unser Leben zu kurz!!!!!

Als Jesus dieses Gleichnis erzählt, wird es für ihn selbst lebensgefährlich! Jetzt verstehen seine Zuhören- er redet über sich selbst. Es wird bedrohlich still. Sie blicken ihn finster an! „Er sieht sich als Sohn Gottes!!“ Jesus. wer bist du? Sein Tod wird tatsächlich hinter verschlossenen Türen beschlossen!!! Jesus stört!! Der Sohn Gottes stört!!
Hier ist der Widerspruch zwischen der Absicht der jüdischen Oberen und dem Ergebnis ihres Handelns am größten: Sie werden Jesus kreuzigen lassen - unter der Anklage, er würde sich an die Stelle Gottes setzen.  
Doch sie tun selbst genau das, was sie Jesus vorwerfen. Im Namen Gottes töten sie den Sohn Gottes. Im Namen Gottes weisen sie den zurück, den Gott ihnen - zu ihrem Heil gesandt hat. Weil sie meinen, genau zu wissen, was Gott tun und was er nicht tun darf, deshalb sind sie unfähig, sein Heilshandeln zu erkennen.
Abgründe tun sich auf, wenn wir das erkennen:  

Auf dem Gipfel der Frömmigkeit des Menschen offenbart sich seine Feindschaft gegen Gott am deutlichsten.

-Das Gleichnis zeigt aber auch den Grund-Irrtum des Menschen, dass er meint, er muss und kann sich Gott entziehen, um sich selbst anstelle von Gott zu setzen. Gott-los leben!!- eine möglichst große Freiheit bzw. Autonomie von einem fernen Gott schaffen zu können. Sie bestehen auf ihr Selbstbestimmungsrecht!!

Ist das eine Lebenslüge? - ein Irrtum?  Ist einfach nur Überheblichkeit oder Übermut? Gott leugnen ist heute cool und in!
Und nun? - Der Sohn des Weinbergbesitzers ist tot. Der Erbe ist nicht mehr im Weg. Endlich, so scheint es, haben die Pächter erreicht, was sie wollen: Der Chef ist im Ausland unterwegs, weit weg, und niemand ist mehr da, der sie stören kann in ihrem Bestreben
unabhängig zu sein.

Doch was wird geschehen? - Man muss nicht einmal Christ sein, um zu erkennen, dass Wesentliches verloren geht, wenn Menschen Gott aus ihrem Leben ausschließen, wenn Menschen Gott töten.

Selbst der Philosoph Friedrich Nietzsche, der mit seinem Ruf „Gott ist tot!“ für Aufsehen gesorgt hatte, weiß um die Tragik dessen, was er da sagt. Nein, ein Leben ohne Gott macht die Welt eben nicht zum Himmel auf Erden. Sondern der Stärkere siegt über den Schwächeren. Und wenn der Stärkere irgendwann zum Schwächeren wird, kommt auch er unter die Räder. Eine Welt ohne Gott ist eine tragische Welt, weil ihr die Grundlage von Werten und Normen verloren geht und weil sie auf ein wesentliches Problem keine Antwort hat: nämlich auf das des Todes.

Denn so ist es ja immer schon gewesen, dass die Sünde nicht nur Menschen gepackt hat, sondern dass als Folge dessen, jeder Mensch die Koffer packen muss, früher oder später – nämlich wenn es daran geht zu sterben.
Und so ereignet, was die Pächter im Gleichnis als besondere Strafe erleben: Sie müssen sterben! Der Weinbergbesitzer beschließt enttäuscht und wütend das Todesurteil- Das ist die harte Realität und irgendwie verständlich!!

Menschen müssen  irgendwann  ihre Koffer packen. Müssen Rechenschaft ablegen. Der Traum vom erfüllten, unbeschwerten Leben bleibt für alle Menschen in dieser Welt ein unerfüllter Traum – so sehr uns auch vorgetäuscht werden mag, wir könnten es erreichen.  Auch wir werden einmal die Koffer packen müssen und sterben.

Gott packt die Koffer und verreist. So hatte Jesu Gleichnis begonnen. Und im Gleichnis hatten die Dinge dann ihren tragischen Lauf genommen.
 
Gott ist auf Auslandsreise unterwegs. Dieses Bild lässt sich aber auch noch anders füllen – und damit gehe ich jetzt noch einen Schritt über das Gleichnis hinaus: Gottes Sohn hat im Himmel auch die Koffer gepackt und hat sich auf eine Reise begeben- der heruntergekommene Gott – ins Ausland, nämlich in unsere Welt. 


Ein unbegreifliches Wunder ist es, dass Gott an der Stelle, an der ihn die Feindschaft der Menschen das Leben kostet, doch sein entscheidendes Ziel erreicht: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. Das ist vom Herrn geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen!!! Er ist das fehlende Puzzleteil zu unserem Leben.

Warum? - Natürlich einmal, um noch einmal Gottes Recht und Gerechtigkeit in dieser Welt zu verkündigen und dafür mit seiner eigenen Person einzustehen. Aber eben doch viel mehr als dies.
          
Gottes Sohn ist in unsere Welt verreist, damit wir nicht alleine am Bahnhof stehen, wenn der letzte Zug unseres Lebens abfährt. Jesus Christus ist bei uns auf Auslandsreise gewesen, damit wir am Ende eben nicht in den Zug des Todes, sondern in den Zug des Lebens steigen. Er hat uns im Zug des Todes die Tür geöffnet, damit wir aus diesem Zug aussteigen und in den Zug des Lebens einsteigen können. Er gibt uns das fehlende Puzzlestück!!! Er ist der Eckstein, der  letzte Baustein, dass unser Leben gelingt  „Vom Herrn ist das geschehen und ein Wunder vor unseren Augen!“

Das ist Gnade,  das ist Barmherzigkeit !!- unverdiente Annahme!

Und deswegen bin ich Christ geworden- denn diese Liebe hat mich gepackt!!

Und wo ist Gott?- Er ist nur ein Gebet weit weg!- Er sitzt neben mir im Abteil- Er begleitet mich auf meiner Lebensreise, das ist meine Erfahrung geworden!

Amen.

 



  13  
Auf den Grund gehen-Neugeboren
Nikodemus  Joh 3.1-15 (Predigt Mai 2015)

Heute geht in der um einen ernsthaften Menschen, der tiefer glauben und sehen will, der eine  bestimmte Sache auf den Grund gehen will- und es ist die Frage der Fragen, die auch heute Menschen umtreibt und auch mich: Jesus, wer bist du wirklich?

Johannes 3,1-8(9-15) 

Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, einer von den Oberen der Juden. 
Der kam zu Jesus bei Nacht und sprach zu ihm: 
Meister, wir wissen, du bist ein Lehrer, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm.“ 
Jesus antwortete und sprach zu ihm: 
„Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ 
Nikodemus spricht zu ihm: 
„Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden?“
Jesus antwortete: 
„Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist. Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von neuem geboren werden. Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist.“
Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: „Wie kann dies geschehen?“ Jesus antwortete und sprach zu ihm. „Bist du Israels Lehrer und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und bezeugen, was wir gesehen haben; ihr nehmt unser Zeugnis nicht an. Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sage?
Und niemand ist gen Himmel aufgefahren außer dem,
der vom Himmel herabgekommen ist, nämlich der Menschensohn. 
Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.“

Herr, segne unser Reden und Hören durch deinen Heiligen Geist. Amen.
Liebe Gemeinde!
Es geschah nachts und heimlich. In der Dunkelheit klopfte einer des führenden Gelehrten an bei Jesus, den sie längst schon kritisch im Visier hatten.  
Nikodemus gehörte der jüdischen Führungsschicht an, ein in jüdischer Frömmigkeit Gebildeter, ein Ratsherr der Juden, d.h. dem höchsten Gremium jüdischer Selbstverwaltung innerhalb der römischen Besatzungsmacht.  Gesehen werden wollte Nikodemus eben nicht, vielleicht war es ihm peinlich oder hatte er schlichtweg Angst vor den anderen führenden Pharisäern und Gebildeten?   Aber, er wollte seiner  Neugierde endlich nachgeben!  Jesus, wer bist du?       
Im Unterschied zu den meisten seiner Kollegen hatte er Jesus in einem positiven Verdacht. Sollte dieser Reich-Gottes-Verkünder vielleicht wirklich glaubwürdig sein mit seinem Anspruch, im himmlischen Auftrag zu reden und zu handeln? Wie anders könnte er so große Zeichen und Wunder tun, die doch jeden sonstigen Magier oder Propheten in den Schatten stellten? Würde es sich am Ende vielleicht doch lohnen, ihn ernst zu nehmen und an ihn zu glauben?

Jesus ist bereit, Nikodemus zu empfangen. Er lässt sich auf einen nächtlichen Dialog mit ihm ein. Dankbar nähert sich Nikodemus dem umstrittenen Meister und schmeichelt ihn:Meister, wir wissen, du bist ein Lehrer, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm! 

Wir wissen! Wir wissen!! Eine große Einbildung oder Selbsttäuschung! Ja, wir meinen alles zu wissen und zu verstehen - über die Abläufe und Ereignisse der Welt, interpretieren, erklären, zitieren, werten aus- wir meinen wir sind gebildet- haben ein Bild von allem- auch wie Gott und Glaube funktioniert oder nicht! !

Aber Jesus wird sogleich ärgerlich und gibt Nikodemus mit seiner Entgegnung zu verstehen: Was meinst du denn schon zu wissen? Um göttliche Vollmacht wahrzunehmen, bedarf es mehr als bloß einer äußerlichen Beobachtung und studieren  der Thora. Göttliche Vollmacht erhalte ich nicht von Einhaltung von Gesetzen, Lesen von Schriften und Büchern. Es gibt  70.200 Ergebnisse bei der Google Suchmaschine zum Thema „Göttliche Vollmacht“.  Ich kann alles über sie wissen und sie doch nicht erhalten!

Die göttliche Wirklichkeit haben – und das setzt voraus, dass man neu geboren ist!

„Amen, amen, ich sage dir, wer nicht von oben her neu geboren wird, kann das Reich Gottes nicht sehen. Wer nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann nicht in das Reich Gottes hineinkommen. Das aus dem Fleisch Geborene ist Fleisch, und das aus dem Geist Geborene ist Geist“

Jeus setzt Nikodemus zuerst einmal schachmatt.                  
Wie, man muss erneut geboren werden? Was soll das denn bedeuten? Nun ist es ohnehin schon eine späte Nachtzeit, und da spricht dieser Meister auch noch in verstörenden Bildern!  Nikodemus äußert sein Befremden: „Neue Geburt? Ich kann doch in meinem Alter nicht wieder in einen Mutterleib schlüpfen! Ich verstehe deine Rede nicht!“

Wie soll das geschehen?-

Mit seiner Rückfrage bestätigt er in freilich in blamabler Weise, wie wenig er bisher von Jesu Botschaft tatsächlich weiß. 

Nikodemus, der hochkarätige Gelehrter weiß  NICHTS. 
Jesus antwortet ihm leicht ironisch „ Du bist Israels Lehrer und weißt das nicht?"
Ist das nicht auch unser Hauptproblem und Zustand der Welt: Viele „Lehrer“ wollen uns Gott und die Welt erklären und wissen nichts!! Gefährliches Halbwissen.

Das Gespräch mit Jesus und Nikodemus spricht die Wahrheit aus: Das Entscheidende  können wir nicht tun! Es ist wie bei einer Geburt eines Kindes- es wird uns geschenkt! Wir sind nur Empfangene!

Neugeburt geschieht so: ES muss etwas in dich hineinfallen!! Nicht in den Kopf, sondern in unser Herz!!!!

Pfarrer Jörg Zink versteht Jesu Worte so: Wenn du nicht von Gott selbst die Kraft empfängst für einen Neuanfang, der dein ganzes Leben umgreift und dein ganzes Herz, wenn sie nicht in dich fällt wie eine Saat, kannst du Gott nicht begegnen.

Was aus dir selbst kommt ist und bleibt menschlich. Es muss in dich etwas hineinfallen. Du kannst es Geist Gottes nennen. Etwas das dich ergreift, was du empfängst!! Du kannst es dir nicht vorstellen!! Es ist etwas, was nicht von dieser Welt ist. Was Veränderung bewirkt und neues schafft in und mit dir.

Der Wind weht, wo er will und du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht woher er kommt und wohin er geht.  Du kannst Gottes Geist nicht eingrenzen, berechnen, festlegen, erklären, besitzen, bereichern, verdienen,

So ist es, wenn das Fremde in dir wächst.

Du wirst plötzlich, mehr als nur ein guter Mensch sein. Du wirst mehr sein, als nur als nur du selbst. Es ist viel mehr, eine neue Moralvorstellung. Es ist viel mehr als Wissen, es ist eine Erfahrung! Du wirst mehr, als du aus dir selbst werden könntest: ein Ort, an dem Gott ist und an dem Reich Gottes wächst.

Ich habe so eine Art EINFALL GOTTES erlebt. Als 19jähriger war ich auf Gottes Suche und die Frage nach dem Sinn des Lebens trieb mich um.

Auch bei mir gab es lange nächtliche Gespräche - Diskussionen mit Freunden, die zu Gott betenden. Ich wollte ihnen erklären und widersprach, warum es keinen Gott geben könnte. Aber dieser Jesus faszinierte mich? War er das geöffnete Fenster zu Gott? War er der Sohn Gottes, der mir ewiges Leben verspricht, wenn ich an ihm glaube?

Ich betete, dass Jesu in mein Leben kommen soll! - Es ging mir ein Licht auf! Es ist einfach  in mich hineingefallen- Aber wie soll ich es erzählen, wie soll ich es erklären?  Wie seit meiner Bekehrung oder Hinwendung zu Gott auf wundersame Weise große Freude in mein Leben einzog. Wie plötzlich der Himmel mir so nah war. Wie ich tief in meinen Inneren mich angenommen fühlte und tiefer Friede in mein unruhiges und abgehärtetes Herz einzog. „Er wird ihnen ein neues Herz und einen neuen Geist geben, seinen Geist (Ez.  36,24-28)“. Wie überraschend mir Gott, wie als einen Vater begegnete und ich ihm vertrauen konnte. Wie plötzlich meine Gebete nicht mehr unerhört und leer blieben, sondern ein Gegenüber hatten. So ist es bis heute!! Wie plötzlich ich ein anderer werden wollte: ehrlicher und barmherziger, menschlicher. Einen Neubeginn in einem neuen Beruf wagte: Krankenpfleger. Und plötzlich Interesse und Freude an der Kirche und an christlicher Gemeinschaft hatte. 

Es ist mir einfach ZUGEFALLEN.  Bis heute habe ich diese Einfälle Gottes!! Das Reich Gottes zu erleben ist mein größter Wunsch- auch mitten unter uns.

Brauchen wir für diese Welt nichts dringender, wie Menschen mit Gottes Einfällen? Dass der Heilige Geist weht und einfällt? In der Wirtschaft, in der Politik, im Gesundheitswesen, in der Kirche. Die Organisation „open doors“ berichtet auf ihrer Facebook-Seite von unzähligen Einfällen Gottes in den muslimischen Ländern und unter muslimischen Flüchtlingen. Sie erzählen, das Jesus ihnen im Träumen erschienen wäre und ihnen die Augen geöffnet hätte. Eine junge gläubige Muslimin erzählt öffentlich, dass sie einen Bibelvers von einem Freund erhalten habe und darauf stand: Und allen die ihn (Jesus) aufnahmen, gab der die Macht Kinder Gottes zu werden. Johannesevangelium.

Da habe sie plötzlicherkannt, dass Jesus der Sohn Gottes ist und sie sich nie mehr vor Gottes Strafe fürchten muss, sondern sie ein geliebtes Kind Gottes sein darf. Welch ein Erlösung.  Ein Einfall Gottes.

Was ist geblieben vom nächtlichen Gespräch zwischen Nikodemus und Jesus?

Hat Nikodemus begriffen? Ist er nur Bewunderer geblieben, ist er ein Glaubender geworden oder Kritiker.

Das Johannesevangelium erzählt eine wunderbare Geschichte und erstaunliche Verwandlung!!! In Joh, 19.30 betritt Nikodemus abermals die biblische Bühne.

Es ist aber unter schrecklichen Umständen: Jesu wurde von der jüdischen Führungsschicht zum Tode verurteilt als Gottes Lästerer.  Noch am selben Tag wurde er gekreuzigt und musste grauenvoll sterben!!

Und da passiert etwa Ungeheuerliches und Unerwartendes: Joh 19,39 Es kam aber auch Nikodemus, der vormals in der Nacht zu Jesus gekommen war, und brachte Myrrhe gemischt mit Aloe, etwa hundert Pfund.

Nikodemus  ist dazu gekommen und betritt den Folterplatz. Er, als einer der jüdischer obersten Gelehrter verstößt gegen das Gesetz und macht sich unrein, indem er sich einem Toten nähert. ER verzichtet damit bewusst auf das Feiern des jüdischen Passahfestes und drohenden Ausschluss aus der jüdischen Gemeinschaft. Er nimmt diesen Skandal bewusst in Kauf.  Er bringt kostbares teures Öl zur Salbung des Leichnams mit und hilft bei der Bergung des Leichnams Jesus vom Kreuz. Er kommt diesmal nicht heimlich nachts, sondern öffentlich sichtbar und zeigt Jesus seine Ehrerbietung und Trauer. Er bekennt sich zu Jesus!!Es ist ihm egal, was andere Gelehrten über ihn denken! Dass seine Karriere als oberster religiöser Führer ein jähes Ende finden wird!

Was für einen Mut er nun hat! Wir brauchen unbedingt mehr Menschen wie Nikodemus. ER ist darin mir ein Vorbild geworden!!

Was ist passiert? Es ist etwas in ihm hineingefallen!!!Er ist ein Verwandelter!! Er ist vom Suchenden zum Glaubenden geworden!! Er hat die Erfahrung einer Neugeburt erlebt!!Der Geist Gottes hat auch ihn ergriffen und ist ihm einfach zugefallen!! .

Er muss eine Gewissheit geschenkt bekommen haben: Dieser Jesus ist vom Himmel uns zu gekommen, uns zugefallen-denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seine eingeborenen Sohn gab, dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben

Gott sei Dank- das war und ist der beste Gottes Einfall in die unsere Welt! J Amen




 


14.
Impulsfreizeit in Bliensbach Dez 2014-UnERhört

Vater unser Text: Matth. 6, 5-9a 

Das Vater-unser-Gebet begleitet mich schon sehr lange und ist mir vertraut  in guten und in angefochtenen Tagen.  Es ist ein Gebet um Bewahrung und bleibende Zuversicht.  Es richtet meinen Blick auf den „Unbeschreiblichen“ –nicht in Worten fassenden großen Schöpfer des Himmel und der Erde. Kann es wirklich sein, dass dieser Gott mich hört? Ist es nicht unerhört zu denken, dass sich Gott für meine Gebete interessieren könnte? Jeus sagt es eindeutig: „Du bleibst nicht unerhört!“

Erschreckend war neulich, dass Teilnehmer einer bekannten Rate-Show nicht in der Lage waren, das Vater-unser-Gebet aufzusagen. Selbst der Moderator Günter Jauch war darüber erstaunt. Ich bin in der Lage es aufzusagen, aber was sagt das schon aus?  Es bleibt trotzdem leer, wenn es nicht mit meinem ganzen Herzen, mit meinen inneren Menschsein  gesprochen wird. Es darf nicht nur floskelhaft und gedankenlos gebeten werden. Auf jeden Fall ist dieses Gebet ein Türöffner zu Gottes Herz und bewegt Gott.  Gott ist keinesfalls festgelegt. Das hat Jesus uns versprochen. Es bleibt nicht wirkungslos. Seine Jünger wollten unbedingt wissen, wie man richtig betet. Dieses Gebet war die Antwort Jesus darauf. Türöffner Jesus für Gott Es lohnt sich diese wenigen Zeilen genau anzuschauen.

Vater unser:  Gedanken zum Gebet- (Jörg Zink)

Vater  Abba-Papa!! Niemand hat damals in Israel Gott so angeredet-Es ist eine ungeheuerliche Aussage Jesus. Ein neues Bildnis Gottes! Ein Gott nicht fern und unnahbar. Damals in der Antike war der Begriff  „Vater“ der Vertrauenswürdigste!                                                                                          
Unser – Kein „mein“, sondern ein gemeinsamer Vater.  Das schafft Vertrauen und stiftet in diesem Moment eine gemeinsame Basis. Er ist der Vater Jesus und von uns allen.                                                                                                    
 
Im  Himmel  Aufsehen !! Es ist eine andere Realität, nicht einfach verfügbar, andere Gedanken, größer als menschlich, göttlich,                                              
Geheiligt werde dein Name  Geheiligt – ernst genommen, Ehrwürdig- Gewicht geben,                                                                                         Name  Gott hat viele Namen, Namen verleiht Würde,                                             
Dein Reich komme  Endlich erwarten wir Gottes Eingriff, auf das Neue, das Kommende, setze deinen Willen in dieser Welt doch durch,  zeige und etwas von deinem Reich, auf das wir hoffen- Es ist die Sehnsucht,  Gott möge sich zeigen              
Dein Wille geschehe Geschieht nicht alles nach deinem Willen? Ist die Erde nicht voll  von deinem Willen? Du gibst uns Raum, Freiräume, Freiheit.                           
Wo nicht dein Wille herrscht- gibt es ein heilloses Durcheinander, Schrecken, Hass, Vergeltung, keinen Frieden- Schicksal oder Bestimmung- Gottes Willen auch in Krankheiten erkennen? Lass uns deinen Sinn erkennen. Mache uns deinen Willen ähnlicher

Gib uns das tägliche Brot  Wieder Mehrzahl: gib uns,      
zeigt das wir satt werden sollen, aber der andere auch, Essen  teilen, ich darf den anderen nicht übersehen – auch er bittet um das tägliche:                                                
Arbeit, Gerechtigkeit, Brot, finanzielle Sicherheit, Worte, Liebe, Wohnraum aber nur heute, täglich – nicht für morgen –Jetzt und hier                                        
Interessant: Das Wort, das für „täglich“ steht im griechischen Text heißt nicht täglich, sondern genau: „künftig“ Gemeint ist das künftige Brot, aber da man sich nichts darunter vorstellen kann, ist es mit täglich übersetzt worden.

Vergib uns unsere Schuld Missverhalten ist oft Eigensucht, Schuld ist Lieblosigkeit, Schuld ist Gleichgültigkeit, Schuld ist verstummen! Rückzug- Täuschung, Lüge, Schuld ist verletzend,

Unsere Schuld trennt uns von Gott und von mir selbst und von Menschen

„Bin ich bei mir zu Hause?“ singt  Jonathan Böttcher- bin ich mit mir im Reinen?

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigeren               
Schwer und unerhört! Aber jeder Tag, wo wir Gott nicht um Vergebung bitten und selbst nicht vergeben, machen wir den Abgrund tiefer, die Trennung endgültiger, vergeben heißt loslassen. Es ist die Bitte, dass Gott sich bewegt für mich und den anderen  und seine Ansicht und Absicht über mich und den Anderen ändert!                                    
Auch ich will meine Ansicht und Absicht  über den anderen ändern. (Beispiel Moses 32) Verzicht auf Rache und Vergeltung-                                                    
Ich kann durch mein Gebet bewirken, dass Gott seine Meinung über den anderen ändert!! Ist das mir bewusst- Kraft der Fürbitte.

Und führe uns nicht in Versuchung Versucht werden, (Prüfung, Anfechtung, Verführung, Verlockung, Reiz) in Verwirrung geführt werden, mich selbst verlieren, den anderen verlieren , Gott verlieren - wenn wir in große Not  und Bedrängnis geraten ist mein Vertrauen in Gott gefährdet , mein Glaube in Gefahr, Gebet für Johannes: Verliere Johannes nicht aus dem Auge, er braucht in dieser beruflichen Krise deine Hilfe

„Führe uns nicht in diese Situation, bewahre uns davor deine Hand los zulassen.“

Peirasmus: griechisch-Versuchung, im Sinne von Verführung, wegführen

Und erlöse uns von dem Bösen  Löse die Gewalt, die dunkle Macht die nach mir greift, Schlechtigkeit, Schadenfreude, Neid, böse Absichten auch von mir gegen andere,                                                                                         Löse uns von dem Bösen, das uns im Griff hat hat      
Das Böse hat nicht das letzte Wort- Du hast alle Macht es zum Guten zu führen

Gedanken zum Gebet:

Jesus war ein Beter. Täglich suchte er das Gebet mit seinem Vater.Unzählige Male wird in der Bibel erzählt, dass Jesus betete. Nach Heilungsgeschehen, anstrengenden  Erlebnissen oder vor Entscheidungen war Jesus einfach verschwunden.

Alle Welt sucht dich!! – Vorwurf der Jünger an Jesus: “Du nimmst dir zu viel Zeit zum Beten!“ Es gibt so viel zu tun, soviel Ablenkung, soviel Zerstreuung, soviel Wichtiges- aber  Jesus plant Zeit ein zum Beten und Danken. Den Dankbaren zeigt Gott den Weg zu seinem Glück.         
Beten ist Beziehung bauen und pflegen zu Gott.

In Beziehung treten, Stille suchen ist Voraussetzung. Einen Ort haben. Gott ist schon da. Er wartet auf unsere Gebete.

Sammlung: Zu mir kommen und zu Gott

Er betet:                                                                                                            -Für sich: „Wenn es sein kann, lass diesen Kelch an mir vorüber gehen“                     
-in Demut: „aber nicht mein Wille geschehe, sondern Dein Wille geschehe“ .„Vater, die Stunde ist gekommen, verherrliche deinen Sohn „(Joh 17,1)

Für seine Jünger:  Petrus ich habe für dich gebet, das Dein Glaube nicht aufhört

Für seine Feinde: segnet, die euch verfluchen

Für seine Mitmenschen:  Er legte die Hände auf und betete für sie, Sterbende Kinder, Kranke,

Für Jerusalem und die Welt: Es jammerte (weinte) ihn als er Jerusalem sah und er bettete für sie.

Er ist der Lehrmeister: Er fordert geradezu auf: Bittet, bittet, bittet!

·       Wenn ihr betet, dann geht in eurer Kämmerlein und betet: Vater unser.... Matth.6

·       Wenn der untreue Vater schon seinem Kind Brot gibt und nicht Fisch, wenn es darum bittet, wieviel mehr wird Gott euch geben, der euch liebt.

·      Der Vater weiß was ihr bedürftet, bevor ihr es ausgesprochen habt. Matth. 6.8

·      Wenn zwei oder drei in meinen Namen versammelt sind und bitten, dann bin ich mitten unter euch.

·      Was ihr in meinen Namen bittet, will ich tun, dass der Vater verherrlicht wird. Darin wird mein Vater verherrlicht (das er Gebete erhört)dass ihr viel Frucht bringt und meine Jünger werdet. Joh. 14.13

·       Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in Euch bleiben, dann bittet  was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Joh. 15

·       Bisher habt ihr um nichts gebeten in meine Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, dass eure Freude vollkommen sei. Joh16

·      Gleichnis: der bittende Freund Lk 11 5-8 Gebete sollen auch erhört werden!!

·         Wer bittet der empfängt,

·      Gleichnis die bittende Witwe : Gott auf den Nerv gehen, andauernd

·      Die Jünger: Lehre uns beten!!! Im Kämmerlein, verborgen

Gebet ist in der Welt, weil Jesus für uns immer betet!!!!                                
Kein Gebet ist nutzlos

Gleichnis Zöllner und Pharisäer:  Ich-Gebet – Vater, ich bin so froh, dass ich nicht wie dieser Zöllner!!  Haltung Note sechs 

Falsch gebetet- bleibt unerhört

Beton hält                             
Beten  hält

"Vater unser" der neuen Zeit
Meine Kinder, die ihr im Himmel seid,
geheiligt ist euer Name.
Euer Reich ist gekommen und euer Wille wird geschehen wie auf der Erde, so im Himmel.
Euch wird an diesem Tag Euer täglich Brot gegeben, und euch werden eure Schulden und Vergehen genau in dem Maße vergeben, wie ihr denen vergeben habt, die sich gegen euch vergehen.
Führt euer Selbst nicht in Versuchung, sondern erlöst euer Selbst von allen Übeln, die ihr geschaffen habt.
Denn euer ist das Reich und die Macht und die Herrlichkeit, in alle Ewigkeit.
Amen

Gebet ist Reden mit Gott und Hören auf Gott

Man muss Gott mehr gehorchen (auf wen höre ich?) als den Menschen Ap 5.29

Erfahrungen:

Wir haben ein Vorrecht zu bitten. Beten – haben wir Erwartungen, dass Gott uns erhört? Beispiel Pastor in Kleinstadt. Alle wollen, dass es  morgen endlich regnen soll. Am nächsten Tag treffen sich alle Leute für eine Gebetsgemeinschaft in der Kirche. Der Pastor ist  stinksauer. – „Warum habt ihr keine Regenschirme mitgebracht?“

 

Missverständnisse:
Gebet ist kein
Programm                                                                                   Gebet ist keine Methode                                                                                       Gebet ist keine Zauberkraft                                                                                    Keine Formel                                                                                                       

…..sondern, Gebet ist eine Person

 


15.
Vorstellung neuer Konfirmanden- 21.Juni 2015

Begrüssungsrede

Liebe Konfirmandinnen, liebe Konfirmanden

Im Namen des Kirchenvorstandes begrüßen wir euch sehr herzlich in der Auferstehungskirche.

Es ist großartig, dass ihr euch entschieden habt, euch konfirmieren zu lassen. Es ist sozusagen eine fast einjährige Entdeckungsreise:                                
Entdecken, ob Jesus tatsächlich für euer Leben eine Bedeutung haben kann und soll? Ob Glaube an Gott tragfähig ist? Ihr werdet vieles Neues und Überraschendes entdecken:                                                                       
- nachdenkliche und mutmachende Impulse an den
- Konfisamstagen,                            
- das aufregende KonfiCamp ,                  
- herzliche Konfimitarbeiter/innen,            
- verschiedene Gemeindepraktika,                                  
- einen schwungvollen fröhlichen Pfarrer,                          
- die Gemeinschaft untereinander,       
- Gaben und Talente
- neue Freundschaften
- und viele andere Menschen in dieser Gemeinde, die Euch unterstützen wollen.

Vielleicht ist es am Anfang alles noch wie ein leeres weißes Blatt, das vor euch liegt und es gibt viele Fragezeichen.

Bilderrahmen holen: Vergleich

Bemerkt ihr was? Habt ihr es entdeckt? Das Bild fehlt.

Der Rahmen ist wunderschön und stabil: Dass ist -sinnbildlich - die Gemeinde, ein bisschen verstaubt, wie es ab und zu in der Kirche halt auch zugeht. Aber der Rahmen, der euch einrahmt gibt euch Sicherheit und
Gestaltungsmöglichkeiten.

Das noch fehlende Bild? Das müsst ihr malen!! Das können wir nicht für euch malen! Noch ist alles weiß und leer. Hier werden aber hoffentlich bald viele Eindrücke, Spuren, Erlebnisse und Glaubenserfahrungen farbenfroh von euch aufgetragen sein. Seid Farben-Lebenskünstler. Bringt Farbe in eure Konfirmation!  Am Ende wird dieses Bild, so wünsche ich es mir,  voller Farben sein. Vielleicht wird manches als grau empfunden oder manchmal schwarz gesehen, dann bring deine Farben mit und male. Gott hat die Welt und dich bunt und farbenfroh gemacht. Gott bringt Farbe in Dein Leben!!! Keiner ist farblos.

So bringt Eure Farben mit in diese Konfirmationszeit: Sammelt sie - tauscht sie -verschenkt sie und malt euer Bild gemeinsam.

Eine gesegnete farbenfrohe Zeit  -

wünscht euch Herbert Niedermirtl- Vertrauensmann

 


 16.
Meine vielleicht wichtigste Predigt zum Flüchtlingsdrama!!
DER BARMHERZIGE FLÜCHTLINGSHELFER
 30.8.2015 PREDIGT: (Lukas 10,25-37)  Herbert Niedermirtl 

„WENN DER WIND DES WANDELS WEHT, BAUEN DIE EINEN MAUERN, DIE ANDEREN WINDMÜHLEN“(CHINESISCHES SPRICHWORT)

Herr, segne unser Reden und Hören durch deinen Heiligen Geist.  Amen 
Der Mensch stellt Fragen.Ich bin mir sicher, dass sie sich heute schon 5 x gefragt haben: Soll ich aufstehen? Soll ich das Kleid anziehen? Soll ich gerade heute in den Gottesdienst gehen?
Sicher sind das nicht die entscheidenden Fragen des Lebens! 
Solange der Mensch denkt, fragt er.
Es gibt aber so viele unwichtige, sinnlose, scheinheilige, dumme Fragen. Aber es gibt Fragen, die sind bedeutend. 
Einer diese wichtigsten Fragen steht eben in der Bibel.
Ein sehr ernsthafter jüdischer Schriftgelehrter fragt Jesus: 

Was muss ich tun, das ich DAS EWIGE Leben habe?                    
Vielleicht haben Sie sich diese Frage noch nie gestellt: Was würden sie an der Stelle Jesus antworten?

Ich lese ihnen einmal vor was Jesu dem Schriftgelehrten geantwortet hat: Aus dem Lukas-Evangelium im 10. Kapitel:
Siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte Jesus und sprach: Meister, was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe? ( was für eine Frage) Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du?
Er antwortete und sprach: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst." 
Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tu das, so wirst du leben.
Ein kurzer, aber mit Sprengstoff beladener atemberaubender Dialog, der sich hier entwickelt hat: Interessant, dass Jesus einfach zurück fragt
Bei  der Frage nach dem Erreichen des ewigen Lebens geht es Jesus zuerst einmal um die Beziehung zu seinem Schöpfer.     
Die Frage nach der Gottesbeziehung wird von Jesus schnell geklärt:  Wie soll sie aussehen?  Überraschend- es soll eine Liebesbeziehung sein!!!                

1.   Gott lieben mit ganzem Herzen und allem was ich habe. Also Gott lieben mit halben Herzen; mit angezogener Handbremse wird gänzlich ausgeschlossen. Das ist keine Liebesbeziehung, wo ich NICHT bereit bin alles zu geben ODER ZU TEILEN. Kann ich meine Ehefrau, unsere Kinder, unseren Enkel - nur mit halben Herzen lieben?  Undenkbar! Sie wären alle unglücklich. 
2.   Liebe ist immer eine Entscheidung. Wo ich mich entscheide zu lieben, entsteht ein Raum des Vertrauens, der alles zulässt. Der mich sogar verletzbar macht. Gott gibt ein „Vor-Bild“ in Jesus: Er lässt uns wissen: Gott liebt uns einzigartig groß! Er hat ein großes Verlangen nach uns. In seinen Gedanken kreisen nur wir. Er liebt uns mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele mit ganzem Verstand, mit seinem ganzen Gemüt. Uneingeschränkt, bedingungslos und hingebend.  Er erwartet und bittet gerade dazu, dass seine Liebe zu uns nicht unerhört bleibt. 

Damit hat der Pharisäer überraschend scheinbar keine Probleme: aber der Zusatz fordert ihn heraus:                             
Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und fragte Jesus: (wieder eine wichtige Frage) "Wer ist denn mein Nächster?"
Dabei ist die Frage nach dem Nächsten eine berechtigte Frage, eine wichtige Frage. Wer so fragt, sieht über seinen eigenen kleinen Horizont hinaus. Für ihn gilt nicht: Jeder ist sich selbst der Nächste. Das wichtigste bin ich.
Wer nur an sich selbst denken kann, wird selten nach dem Nächsten fragen. Die Frage nach dem Nächsten ist auch ein Zeichen dafür, dass einer den Egoismus überwinden will. Dass Hinsehen und Wahrnehmen sind die ersten Schritt dazu!-  Für wen bin ich verantwortlich?- und wofür muss ich mich nicht verantwortlich fühlen?                                        
Da antwortete Jesus und sprach: (frei nach Lukas 10,25-37)

E
s war ein Mensch, der musste panisch die Flucht ergreifen, weil er in seinem Land Syrien unter die Fanatiker und Mörderbanden des Islamischer Staates fiel, die ihn beraubten, bedrohten, folterten, seine Familienangehörige entführten oder ermordeten. Auf seiner wochenlangen unerträglichen Flucht aus seinem Heimatland durch die Türkei, Bulgarien, Serbien wurden ihn in Ungarn von üblen habgierigen Schleusern seine letzten Münzen, Wertgegenstände, Handy und Pass abgenommen. Er wurde schließlich mit anderen Flüchtlingen fremder Nationalitäten in einen Lieferwagen gepfercht und nach stundenlanger Fahrt bis zur Grenze Deutschland gebracht. Dort musste er bei strömenden Regen aussteigen. 
Völlig verstört, verängstigt, hungrig, ungepflegt und mit verdreckter durchnässter Kleidung wurde er seinem Schicksal in dem fremden Land Deutschland  überlassen. Es schmerzte auch eine Verletzung, die er sich bei einem Sturz zugezogen hatte, sodass er nur unter großen Beschwerden laufen konnte. Neben der Autobahn irrte er auf dem Seitengrün entlang an fahrenden Autos vorbei und lies sich entkräftet ins Gras fallen. Mit letzter Kraft winkte er mit einer Hand Richtung Autobahn.
Da fuhr ein Priester vorbei. Er sah den Menschen dort liegen und fuhr schnell vorbei!
Da kam ein Kirchenvorstandvorsitzender vorbei, der sah den Mann liegen, schüttelte den Kopf  und fuhr einfach weiter.
Da kam ein anderer Autofahrer vorbei, der sah den Mann liegen, verlangsamte seine Fahrt, kurbelte das Fenster runter und schrie wütend hinaus: „Wieder so ein muslimischer Flüchtling- selbst schuld, dass du hier liegst. Wir wollen euch nicht hier!!!“ Ein Autofahrerin fuhr vorbei, sah ihn und dachte sich: Nein, bloß nicht anhalten, das ist eine Falle; dieser Mann sieht so bedrohlich aus und stellt sich schwach. 
Da kam ein polnischer Reisender vorbei, der sah den Mann da liegen und hatte Mitleid. Er stoppte seine Fahrt und kletterte über die Leitplanke hinüber zu dem Mann. Dort hob er ihn vorsichtig an und sah, dass dieser Mensch, halb bewusstlos und am Ende seiner Kraft war. Er alarmierte per Handy einen Rettungswagen und gab ihm danach vorsichtig einen Schluck Tee aus seiner Reisetasche. Er redete beruhigend auf den verängstigten Mann ein, der ihn offensichtlich nicht verstand. Als der Krankenwagen kam und den Mann ins Krankenhaus brachte, unterbrach er seine Urlaubsfahrt und besuchte ihn noch an selben Abend in dem Krankenhaus am Ort. Aus seinem Reisegepäck brachte er für den Mann Waschutensilien, frische Unterwäsche und Kleidung mit. Außerdem schenkte er den Mann noch 100 Euro und informierte die Krankenhausleitung, dass er für die Pflegekosten privat aufkommen wollte. Schließlich habe dieser Mensch sicher keine Krankenkassen-Versicherung. Auf seiner Rückfahrt vom seinem 14-tägigen Urlaub in Italien besuchte er den Syrer, der inzwischen in einem Augsburger Asylantenheim untergebracht wurde und sprach ihm Mut zu. Danach kehrte er zurück nach Polen. 
Jesus fragte anschließend: Wer von diesen fünf, meinst du, ist in diesem Fall der Nächste gewesen dem, als er dieser auf der Flucht war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. 
Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!

Wir hören von einem Menschender wirklich in Not war: 
Das Gleichnis vom barmherzigen Fluchthelfer; so würde es heute in der Bibel stehen. 
Wir erleben das heute ganz real, zig-millionenfach: Flüchtlinge überall in der Welt verstreut.
Eine neue Völkerwanderung hat begonnen  und keiner kann sie stoppen! - so titelt der Spiegel 

Eine Sturms des Wandels hat die Welt erfasst. 800000 Flüchtlinge und vielleicht noch mehr werden allein in Deutschland erwartet und verändern unser Land!! 
Auch unser Herz?
Unter die Schleuser gefallene Menschen, ganze Familien im Meer dem Schicksal überlassen, Menschen aller Ehre, Wohlstand und  Heimat beraubt, geschlagen und gedemütigt, Menschen mit schrecklichen Tragödien und Erlebnissen. Tausende traumatisierte Kinder und Jugendliche ohne Eltern. Die Schlagzeilen und Fernsehberichte enden nicht mehr!! 

Sie sind da und es kommen immer mehr, weil die Not unerträglich ist.

Was würde Jesus heute zu mir sagen? „Liebe Gott und liebe deinen Nächsten „Flüchtling“ wie dich selbst!
Ist das die Botschaft, mit der uns Gott heute Morgen begegnen will?                                                              
Begegnet er uns im dem Angesicht eines Flüchtlingskindes?

Erzählt nicht die Bibel unzählige Male von Menschen, die in Not und Bedrängnis geraten und deshalb sich zur Flucht entscheiden?- Die Familie Jesu musste nach Ägypten fliehen!!!-

Der Nächste ist auch immer der, der in Not geraten ist. Bleibe ich gleichgültig oder gebe ich ihm eine Stimme? Bleibe ich ablehnend oder heiße ich ihn willkommen? Lass ich mich bei dem Fremden - dazu auch vielleicht noch Moslem - von meiner Angst bestimmen? - oder reiche ich ihm meine Hände?
Jesus Aufruf: Werde menschlich, handle menschlich, zeig dein Herz, lass dein Gewissen sprechen, empfinde Empathie-habe Mitgefühl.                          
Gott wurde Mensch in Jesus, damit wir selbst liebesfähig und menschlich werden. Wie antwortete der vierjährige Niklas aus Hamburg auf die Frage: Hast du viele Ausländer in deinem Kindergarten? „Nein, nur Kinder!!“

„WENN DER WIND DES WANDELS WEHT, BAUEN DIE EINEN MAUERN, DIE ANDEREN WINDMÜHLEN“(CHINESISCHES SPRICHWORT)

Lasst uns Christen sein, die Windmühlen bauen! Wenn wir das umsetzen, haben wir Jesus verstanden und werden leben!
So gehe hin und tue das gleiche. 
Für uns könnte dies bedeuten: 
Schau genau hin, lass dich anrühren, und handle so, wie es deinen Möglichkeiten entspricht, dann können wir beweisen, dass wir Gott lieben und Christen sind, die Windmühlen bauen und keine Mauern. Lasst uns von Gottes Geist „beflügelt“ handeln. 
Amen

 


 

 

Predigt vom Reich Gottes 
Gottesdienst 8.Nov.2015

Haben Sie sich heute oder die Woche schon öfters gefragt: Wann kommt endlich Struktur in die Flüchtlingstragödie? Wann kommt die Obergrenze? fragt Herr  Seehofer Richtung  Frau Merkel? Wann kommt das Ende der Mörderbande des Islamischen Staates? Wann kommt das Ende aller Kampfhandlungen im Nahen Osten? Ich könnte noch ganz viele „Wann kommt?“ dazu fügen.

Es macht mir wirklich Sorgen- die Zeiten sind total unruhig und erschreckend und ich stehe dem hilflos entgegen.  - Damals zu Jesus Zeiten war es  nicht anders. Nur waren die Hauptdarsteller  zu Zeit Jesu die römische Besatzmacht mit ihrem grausamen Folter- und Unterdrückungssystem. Die Kreuzigung von Gegner war alltäglich. Ebenso war die Not, war Hunger und Krankheit alltäglich

Jeder Jude sehnte sich nach Befreiung und nach Erscheinen des versprochen Messias und dem Anbruch des Reich Gottes. In unserem Predigttext haben stellen beunruhigte Pharisäer Jeus die Frage, die sie am meisten umtreibt

Lukas 17,20-24

Als Jesus von den Pharisäern gefragt wurde: „Wann kommt das Reich Gottes?“, antwortete er ihnen und sprach:  „Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man's beobachten kann; man wird auch nicht sagen: Siehe, hier ist es! oder: Da ist es!                                                                     
 Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch.“ Er sprach aber zu den Jüngern:                                          
„Es wird die Zeit kommen, in der ihr begehren werdet, zu sehen einen der                                                              Tage des Menschensohns, und werdet ihn nicht sehen. Und sie werden zu euch sagen: Siehe, da! oder: Siehe, hier!  Geht nicht hin und lauft ihnen nicht nach!                                                                                                              Denn wie der Blitz aufblitzt und leuchtet                               von einem Ende des Himmels bis zum
andern,so wird der Menschensohn an seinem Tage sein.                                                                                         (Zuvoraber muss er viel leiden und verworfen werden von diesem Geschlecht)

Liebe Gemeinde.

Wann kommt das Reich Gottes? Wen interessiert diese Frage eigentlich? Ist sie nicht meilenweit von dem entfernt, was uns bewegt? Uns brennen ganz andere Fragen unter den Nägeln, neben der Flüchtlingskrise!  Wann kommt es bei zu  einer Wende für mich in meiner Krankheit oder Arbeitslosigkeit? Wann endlich kommt der ersehnte Bescheid von der Behörde? Wann kommt endlich Partner des Lebens? . Wann kommt das Ergebnis der Prüfung? Wann kommt die Beförderung?

Solche Fragen beschäftigen uns und rauben einem die Kraft und letzte Geduld. Aber das Reich Gottes? Es scheint so, dass immer weniger Christen darauf warten, dass es kommt. Das Reich Gottes scheint eher am Gehen als im Kommen! Wir beten im Vaterunser: Dein Reich komme! Doch sprechen wir höchstens hinter vorgehaltener Hand vom Kommen des Gottesreiches. Manfred Siebald singt davon:

„Wir haben es uns gut hier eingerichtet –

der Tisch, das Bett, die Stühle stehn,

der Schrank mit guten Dingen voll geschlichtet.

Wir sitzen, alles zu besehn.

Dann legen wir uns ruhig nieder

und löschen, müd vom Tag, das Licht

und beten laut: Herr, komm doch wieder.

Und denken leise: Jetzt noch nicht.“

Anders die Pharisäer. Sie fragen Jesus: Wann kommt das Reich Gottes? Sie warten auf das Kommen des Messias, den Anbruch seines Friedensreiches. Sie hoffen auf die Vertreibung der römischen Besatzungsmacht und auf Wohlstand für alle.

Jetzt noch nicht und schon jetzt
So ein „Jetzt noch nicht“ ist für die Pharisäer schwer auszuhalten. Dass das Reich Gottes kommen wird, ist für sie klar. Ihre Vorstellung war eindeutig: Es war die Vorstellung, dass das Reich Gottes plötzlich hereinbricht und es könnte täglich passieren, sozusagen eine Art Endzeit. Das sich die Zeit der Welt ablöst in eine neue Welt- eine neuen Wertgemeinschaft, Erlösung, eine neue göttliche Weltordnung- ohne Römer -das dann Reich Gottes heißt. Aber wann? Wieso fragen sie eigentlich Jesus? Hat er eine Ahnung? Jesu Antwort fällt anders aus, als sie es erwarten:

Er sagt nicht:  keine Ahnung; WOHER SOLL ICH DENN das wissen?, sondern..
„Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man’s beobachten kann!“
Eine schwierige Antwort! Was könnte es übersetzt bedeuten? Das RG lässt sich weder eindeutig ausmachen noch beweisen noch terminlich festlegen.  Es ist nicht auf dieser Welt, aber auf unsere Zeit und Welt nimmt es trotzdem jetzt schon Einfluss. 

Jesus hat eine ganz andere Vorstellung von dem Reich Gottes und wie es beginnen wird und vielleicht schon begonnen hat?

Die Vorstellung Jesus findet man in den Gleichnissen. Immer wieder versucht er das RG damit zu erklären. Er erzählt den Menschen in Bildern vom dem Reich Gottes: Viele Sätze und Gleichnisse beginnen so: Das Reich Gottes oder Himmelreich gleicht einem Senfkorn, einem Sauerteig, einen Schatz im Ackerfeld, einem  Kaufmann, einer Hochzeit,….

Dann erzählt Jesus eine plausible, verständliche und anschauliche Geschichte, die überall passieren könnte und in einem Punkt einen Hinweis gibt, wie das RG aussehen könnte. Und in allen Gleichnissen klingt es durch: diese ungeheuerliche Spannung: zwischen jetzt noch nicht und schon jetzt!!!! z.B Die Hochzeit beginnt, aber der Bräutigam ist noch nicht da oder die schule beginnt, aber der Lehrer fehlt noch.Dann fährt Jesus fort:
Denn siehe: Das Reich Gottes ist mitten unter euch.

Pause_ das muss erst einmal ruhig betrachtet werden. Das RG ist mitten unter Euch!
Jesus behauptet hier nichts anderes als das, das mit ihm das RG schon  mitten unter uns ist!!!!  Anmaßung?  Wer bist du Jesus?  der Sohn Gottes?
 Moment:

Blinde werdend sehend, Lahme können plötzlich gehen, Mutlose werden aufgerichtet, Wertlose bekommen einen Wert zugesprochen- hat da nicht schon das Reich Gottes begonnen? Wer Jesus aufnimmt erfährt es in seinem Herzen.

Die Frage der Pharisäer müsste heute lauteten: „Wann kommt das Reich Gottes zu mir?“ Und Jesus antwortet uns: Siehe, ich komme und will bei dir wohnen.
Es ist eine große Spannung: Nur weil Jesu plötzlich unter uns ist, wird nicht gleich alles gut- Leider! Wir leben in dieser Spannung: Jetzt noch nicht und schon jetzt!

Das ist immer die Haltung des christlichen Glaubens.

In Jesus ist das RG angebrochen, auch in einem selbst- wie dankbar bin ich um Jesus Nähe und das was ich mit ihm erlebe!!   Aber auf der anderen Seite bleibt die Welt so, dass sie auf Erlösung angewiesen ist!!
Soviel Ungerechtigkeit, Hass, Kriege, Not, Krankheit , Tod, Elend, Katastrophen,

Und diese Spannung steckt in unser Glauben. Einerseits erleben wir das RG (hier in diesem Gottesdienst, im Gebet, christliche Gemeinschaft) ist da  und auf der anderen Seite gibt es noch so viel Unendliches was wir erwarten, erhoffen oder aushalten müssen.

Geht es Ihnen auch so?

Und wir können nichts tun, um das Kommen des Reich Gottes zu beschleunigen, zu erzwingen oder durch unseren Glauben befördern, aber wir sollen es erbitten:  Dein Reich komme: Es ist der Wunsch und die Hoffnung, dass Gottes Wille in dieses Welt geschehe. Setze Gott endlich Deinen Willen durch in deiner Welt. Das Reich Gottes –das ist Nähe Gottes, das ist seine Gegenwart.
Wir wissen nicht, ob die Pharisäer mit der Antwort: „Das RG ist mitten unter euch“  einverstanden waren, aber als sie weg sind nimmt Jesus die Jünger in die Mitte richtet mahnende Worte an sie.
Gerade seine Jünger, die ihn doch kennen müssten, diejenigen, die doch am engsten mit Jesus vertraut sind – er warnt sie. Jesus spricht von der Zeit nach seinem Tod. Er sagt ihnen: Seid nicht voreilig. Jesus weiß, dass wenn er einmal nicht mehr bei seinen Freunden ist – dann werden sie sich nach sichtbaren Zeichen seiner Gegenwart sehnen, werden suchen, fragen und zweifeln. Und er weiß: die Welt ist voller selbst ernannter Heilsbringer, die locken: seht her zu mir! – und führen doch nur in die Irre. Lauft ihnen nicht hinterher, sagt Jesus.

Die Geschichte der Kirche kennt viele Beispiele, wo Christen in die Irre gegangen sind.

Die Jünger schauen bedrückt zu Boden, während Jesus so redet. Doch was er ihnen jetzt zu sagen hat, klingt ein wenig tröstlicher in ihren Ohren. Jesus redet weiter. Er redet von sich selbst. Aber es gibt ein großes Kommen!!Wenn der Menschensohn wieder kommt, sagt er – dann wie ein Blitz, der von einem Ende des Himmels bis zum anderen leuchtet. So hell, so herrlich, so unübersehbar. Dann durchwirkt Gott endlich die ganze Erde. Dann errichtet er sein Reich des Friedens, das er Israel seit jeher versprochen hat. Dann werden die Waffen schweigen und Gott wird abwischen alle Tränen. Wenn der Menschensohn wieder kommt. Die Jünger atmen auf.

Liebe Gemeinde, eigentlich haben wir es hier mit einem Widerspruch zu tun. Hier sind wir also. Wir haben gefragt: Wo ist Gott Reich? Wir haben gehört: Er ist schon gegenwärtig, aber auch zukünftig. Jesus sagt auch: Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe. Wir leben zwischen den Zeiten, zwischen Anbruch des Reiches Gottes und seiner Vollendung.  Das hält unsere Hoffnung lebendig.

Lasst uns zuversichtlich sein, denn in uns hat das Reich Gottes  schon begonnen  und verwandelt uns zu Menschen, die Gott ähnlicher werden.

Das RG ist seit Jesu Kommen mitten unter uns. Ich bemerke und es erlebe es immer deutlicher in meinen Leben. Trotz vieler ungelöster  Probleme in der Welt, will ich ein Werkzeug sein für das kommende Reich Gottes, weil ich nicht mehr anders kann, denn das RG hat mich auch schon ergriffen.  Wir haben Zukunft, weil Gott sein Reich vollenden wird. Amen

 



 

  

Wir sind eigentlich nicht so bescheiden                                        - bitte immer nur in Höchstform

Ich bitte um die höchste Aufmerksamkeit:

Die niederländische Stiftung »Mars One« hat Großes vor: nichts weniger als eine Himmelfahrt. Sie sammelt Unterstützer und Geld, um ab 2026 Menschen auf den Mars zu schießen. Ihr Angebot: ein »One-Way-Ticket«, ohne Chance auf Rückkehr zur Erde. Die Raumfahrer sollen eine dauerhafte Siedlung auf dem Mars errichten.

Ein Flug zurück wäre zu teuer und dem Projekt nicht dienlich. Dessen Motto ist Programm: »Mars is Home«. Der Mars ist Heimat.

Kritiker nennen den Plan ein Himmelfahrtskommando und warnen vor Killerkeimen, Sauerstoffmangel und Missernten in den abgeschotteten Gewächshäusern des roten Planeten. Trotzdem bewerben sich weltweit Tausende junge Menschen für das jahrelange harte Training, das der Marsmission vorhergehen soll. Dass diese ihre letzte Reise wird und sie eines Tages auf dem Mars sterben werden, schreckt sie nicht. Der Mensch will hoch hinauf!!

“Immer das Höchste ist das Beste“

Wenn möglich-  wünschen wir uns schon das Höchste. Das Höchste hat den höchsten Wert. Wer will nicht den Höchstgewinn oder die Höchstrendite erhalten? Oder auf der höchsten Gehaltstufe stehen? Wir wollen unsere  Fußballmannschaft  in Höchstform sehen und die Spieler sollen bitteschön die Höchstleistung abrufen. Höchstgeschwindigkeit bestimmt auch unser modernes, unruhiges Leben. Sicherlich erwarte ich von der Firma, dass sie mir selbstverständlich nur höchstqualifizierte Handwerker ins Haus schickt. Der Arzt soll mir bitte die Höchstdosis am Schmerzmittel verschreiben, so dass ich absolut schmerzfrei schlafen kann. Von meinen Kindern erwarte ich sowieso den Höchstwert an Punkten bei der Abschlussprüfung. Bei Ebay bin ich höchstwahrscheinlich der Höchstbietende. Nun und ich erwarte von unserem Justizsystem allemal die Höchststrafe bei Verbrechen aller Art. Bei Festen bin ich selbstverständlich höchstzufrieden anwesend, um mich von meiner besten Seite zu zeigen. Und wer will nicht das höchste Lob hören, wenn etwas gelungen ist?

Nun und  wenn es dann Tiefpunkte und Tiefstände gibt?                                                                                                 
Oh, dann wäre es höchste Eisenbahn und das Höchste der Gefühle den Allerhöchsten einmal zu kontaktieren -höchstpersönlich! Gott wäre darüber sicher höchsterfreut.

Helmut, auch hoch hinaus?

Oh, nein – Höhenangst!





 

Herbert Abschiedsrede 7.04. Pfarrerehepaar U.Stenglwin-Hektor und C. Hektor

 

Einleitung:

 

Nun haben wir einen tollen Gottesdienst hinter uns und  hoffentlich hat das Mittagsessen geschmeckt?
Ich will Ihnen noch Informationen geben zum weiteren Verlauf der Veranstaltung
Zuerst gibt es Grußworte und dazu haben wir verschiedene Weggefährte und Gäste von Corinna und Uwe eingeladen, die ich hiermit auch herzlich begrüße

 

    o      Frau Stadtdekanin Kasch o      Herr Pfr. Bovenschen, Senior des Regionalkapitels
o      Herr Hausladen, kath. Pastoralreferent o      Sozialreferent Herr Weinkammo      Herr Steinmetz, Leiter der GK o      Diakon Stumpf (für Kinder-Jugendhaus Lehmbau)
o      Herr Eckart (Leiter  der Hermann-Sohnle-Siedlung)

 

Herzlich Willkommen und wir freuen uns schon auf Ihre Grußworte

 

Anschließend wollen verschiedene Gruppen unserer Gemeinde sich mit einem  bunten Programm und Gesten  von unserem Pfarrersehepaar verabschieden.Dazu liegen auch Flyer aus

 

Und jetzt zu Euch. liebe Corinna , lieber Uwe.  Nachdem der organisatorische Teil geklärt ist, nun zu den Hauptpersonen der heutigen Veranstaltung.
12 Jahre haben wir jetzt  im Kirchenvorstand zusammen gearbeitet.  Seit 2001 ist so viel passiert.   Wir wollten euch als Doppelpack nach dem Motto: Doppelt hält besser!  In der Zeit kam noch ein kleiner Steinglein-Hektor dazu , der mittlerweile ja schon 10 Jahre ist. Auch dich Elias begrüße ich recht herzlich.  Familie und den Beruf als Pfarrer und der Pfarrerin unter einem Hut zu bringen, war für euch sicher nicht immer leicht, aber so meine ich, ist es euch sehr gut gelungen.
Was bleibt? Es sind viele Begegnungen und viele Erinnerungen, die  ich vor meinen geistigen Augen immer wieder sehe.

 

Bilder!!!Bild Bilder helfen sich zu erinnern

 

Ein Bild: ein strahlender Uwe, der  begeistert und engagiert seine Vision  !! Gospelhour !! in die Gemeinde einführt. Ein Leuchtturm über unsere Gemeindegrenze hinweg. Regelmäßig belagerten  Gospelgruppen aus Nah und Fern  unsere Kirche und sorgten für  eine großartige Stimmung
Noch ein Bild sehe ich: Uwe in kurzer Hose, sonnengebräunt, aber völlig übermüdet. Richtig: Uwes große Liebe nach seiner Familie : Das Conficamp. Da war er nicht zu stoppen. Konfis  liegen ihm auf dem Herzen.
Noch ein Bild: ein sorgenvoller Blick, graue Haare scheinbar über Nacht: - ein ausgeglichener Haushalt bei schwieriger Finanzlage-Unmöglich! ?  Bei Uwe nicht. Diese große, zeitraubende und schwierige Lage hat Uwe mit Bravur gemeistert. Er kann mit Zahlen und die Zahlen mir ihm.
Noch ein Bild: Uwe mit ganz großen Augen, glücklich, und  Architektenplänen unter dem Arm. Vollständige Sanierung des Gemeindehauses, der Kirche, der Jugendräume und des Pfarrhauses.  Das kann sich sehen lassen!  Vielen Dank für deinen großen Fleiß darin.
Noch ein Bild:Uwe als Lehrer: Gewissenhaft und detailliert bereitet er Vorträge mit PowerPoint Präsentation vor, um dann seine Ausführungen mit großer Lust vorzutragen. Viele  wertvolle Impulse gingen von ihm aus über Gemeindeentwicklung bis zu theologische Sichtweisen. Volkskirche sein und bleiben und offen sein für neue Entwicklungen, Menschen und Veränderungen, dass war sein Wunsch an den KV.

 

Viele Bilder könnte ich noch aufzählen. Jeder hat seine Bilder über ihn.

 

Auch von  Corinna habe ich viele Bilder im Kopf.

 

Eine singende Corinna: Das ist eine große Leidenschaft von ihr. Sie bringt sie im Gospelchor ein und  nicht selten habe ich sie herausgehört. Auch scheinbar die schwierigste Tonlage meistert sie geschickt. Die Taize-Lieder, die ihr von Herzen gehen, waren in der Osternacht immer ein Erlebnis.
Bild: Da sehe ich eine Corinna mit Sonnenbrille, locker und entspannt, mitten in einer größeren Gruppe von –Erwachsenen und einer Horde wilder Kinder- Richtig. Familienfreizeiten in Italien. Sie  war der Motor dieser ersten  Familienfreizeiten im Sommer ab 2003
Dann sehe ich Corina, winterfest gekleidet und mit einem Schneeball in der Hand bewaffnet. Auch die Winterfreizeiten im Labenbachhof waren ein echtes Erlebnis für alle Teilnehmer. Tolle Gemeinschaft garantiert mit viel Schnee.
Bild: Dann sehe ich Corina in ihrem Talar stehend an der Kanzel. Hochkonzentriert und nachdenklich. Geschichten aus der Bibel in das Heute übertragen ist eine Kunst, die sie beherrscht. Ihre Rhetorik ist eine Gabe, die sie gut einsetzt. Ihre Predigen haben mich sehr angesprochen und inspiriert Ach ja, Frauen der Bibel waren ihr ganz wichtig!!
Neues Bild: Dann sehe ich Corinna vor mir. Strahlend  mit vielen kleinen Kindern umgeben: Die Kindertagesstätte war auch ihre Liebe. Die feierliche Einweihung der Kinderkrippe 2005 entstand durch ihren Impuls und Fachwissen. Wir sind froh und dankbar, dass wir diese Krippe und seine Möglichkeiten bekommen haben und somit Eltern, oder auch Allein-Erziehenden eine große Unterstützung anbieten können.
Bild: Dann sehe ich eine angestrengte Corinna  sitzend vor mir. Der Vorsitz im Kirchenvorstand war, wie sie betont, trotz hoher Sitzungsdisziplin der KV-Mitglieder kraftraubend. Viele hunderte Beschlüsse fielen in den letzten 12 Jahren im KV und wurden umgesetzt.  Alle 4 Wochen KV-Sitzungen dazu  KIKaauschüsse und und. Das war manchmal anstrengend. Aber Verantwortung tragen kostet Kraft.

 

Abschluss:

 

Ich sehe Bilder von  zwei Überzeugungstäter: Corinna und Uwe. Überzeugte Theologen, überzeugte Lutheraner  und  überzeugte Auferstehungskirchler.  Ihr habt  hier mit euern Überzeugen und mit eurem theologischen Durchblick gute und die richtigen Gleise gelegt für die weitere Zukunft der Auferstehungskirche und für euren Nachfolger/In.

 

Vielen Dank, sagt der Kirchenvorstand dafür.  Wir werden uns immer daran gerne erinnern. Die Bilder sollen nicht verblasen. Vielen Dank für alles und Gottes guten Segen für eure weitere berufliche und private Zukunft. Auch für dich lieber E. 

 

Im Namen des KV

 

Herbert Niedermirtl

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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